Begegnung hilft gegen Einsamkeit im Alter

BRK (oben) und ASB (unten) sind zwei der Organisationen im Landkreis, die sich aktiv um Senioren kümmern. Fotos: Privat2016/06/Seniorenclub-BRK.jpg

Einsamkeit im Alter ist ein Thema, das mittlerweile auch die Wissenschaft beschäftigt. Je nach Studie berichten bis zu 30 Prozent der deutschen Senioren über Einsamkeit. Oft ist es ein schleichender Prozess, der dazu führt: Die Kinder sind aus dem Haus, der Ehepartner stirbt, eine Krankheit schränkt die Mobilität ein. Alltagsrituale gehen verloren. Die Stille in der Wohnung und der fehlende Austausch können zu einer seelischen Belastung werden.
Mit zunehmendem Alter leben immer mehr Menschen allein. Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamts von 2009 waren es rund 44 Prozent der Frauen ab 65 Jahren, bei den gleichaltrigen Männern rund 18 Prozent. Jenseits der 85 steigt die Zahl der Alleinlebenden auf 35 Prozent bei den Männern und 74 Prozent bei den Frauen an.
Eine Schlüsselrolle gegen die Einsamkeit im Alter liegt bei Mitarbeitern von Sozialstationen und Ärzten, die oft guten Kontakt zu den älteren Menschen haben und sie auf Angebote aufmerksam machen können. Helfen können auch Angebote von Dritten. Sogenannte Seniorentelefone nehmen an Popularität zu. Bei diesem Angebot werden allein lebende Menschen, die das wünschen, regelmäßig angerufen. Manchmal hilft schon das – ein Mensch, der einfach zuhört und mit einem redet. In vielen Städten und Gemeinden gibt es zudem Besuchsdienste und Seniorenbeauftragte, die sich um alleinstehende ältere Menschen kümmern.
Wie reichhaltig die Palette der Angebote ist, hängt von den Städten und Gemeinden ab. Im Nürnberger Land gibt es ein ziemlich vielfältiges Angebot für Senioren. Eine gute Anlaufstelle zum Beispiel ist das Mehrgenerationenhaus in Röthenbach, das nicht nur ein Generationencafé mit einer Treff- und Begegnungsmöglichkeit für Jung und Alt bietet, sondern auch Leihomas und -opas vermittelt. Damit können sich Senioren noch aktiv in das Leben einbringen und helfen zugleich jungen Familien bei der Kinderbetreuung. Ein breit gefächertes Angebot bietet auch der Bürgertreff Lauf: PC-Kurse, Reisen und Wanderungen, Spieletreff oder kreatives Gestalten im Schreibkreis oder in der Malgruppe stehen dort regelmäßig auf dem Programm.
Mit anderen Menschen zusammen sein, sich unterhalten, fit halten – diese Möglichkeiten bieten auch Seniorenbegegnungsstätten, etwa von der AWO. Sie haben in der Regel an mehreren Tagen der Woche zu festen Zeiten geöffnet und geben die Gelegenheit zum zwanglosen Treffen und ein buntes Programm zur Freizeitgestaltung.
Neben den Seniorenbegegnungsstätten gibt es im Landkreis Seniorenclubs der Kirchengemeinden, der Wohlfahrtsverbände und anderer Organisationen. Sie laden zu Kaffeenachmittagen, Ausflügen und Vorträgen ein. So hat etwa das BRK seit vielen Jahren einen Seniorentreff in Lauf: Treffen ist an jedem zweiten Montag im Monat (außer August). Die nächsten Termine sind der 11. Juli, da findet ein Tagesausflug nach Vierzehnheiligen und Schloss Seehof statt, und der 12. September, da wird Erntedank mit einem Grillfest gefeiert. Für den Tagesausflug und zum Grillfest ist eine Anmeldung erbeten. Ansprechpartnerin: Frau Anne Schipke, Tel. 09120 9138.

Seniorenclub-ASB

2016/06/Seniorenclub-ASB.jpg

Auch der ASB-Regionalverband hat wieder einen Seniorenclub. Ende Juni trafen sich rund 30 Senioren im evangelischen Gemeindehaus in Reichenschwand zum gemeinsamen Kennenlernen. Weitere Termine für den Seniorenclub sind der 22. September und der 17. November jeweils von 14.30 bis 16.30 Uhr. Bei Bedarf wird für Besucher aus Lauf ein Fahrdienst gestellt. Ansprechpartnerin für den Seniorenclub beim ASB ist Claudia Vestner, Tel. 09123/9787-0.
Auch besondere Sportangebote für die Zielgruppe 60 Plus gibt es zahlreich im Nürnberger Land. Sie reichen von der Wassergymnastik bis zum Nordic Walking. All das kann helfen, die Einsamkeit im Alter zu lindern, zumal viele Freizeitangebote kostenlos und damit auch für Menschen mit kleinerem Geldbeutel möglich sind.
Gesellschaftlich dringend nötig ist das, denn seit einigen Jahren steigt auch die Zahl der Depressionen im Alter. Allerdings werden die meisten Angebote für Senioren ehrenamtlich gestemmt. In der Fülle der Tätigkeiten hat manche Organisation und mancher Verein da Mühe, Freiwillige zu finden, die die Betreuung eines Angebots längerfristig übernehmen. Die, die sich engagieren, berichten meist, dass sie aus dem Austausch mit der älteren Generation viel Positives für das eigene Leben mitnehmen.
Quellen: Bundesfamilienministerium, Seniorenwegweiser Nürnberger Land
Isabel Krieger

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren