Dauerregen bei der Bayerischen Meisterschaft in Osternohe

Downhillrennen wurde eine Schlammschlacht

Beim Training am Samstag waren einige Passagen noch relativ gut befahrbar oder überspringbar (Bild oben) , die den Fahrern am Sonntag im Rennen großes Kopfzerbrechen bereiteten. Allerdings legte auch im Training so mancher ein harte Landung hin (Bild unten).2013/09/69788_DownhillTraining1bea_New_1379271364.jpg

OSTERNOHE — Erst als der Wettbewerb vorbei war, hörte der Regen auf: Die Bayerischen Meisterschaften im Downhill wurden in diesem Jahr in Osternohe zu einer wahren Schlammschlacht. Mit Kim Schwemmer konnte sich bei den weiblichen Lizenzfahrern eine Osternoherin über den Titel freuen; bei den Männern triumphierte Timo Pries.Ein Rennbericht und Ergebnisse folgen; eine Bildergalerie findet sich berist unter n-land.de im Internet.

Bereits Tage vor dem Finallauf herrschte Krisenstimmung bei den Organisatoren und Helfern, wurde doch durch den ergiebigen Regen, vor allem am Freitag, die Strecke sehr in Mitleidenschaft gezogen. Die Osternoher Liftbetreiber, mit Werner Raum als Geschäftsführer, bemühten sich genauso wie die Verantwortlichen der Veranstaltung vom RC Germania Weißenburg, um eine Befahrbarkeit der Rennstrecke. Die Meisterschaftsstrecke selbst hatte wiederum Marco Herb festgelegt. Der Verlauf folgte annähernd der letztjährigen Abfahrt. Durch den aufgeweichten Boden mussten allerdings noch kurzfristig einige Änderungen einfließen um die Fahrer nicht zu gefährden. Dies betraf in erster Linie die Sprünge.

Auch einige heimische Fahrer waren ebenfalls bei dem offenen Landesverbandsrennen am Start. Neben den bekannten Namen der Geschwister Liz und Kim Schwemmer waren auch zwei Teilnehmer vom RC Schnmaittachtal als Hobbyfahrer auf der Strecke. Dabei auch der Leiter der Freeride und Downhillgruppe des RC Schnaittachtal, Andreas Zeug. Der 23-jährige Student hat fast zehn Jahre Erfahrung mit Mountainbikes im Sattel, fuhr aber erstmals bei der Meisterschaft mit. In früherer Zeit hatte er schon einmal eine Lizenz und sammelte Erfahrungen bei Enduro und Marathonrennen. Der Schnaittacher kam erst am Freitag aus dem Urlaub zurück.

Alina Engel aus Hersbruck startete in der Gruppe Hobby Frauen schied aber im Finallauf gleich bei der ersten Sprungmöglichkeit durch Sturz aus. War die junge Frau noch am Vortag mit 2`53 zweitschnellste in ihrer Gruppe war es doch um so ärgerlicher das sie den Sprung wagte, dabei stürzte und sich verletzte. Andere Fahrerinnen hatten diese Stelle umfahren. Hierbei hätte ich aber noch etwas Zeit gewinnen können, sagt die junge Krankenschwester und verbeißt sich dabei den Schmerz. Es war ihr zweites Rennen, seitdem sie 2010 aktiv diese Sportart betreibt.

Die Feuerwehr Osternohe wurde an diesem Wochenende zum unverzichtbaren Helfer. Nicht nur für die Verkehrs- und Parkplatzregelung eingesetzt sondern kurzfristig zur auch zur Reinigung von Mann und Bike im Einsatz. Mit ihrem Wassertank spritzten die Wehrmänner zunächst einige der völlig verdreckten Downhillräder ab und im Anschluss gleich noch die Fahrer dazu. Einer davon Max Pape aus der Nähe von Braunschweig. Da die Fahrerlager meist weit entfernt von den Duschgelegenheiten zu finden sind, duscht er immer unter dem Hochdrucksprüher und hat auch schon kältere Duschen erlebt, sagt der junge Rennfahrer, bevor er in seinem Bus mit Bettgestell einsteigt.

