Seit Jahren kontinuierlicher Rückgang

Zahl der Asylbewerber sinkt

Seit Ende 2016 sinkt die Zahl Bewohner in Asylbewerberheimen im Landkreis Jahr für Jahr. | Foto: Grafik: Sichelstiel2021/04/grafik-asyl.jpg

Nürnberger Land – Es war der Aufreger in den Jahren 2015 und 2016, heute ist es allenfalls ein Randthema: die Migration nach Deutschland.
862 Bewohner lebten im März 2021 in den zu diesem Zeitpunkt 18 Flüchtlingsunterkünften im Landkreis, Ende 2016 waren es mit 1793 mehr als doppelt so viele. Das teilte Wolfgang Röhrl, dem Abteilungsleiter Sozialwesen am Landratsamt, der Pegnitz-Zeitung auf Nachfrage mit.

Seit 2016 geht die Zahl langsam, aber kontinuierlich zurück. Eine niedrigere Zahl zum Jahresende hatte es mit 823 zuletzt 2014 gegeben, 2013 waren es 193.


Bei den derzeit 862 Personen handelt es sich laut Röhrl um 764 Asylbewerber im laufenden Verfahren, 88 Fehlbeleger, also anerkannte Flüchtlinge, die noch keine eigene Wohnung gefunden haben, und zehn unbegleitete Minderjährige.

Anträge ziehen sich hin


Die Zahl der Asylbewerber im Landkreis ist seit Ende 2016 Jahr für Jahr gesunken, wie Zahlen der Kreisbehörde zeigen. Da sich laut Röhrl aber viele Anträge über Monate oder Jahre hinziehen, besteht weiterhin die Notwendigkeit für den Landkreis, einige Unterkünfte zu stellen.


Aktuell gibt es 18 dezentrale Unterkünfte sowie sieben Gemeinschaftsunterkünfte. Seit Jahresbeginn 2021 wurden zwei dezentrale Unterkünfte geschlossen, darunter Ende März die Unterkunft im Ottensooser Gewerbegebiet am Bräunleinsberg. Ende April 2021 wird noch eine weitere dezentrale Unterkunft zumachen, wie Röhrl informiert.

Landratsamt nicht mit allen Betreibern zufrieden


Dabei achte man darauf, dass diese relativ gleichmäßig über den Landkreis verteilt sind, und man sehe bei den Betreibern genau hin. Da gebe es nämlich extreme Unterschiede in der Qualität. Wenn das Amt nicht zufrieden ist, lasse man Verträge auslaufen. Anderswo werden sie verlängert, solange Bedarf besteht.


Allerdings werden Unterkünfte bewusst nicht voll belegt, unter anderem, um Konflikte aufgrund der räumlich engen Situation zu vermeiden. Die Unterkünfte sind aktuell zu rund 60 Prozent belegt, die Gesamtkapazität liegt bei 1440 Plätzen, so Röhrl.

Auch aufgrund der Pandemie will der Kreis die Situation entzerren. Zuletzt gab es einen Ausbruch in einem Schnaittacher Heim. Im Herbst 2020 hatte sich die Situation in Lauf zugespitzt, dort gab es über 40 Fälle in zwei großen Gemeinschaftsunterkünften. Die Bewohner demonstrierten daraufhin gegen ihre Unterbringung.

Lob vom Landrat für Helferkreise


Das Thema Asyl wurde in der letzten Sitzung des Sozialausschusses des Landkreises im März behandelt. Landrat Kroder sagte, er sei dankbar für das „tolle Engagement im Hauptamt und insbesondere im Ehrenamt“, gemeint waren die Helferkreise, die in vielen Gemeinden gegründet worden waren. Was diese geleistet hätten, sei „sensationell“.


Der Landrat drückte gegenüber dem Freistaat seine Dankbarkeit da­rüber aus, dass die Kreisbehörde selbst entscheiden kann, welche Verträge von Flüchtlingsheimen verlängert werden. „Gute Unterkünfte gibt es weiter“, so Kroder.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren