Klinikum verneint Aufforderung der HebÄG

Personalkürzungen sollen bleiben

Die Hersbrucker Ärztegenossenschaft hat das Klinikum Nürnberg aufgefordert, die Personalkürzungen am Hersbrucker Krankenhaus zurückzunehmen. | Foto: M. Scholz2018/05/DSC_4995.jpeg

HERSBRUCK – Auch die Hersbrucker Ärztegenossenschaft (HebÄG), ein Zusammenschluss von über 50 niedergelassenen Ärzten, die die Bereitschaftspraxis im Krankenhaus betreiben, schlägt angesichts der im April vorgenommenen Personalkürzungen am Krankenhaus in Hersbruck Alarm. In einem Brief an Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly, zugleich Verwaltungsratsvorsitzender des Nürnberger Klinikums, bitten sie ihn, diese unverzüglich zurückzunehmen.

„Die Schließung unseres Krankenhauses in vier bis fünf Jahren trifft die Ärzteschaft und insbesondere die Bevölkerung hart. Durch diese Personalkürzungen jedoch eine noch frühere Schließung quasi durch die Hintertür zu provozieren, konterkariert die Absprache in einer unzumutbaren Weise und ist für die Ärzteschaft inakzeptabel“, heißt es in dem Schreiben an Maly. Der hatte einst bei einem Runden Tisch in Hersbruck verkündet, dass das Krankenhaus bis zu seiner Schließung in seiner bisherigen Form bestehen bleibe.

Dieses Versprechen sieht die HebÄG mit den vorgenommenen Personalkürzungen jedoch gebrochen. Das Klinikum Nürnberg hatte Anfang April die Senkung von 39,23 auf 34,12 Pflegekräfte und von sechs auf vier Intensivbetten vollzogen.
„Wir niedergelassenen Ärzte sind zumindest auf eine sichere Restlaufzeit des Krankenhauses angewiesen, um genügend Zeit für die Planung und Schaffung neuer Strukturen zu haben, um weiterhin die medizinische Versorgung unserer Patienten in bewährter Form sicherzustellen“, schreiben die Ärzte Norbert Schutt, Dr. Alfred Schuller und Dr. Claudia Krönert-Messing weiter.

Nich genug Kapazitäten in Lauf

Laut Aussage der HebÄG seien im Krankenhaus Lauf, sollte das Hersbrucker Haus tatsächlich vorzeitig schließen müssen, derzeit noch nicht genügend Kapazitäten vorhanden, um die zusätzlichen Patienten zu versorgen. Und weil das Ende des Hersbrucker Hauses auch das Aus für die ärztliche Bereitschaftspraxis bedeuten würde, „müsste dann die gesamte Notfallversorgung des Altlandkreises Hersbruck über die jetzt schon häufig überlastete Bereitschaftspraxis im Krankenhaus Lauf erfolgen“, heißt es im Brief weiter.

Die HebÄG bittet deshalb, die „veranlassten Personalkürzungen unverzüglich zurückzunehmen, um eine weitere gute und zuverlässige Arbeit bis zum ursprünglich anvisierten Ende des Krankenhausbetriebs zu ermöglichen“.

Leistungszahlen gesunken

Auf Nachfrage der HZ äußerte sich Prof. Dr. Achim Jockwig, Vorstandsvorsitzender des Klinikums, wie folgt zu dem Schreiben der Heb ÄG: „Das Klinikum Nürnberg und die Krankenhäuser Nürnberger Land GmbH stehen zu ihrem Wort, in den nächsten Jahren das Krankenhaus Hersbruck weiter zu betreiben.“ Allerdings könne das Klinikum nicht die Augen vor den „aktuellen medizinischen Standards in der Intensivmedizin verschließen“. Weil in Hersbruck die Leistungszahlen, insbesondere auf der Intensivstation, sowie die Beatmungsstunden gesunken seien, sei es „aus fachlichen und wirtschaftlichen Gründen erforderlich, entsprechende Anpassungen vorzunehmen“. Zudem sei vor Kurzem die Intensivstation am Laufer Krankenhaus auf zwölf Betten vergrößert worden, so Jockwig.

Das Klinikum schätze die fachliche Qualität und den hohen Einsatz des Personals, der Belegärzte und der Kooperationspartner vor Ort. Dennoch: „Wir halten daran fest, die vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege zugesagte Bettenverlagerung an das Krankenhaus Lauf umzusetzen.“

N-Land Katja Bub
Katja Bub