Kindertagesstätte im „Grund“

Streit um Verkehrsgutachten

Die Einfahrt von der Parkstraße in die Bahnhofstraße ist schon jetzt ein Nadelöhr, vor allem zu den Bring- und Abholzeiten der Evangelischen Kindertagesstätte (rechts). Eine zusätzliche Kita im Pegnitzgrund würde die Situation weiter verschärfen, so die Meinung der CSU. Ein Gutachten kommt jedoch zu dem Schluss, dass die Zufahrt möglich wäre. | Foto: Buchner-Freiberger2021/07/parkstrasse-einmundung-evang-kita-roth3.jpg

Röthenbach. Zwar soll für die geplante Kindertagesstätte im Röthenbacher Pegnitzgrund jetzt ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet werden. Nicht vom Tisch ist damit allerdings der politische Streit um das Projekt – im Gegenteil. Die CSU bezeichnete in einer Sitzung des „BUSSK“-Ausschusses am Dienstagabend das Verkehrsgutachten gar als „hinausgeworfenes Geld“.

Wie die PZ bereits mehrfach berichtete, soll im Pegnitzgrund, neben den Tennisplätzen, eine zunächst viergruppige Kita entstehen, als Betreiber sind die Johanniter vorgesehen. Der FC Röthenbach hat das Grundstück bereits an eine Projektgesellschaft verkauft. Doch vor allem an der Verkehrslage hat sich eine heftige Debatte im Stadtrat entzündet, denn die Zufahrt über die Parkstraße ist schmal und steil. Zusätzliche Autos würden außerdem zu einer Verschärfung der angespannten Verkehrs- und Parksituation vor dem bestehenden Evangelischen Kindergarten führen.

Die CSU lehnt den Standort deshalb ab. Wolfgang Gottschalk äußerte in der Sitzung des Ausschusses für Bildung, Umwelt, Soziales, Sport und Kultur (BUSSK) nochmals deutlich Kritik, dass mögliche Standortalternativen – etwa die Überbauung des Parkplatzes in der Friedrich-Wittmann-Straße oder ein städtisches Grundstück am Schumacherring – nicht geprüft worden seien.

Das Verkehrsgutachten, das ein Bamberger Ingenieurbüro erstellt hat, wurde von der CSU schlicht „abgewatscht“. Dieses kommt zu dem Schluss, dass die Zufahrt zu einer neuen Kita im Grund grundsätzlich möglich ist. Unbedingt notwendig sei jedoch das Anlegen eines Gehwegs, außerdem müsste das „Nadelöhr“, nämlich die Zufahrt in die Bahnhofstraße, erweitert werden, indem man an der Ecke etwa einen Parkplatz wegnimmt. Außerdem sollte statt der Parkplätze an der Längsseite, die zurzeit vor allem von Mitarbeiterinnen der evangelischen Kita genutzt werden, eine eingeschränkte Halteverbotszone eingerichtet werden, wo Eltern nur kurz anhalten können, um ihre Kinder in die Kita zu bringen.

Auf dem Wendehammer nebenan parken derzeit vor allem Anwohner, dies sollte verboten werden. Unabhängig vom Gutachten wurde zudem der Vorschlag geäußert, dass Autofahrer von der Parkstraße nur noch nach rechts in die Bahnhofstraße abbiegen dürfen. Sie müssten dann am Bahnhof wenden.

Der CSU stießen vor allem der Zeitpunkt der Verkehrszählung am 29. April und die Kostenschätzung sauer auf. Damals sei wegen der Coronapandemie alles geschlossen gewesen. Die Kosten für den Ausbau der Straße seien zwar im Gutachten mit 200 000 Euro angegeben, aber letztlich „unwägbar“, weil man die Beschaffenheit des Untergrunds nicht genau kenne und für den Fußweg Grund zukaufen müsse. „Wir beschließen, ohne wichtige Punkte gehört zu haben“, schimpfte Wolfgang Gottschalk. Man verdopple durch den Kita-Neubau den Verkehr an dieser Stelle.

Die übrigen Fraktionen wollten die Kritik nicht teilen. Die Verkehrsprobleme seien lösbar, so die vorherrschende Meinung. Grünen-Stadtrat Marco Heisig verteidigte das Gutachten als „konservative Abschätzung“. Die coronabedingt niedrigen Werte am Tag der Zählung seien durchaus hochgerechnet worden. 2. Bürgermeisterin Scholz (Grüne), die die Sitzung leitete, betonte, die Verkehrssituation sei nicht so schlimm, wie sie von der CSU dargestellt werde. Thomas Jennemann (SPD) argumentierte, man habe schließlich „nur“ eine Machbarkeitsstudie beauftragt. Allerdings wünschte er sich schon eine genauere Kostenermittlung.

Am Ende stimmte der Ausschuss mit 7:4 Stimmen dafür, das Projekt weiter zu verfolgen. Die endgültige Entscheidung trifft allerdings der Stadtrat in seiner Sitzung nächsten Donnerstag.

Vorstellung der Pläne

Fast schon zur Nebensache geriet in der Sitzung die Vorstellung der Planungen für die Kita durch das Architektenehepaar Karnik aus Stein. Entstehen soll ein zweigeschossiges Gebäude mit Platz für zwei Krippen- und zwei Kindergartengruppen. Bei Bedarf könnte man um zwei weitere Gruppen erweitern. Insgesamt 74 Kinder sollen hier nach der Fertigstellung betreut werden. Noch offen ist die energetische Komponente. Man sei noch in einem frühen Stadium, der Energieberater habe erst jetzt seine Arbeit aufgenommen, so die Architekten.

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