Saisonabschluss der LSG Hersbruck

Trotz Widrigkeit fast einmal um die Welt

Mit ihren Segelflugzeugen umrundeten die Sportler der LSG in Kilometern fast einmal die Erde. | Foto: LSG2016/12/6921964.jpeg

HERSBRUCK (lsg) – Nach dem Rekordjahr 2015 bot das Wetter in diesem Jahr leider immer wieder Magerkost. „Und wenn dann mal ein guter Tag angekündigt war, konnten wir häufig nicht starten, weil der Flugplatz in den Pegnitzwiesen noch zu weich war“, zog der erste Vorsitzende Stefan Harries beim traditionellen Almabtrieb der Hersbrucker Segelflieger eine gemischte Bilanz.

Trotz oft widriger und nicht selten anspruchsvoller Umstände liegt das Saisonergebnis bei den geflogenen Strecken und den Gesamtflugbewegungen erstaunlicherweise doch im langjährigen Durchschnitt. Dies ist wohl auch auf die überaus vielen Flugschüler zurückzuführen, die mit ihren Lehrern fleißig über 600 Schulflüge absolviert haben. Insgesamt flogen die Hersbrucker in ihren Segelflugzeugen mit 39 300 Kilometer (2015: 54 000) immerhin fast einmal um die Erde. Die beiden besten Flüge absolvierten mit jeweils 850 Kilometern Gunther Münzenberg und Stefan Harries am 4. Mai: „Das war mal wieder einer der heiß ersehnten Ausnahmetage! Das hat richtig Spaß gemacht!“

Vereinsmeister mit den sechs besten Flügen wurde wie schon 2015 Gunther Münzenberg gefolgt von Stefan Harries und Günter Lorenz. Auch in der Speedchampion-Wertung hatte Münzenberg die Nase vorn. Hier zählen die sechs schnellsten Flüge eines Jahres. Seit 2015 wird auch ein Pokal für den Gewinn der Junior-Challenge verliehen. Hier zählen die besten drei Leistungen von Mitgliedern unter 25 Jahren. Diesen Titel holte sich Matthias Lösch mit stolzen 1069 Punkten vor Klara Schaumann (308) und Tanja Ziegler (155).

Sportreferent Peter Bohne nahm bei seinem Rückblick auch nochmals Bezug auf den Verlauf der Bundesligasaison 2016. Insgesamt sechs Nullrunden der LSG Hersbruck in der 2. Segelflug-Bundesliga ließen im Saisonverlauf große Zweifel am Klassenerhalt aufkommen.

An den vergangenen vier Wertungswochenenden wurde dank einer sensationellen Aufholjagd ein insgesamt versöhnlicher 19. Rang unter 30 Vereinen aus ganz Deutschland erreicht. „Besonders haben wir uns gefreut, dass wir mit zwei Rundensiegen zeigen konnten, dass wir auch ganz vorne mitfliegen können – wenn alles passt“, zeigt sich Bohne zufrieden.

In seinem Jahresbericht ging Harries neben den fliegerischen Aktivitäten auch auf eine ganze Reihe weiterer Projekte und Themen ein. So war das Winterhalbjahr vor allem durch intensive Werkstattarbeit an den Vereinsflugzeugen und durch Theorieunterricht geprägt. „Der Verein bildet in seiner eigenen, mittlerweile aufwendig nach europäischem Recht zertifizierten Flugschule zur Zeit 16 Flugschüler aus“, vermeldete er stolz.

Aber auch umfangreiche Arbeiten am Fluggelände nahmen viel Zeit in Anspruch. Eine weitere besondere Herausforderung für die Piloten war die Umschulung auf einen anderen, gebraucht erworbenen Motorsegler. Nach über 40 Jahren mit dem sogenannten Motorfalken wechselte die LSG auf ein wesentlich moderneres, aber auch erheblich komplexeres System um.

Für 25 Jahre Mitgliedschaft in der Luftsportgemeinschaft Hersbruck wurde Martin Unbehaun geehrt. Zum 80. Geburtstag des Ehrenmitglieds Manfred Blaurock, der dem Verein 26 Jahre als erster Vorsitzender zur Verfügung gestanden hat, überreichte Harries eine Einladung zu einer Tagestour mit dem vereinseigenen Motorsegler für Blaurock und dessen Gattin.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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