Schnaittach gibt den Bürgerweiher nicht offiziell frei

Schlittschuhlaufen nur auf eigene Gefahr

Der Bürgerweiher bietet einen ungewohnten Anblick: Das Gebüsch auf der kleinen Insel ist verschwunden. Die Schilder, die das Betreten untersagen, bleiben hingegen trotz des Dauerfrosts hängen.
Der Bürgerweiher bietet einen ungewohnten Anblick: Das Gebüsch auf der kleinen Insel ist verschwunden. Die Schilder, die das Betreten untersagen, bleiben hingegen trotz des Dauerfrosts hängen. | Foto: Schuster2017/01/burgerweiher-schnaittach-baume-weg.jpg

SCHNAITTACH (as/kir/us) — Die Schnaittacher sind vorsichtig: Neun Probebohrungen hat der Bauhofleiter am Dienstagmorgen auf dem Bürgerweiher gemacht und dabei eine Eisdicke von in der Regel mehr als 15 Zentimetern gemessen – und trotzdem gibt es keine offizielle Freigabe zum Schlittschuhlaufen. Die Marktgemeinde will die Verantwortung dafür nicht übernehmen.

Die Schilder, die das Betreten der Eisfläche untersagen, sollen nicht abgebaut werden, so Bürgermeister Frank Pitterlein zur Pegnitz-Zeitung. Wer auf das Gewässer will, muss laut Pitterlein zwar trotzdem kein Bußgeld fürchten, er handelt aber auf eigene Gefahr.

Zwar ergaben die offiziellen Messungen am Dienstag im Durchschnitt Werte, die klar über der von der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) empfohlenen 15-Zentimeter-Marke liegen, das Eis ist bis zu 17,5 Zentimeter stark und dürfte damit eigentlich selbst für größere Personengruppen sicher sein, doch weist die Marktgemeinde auf ihrer Website auf „sichtbar tiefe Risse“ hin.

„Wenn überhaupt“, sollte das Gewässer „niemals alleine“ betreten werden. Der Bürgerweiher sei an manchen Stellen über zwei Meter tief, zudem lauerten nahe des Aus- und des Einlaufs Gefahren. „Eis ist ein tückisches Medium und ist nie ganz sicher“, heißt es ganz allgemein aus dem Rathaus.

Insel ohne Gebüsch

Ob die Mitglieder des Fischereivereins Schnaittachtal von der Empfehlung wussten? Sechs Ehrenamtliche nutzten nämlich bereits am Samstag die Tatsache, dass der Bürgerweiher zugefroren war. Sie entfernten – in Sicherheitsausrüstung und unter Federführung des Vorsitzenden Günter Grünthanner – das Gebüsch auf der künstlich angelegten Insel. Über das Eis war der Transport der Äste zum Ufer leicht zu bewerkstelligen. Jetzt bietet das Gewässer einen ungewohnten Anblick.

 Vor über vier Jahren war zuletzt ein solcher Arbeitseinsatz nötig. Die Planung dazu stand schon länger. „Als Pächter sind wir nicht nur für das Gewässer, sondern auch für die Pflege im Uferbereich zuständig“, erklärt Grünthanner. Wenn es dem Bauhof zeitlich möglich ist und der Winterdienst nicht mehr im Vordergrund steht, holen Gemeindearbeiter das Schnittgut ab und transportieren es zu einem Sammelplatz.

Die Verwaltung indes denkt über eine alternative Eislauffläche ohne Einbruchgefahr nach. Vorbild könnte Lauf sein: Dort flutete die Feuerwehr einen etwa knietief ausgebaggerten Bereich der Pegnitzwiesen.

N-Land Udo Schuster
Udo Schuster