K5 fehlt noch Feinschliff

Das künftige Ausstellungshaus der Anna M. Stiftung, nach seiner Lage in der Kirchgasse 5 „K5“ getauft.2011/01/5_2_1_2_20110131_AKTUELL.jpg

HERSBRUCK — Hersbrucker Kunstmuseum (KMH), Kunstfenster und Scholz-Galerie – für Dr. Anna Margarete Scholz, die engagierte Künstlerin und Galeristin hatte die Kunst einen sehr hohen Stellenwert in ihrem Leben und sogar darüber hinaus: Noch vor ihrem Tod im Mai 2009 hat die Wahl-Hersbruckerin die Weichen gestellt, um ihr Lebenswerk fortzusetzen. Die „Anna M. Scholz“-Stiftung, gegründet im Jahr 2007, soll sichern, was der Künstlerin am Herzen lag: den eigenen Nachlass und die Kunst-Szene in und rund um Hersbruck. Demnächst soll nun auch das Ausstellungshaus der Anna M. Scholz-Stiftung eröffnet werden.

Es ist eine echte Herausforderung, der sich Judith Schönhöfer und Astrid Scholz, die Töchter von Anna M. Scholz, trotzdem gerne stellen. Beide sind im Vorstand der Anna M. Scholz-Stiftung, die den letzten Willen der beliebten und prominenten Hersbruckerin lebendig erhalten will: Kunst bewahren, Künstler fordern und zugleich fördern.

„Meine Mutter hatte zwei prägende Erlebnisse: Da stand die Arbeit von tollen Künstlern nach deren Ableben plötzlich in Müllsäcken verpackt auf der Straße – vielleicht weil keine Angehörigen da waren oder weil die mit der Flut an Kunstwerken überfordert waren. Ich glaube, diese Erfahrung spielte schon bei der Initiation des Kunstmuseums eine grundsätzliche Rolle und war auch später ein wichtiger Grund, für sie diese Stiftung zu errichten.

Anna M. Scholz hat die Zukunft eines Teiles ihres persönlichen Gesamtwerks (etwa 300 Werke) und ihrer privaten Sammlung von anderen regionalen Künstlern, wie etwa Angela Eber (aus Eschenbach, bereits verstorben), Marian Focker (verstorben), Omar Gomes-Rey, Nora Matocza, Rainer Pöhlitz, Cornelia Effner, Peter Kuschel und Rainer Zitta, selbst geplant und zugleich ihre Töchter nachhaltig in die Pflicht genommen: „Unsere primäre Aufgabe ist es, mit der Stiftung ihr Werk zu bewahren und der Öffentlichkeit weiter zugänglich zu machen“, erläutert Astrid Scholz.

Doch auch wenn die Künstlerin alles gut vorbereitet hat, gibt es natürlich viel zu tun: „Es ist doch alles ein wenig im Wandel. Schließlich hat unsere Mutter in und mit der örtlichen Kunst-Szene gelebt. Wir müssen uns da erst hineinfinden. Natürlich hat sie uns in allem miteinbezogen und wir haben ihr ein Leben lang über die Schulter geschaut – trotzdem war es für uns der Sprung ins kalte Wasser“, berichtet Scholz, die Lehrerin ist.

Freilich sind die Schwestern bei ihrer Arbeit nicht allein. Nach Anna M. Scholz` Tod ist Judith Schönhöfers Ehemann Jürgen an die dritte Stelle im Vorstand nachgerückt. Hinzu kommt der Stiftungsrat, der dem Vorstand beratend zur Seite steht: Hier sind neben dem amtierenden Bürgermeister Robert Ilg auch Rudolf Kettel (AGS), der Publizist Anselm Stieber und herwig Danzer (Die Möbelmacher) vertreten.

Die Stiftung finanziert sich aus Erträgen des Stiftungsvermögens und aus sogenannten Zustiftungen, das sind materielle Zuwendungen, ähnlich wie Spenden, die jeder vornehmen kann. Anders als bei einem Verein, der auch Mitgliedsbeiträge erhält, ist die Stiftung auf solche Zustiftungen und Spenden angewiesen. Ein wichtiger Partner für die Anna M. Scholz-Stiftung ist hier die HEWA, die im Gegenzug für die Förderung für ihre öffentlich zugänglichen Räume wechselnde Leih-Ausstellungen von der Stiftung erhält. „Diese Kooperation entstand noch gemeinsam mit unserer Mutter, wird aber weiter fortgeführt “, berichtet Scholz. „Darüber freuen wir uns, denn beide Seiten haben etwas davon. Zudem sind wir aber auch weiterhin auf der Suche nach Förderern.“

Zum Vermögen der Stiftung gehören überwiegend Räumlichkeiten, die dem Stiftungszweck dienen sollen, aber eben auch erhalten und renoviert werden müssen. Zum einen ist das die Scholz-Galerie, Hintere Schulgasse 1, und das künftige Ausstellungshaus der Stiftung, nach seiner Lage in der Kirchgasse 5 auf den Namen „K5“ getauft. „Das alte Fachwerkhaus hat unsere Mutter wohl im Jahr 2004 gekauft. Es wird und wurde überwiegend in Eigenregie renoviert, viel wurde auch mit freiwilligen Helfern geleistet und ist noch zu Lebzeiten meiner Mutter passiert“, berichtet Scholz.

Nun geht es an den Feinschliff. Vor der Eröffnung muss in den vier größeren Ausstellungsräumen auf zwei Etagen noch ein passendes Beleuchtungssystem integriert werden. Der Innenhof soll später für Skulpturen zur Verfügung stehen. „Auf dem Balkon, der nach hinten hinaus geht, könnte ich mir bei Interesse später mal auch gut ein Treffen von Künstlern vorstellen“, verrät Scholz.

Eine Konkurrenz zur bestehenden Kunst-Szene sieht sie nicht. „Es besteht ein guter Kontakt. Wir arbeiten ja alle überwiegend ehrenamtlich für unsere Leidenschaft, da ist es vielmehr ein Miteinander in Sachen Kunst. Und irgendwie ist ja auch das Kunstmuseum (KMH) ein Kind unserer Mutter und verfolgt ähnliche Ziele wie die Anna M. Scholz-Stiftung.“

N-Land Anna Schneider
Anna Schneider