Wegen den 300 gemeldeten Startern, die neue Rekorde erwarten ließen, wurde von Seiten des Rettungsdienstes ein zusätzlicher Rettungswagen neben den Fahrzeugen der Bergwacht bereitgestellt. Die Bergwacht aus Lauf und Nürnberg mit Unterstützung aus Tannenberg war an beiden Wochenendtagen mit je zehn Sanitätern und einem Arzt in Bereitschaft, erklärt der stellvertretende Bereitschaftsleiter aus Lauf, Axel Topp und ergänzt dabei das kein Transport in ein Krankenhaus erfolgen musste. Dies resultiert unter anderem auch durch den anwesenden Arzt der hier vor Ort tätig war.

Natürlich gab es am Samstag wie auch am Renntag selbst einige Verletzungen die aber wegen des geringeren Tempos nicht so gravierend ausfielen, berichtet der Einsatzleiter der Berwacht. Um eine optimale Kommunikation unter den Helfern zu gewährleisten war auch ein Trupp mit einem Funkfahrzeug im Bikepark.

Durch den immer wieder auftretenden Regen war die Strecke nicht mehr griffig genug und Stürze blieben auch beim Training nicht aus. Einige Sprünge die im Training noch gefahren werden konnten, wurden deshalb aus der Strecke genommen. Insbesondere das extrem schmierige Wiesenstück des unteren Drittels der Rennstrecke forderte seinen Tribut. Hier gab es vor allem am Sonntag eine wahre Schlammschlacht unter den Fahrern.

Nicht zuletzt entschied häufig das Durchkommen bei den Hindernissen etwa 75 Meter vor der Ziellinie über die Platzierung. Die drei Lizenzfahrerinnen bei den Frauen machten es den Männern vor, dass es auch ohne sich in den Schlamm zu legen geht. Für alle Teilnehmer galt Protektorenpflicht und das Tragen eines Vollvisierhelms wurde ebenfalls vorgeschrieben, sagt Katrin Wiersch, die als verantwortliche Rennleitung des Weißenburger Vereins fungierte.

Beim Finallauf, der am Sonntag um 11 Uhr begann wurde im 30 Sekundenabstand gestartet. Mit einer Trillerpfeife signalisierten die Streckenposten untereinander, dass der nächste Fahrer die jeweilige Beobachtungsstrecke verlässt. Dies hatte auch Vorteile für die Zuschauer, die durch Pfeifen auf den Biker aufmerksam gemacht wurden und diesen dadurch intensiver beobachten konnten.

Mit einem Höhenunterschied von 140 Metern vom Start bis zum Ziel ging es am Sonntag dann auf einer Streckenlänge von etwa 1,2 Kilometer zur Sache. Aus dem heimischen Bereich waren neben den Lizenzfahrerinnen Liz und Kim Schwemmer zwei Biker aus Schnaittach, sowie Alina Engel aus Hersbruck in der Hobbyklasse vertreten.

Die Kommentierung des Downhillrennens übernahm Uwe Buchholz. Mit seinem fundiertem Bikewissen konnte er auch den Zuschauern vermitteln, dass es auch bei solchen Rennen auf den richtigen Regenreifen ankommen kann. Die Räder der Biker blockierten zum Teil durch den Schmutz dermaßen, dass mancher Sportler sein Rad durch die Ziellinie tragen oder ziehen mussten.

Die Siegerehrungen erfolgten durch den Vorsitzenden des RC Germania Weißenburg, Klaus Winkler zusammen mit dem Bikeparkgeschäftsführer Werner Raum und dem Bürgermeister der Gemeinde Schnaittach, Georg Brandmüller.

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