Marianne Ermann erhielt Bayerischen Verdienstorden

Ein ausgezeichnetes Vorbild

Marianne Ermann erhielt von Innenminister Joachim Herrmann den Bayerischen Verdienstorden überreicht. | Foto: G. Iannicelli2016/11/unspecified2.jpg

ERLANGEN/HERSBRUCK – Die vielfach verdiente Hersbruckerin Marianne Ermann ist mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet worden. Es handelt sich um den zweithöchsten Orden des Freistaates. Innenminister Joachim Herrmann überreichte ihr das Ehrenzeichen bei einer Feier in Erlangen.

Der Orden wird „als Zeichen ehrender und dankbarer Anerkennung für hervorragende Verdienste um den Freistaat Bayern und das bayerische Volk verliehen“. Er ist ein Symbol für den herausragenden Einsatz und das außerordentliche Engagement von Bürgern für unser Gemeinwesen.

In der Begründung des Innenministeriums heißt es über die 75-Jährige: Seit 1987 setzt sie sich ehrenamtlich für Asylbewerber und für Menschen mit Migrationshintergrund ein. Sie gründete 1998 den „Ökumenischen Verein für Flüchtlinge und Asylsuchende“. Dieser ist Mitglied im Diakonischen Werk Bayern. 2008 wurde der Vereinsname erweitert auf „Ökumenischer Verein für Flüchtlinge, Asylbewerber und Migration“. Sie war von 1998 bis 2003 erste Vorsitzende und fungierte drei Jahre lang als Geschäftsführerin.

Den Asylsuchenden sollte unbürokratisch und aus freiem Engagement heraus geholfen werden durch Beratung, die Begleitung und Hilfe zur Bewältigung des Alltags. Die Betroffenen werden bei Behördengängen, bei der Integration im Kindergarten und in der Schule, bei Arztbesuchen, bei der Arbeits- und Wohnungssuche sowie bei bestehenden Sprachproblemen vollumfänglich unterstützt.

Am 6. Februar 2003 wurde das Asylbewerber-Wohnheim in Hersbruck durch einen Brand völlig zerstört. Dabei wurden zwei Personen leicht verletzt. Ermann leistete in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Roten Kreuz wichtige Hilfeleistung bei der Unterbringung der Asylbewerber in Notunterkünften und bei der Versorgung mit dem Nötigsten.

Seit ihrem Ausscheiden als Geschäftsführerin des Vereins im Jahr 2006 bis zum heutigen Tag ist Ermann nach wie vor mit ungebrochenem ehrenamtlichen Engagement für „ihren“ Verein im Einsatz. Seit vielen Jahren führt sie auch Hausaufgabenbetreuung und das Nachhilfeangebot für Schüler mit Migrationshintergrund durch, indem sie zweimal wöchentlich ihr Wohnhaus zur Verfügung stellte und gemeinsam mit weiteren ehrenamtlichen Helfern sowie mit Studenten ein entsprechendes Bildungsangebot anbietet. Heute finden die Kurse im „Komm“ in der Prager Straße statt.

Bei der Verleihung bekamen unter anderem der frühere Erlangen-Höchstädter Landrat Eberhard Irlinger (71) aus Erlangen sowie der Rummelsberger Diakon Hans-Jürgen Hopf (57) aus Schwarzenbruck das Bundesverdienstkreuz am Bande. Hopf ist Leiter des Kinderheims „Raumerhaus“, zudem wirtschaftlicher und organisatorischer Verantwortlicher für die gesamte Jugendhilfe am Ort Rummelsberg. Dazu kommen ehrenamtlich: Gemeinderat, Mitglied im Landesausschuss Bayern des Deutschen Evangelischen Kirchentages sowie jeweils Richter am Sozialgericht Nürnberg und Verwaltungsgericht Ansbach. 2014 organisierte er die Aufnahme von 40 Asylbewerbern in Rummelsberg.

N-Land Michael Scholz
Michael Scholz