Waldschule: Streit um Pausenhof

Der Pausenhof der Waldschule: Für den Elternbeirat hat er den Charme eines „Plattenbauhinterhofs“. Die Gemeinderäte können diese Auffassung nicht nachvollziehen. Geld für die Umgestaltung wollen sie trotzdem bereitstellen. Foto: Sichelstiel2011/05/21495_New_1305212762.jpg

RÜCKERSDORF — Hat der Pausenhof der Waldschule in Rückersdorf den „Charme eines lieblosen Plattenbauhinterhofs in Ostberlin“? Der Elternbeirat hat das in einem Schreiben ans Rathaus so formuliert – und stößt damit auf heftige Kritik aus dem Gemeinderat. Trotzdem machen sich Politik und Schule nun gemeinsam Gedanken über einen Umbau der Fläche.

Ein wenig erstaunt war Peter Wiesner schon, als sich plötzlich im Rathaus eine Landschaftsplanerin vorstellte. Sie würde gerne Vorschläge für die Umgestaltung des Pausenhofs erarbeiten, habe die Frau gesagt und dann gleich ihre Honorarvorstellungen genannt, so die Erinnerung des Rückersdorfer Bürgermeisters. Wiesner hat abgelehnt.

Zwar sind sich Elternbeirat und Gemeinde schon seit Dezember einig darüber, dass der Pausenhof umgestaltet werden soll, nur über das Ausmaß gibt es Streit. Einen Planer jedenfalls, wie es der Wunsch der Eltern ist, wird Rückersdorf nicht beauftragen. Das steht nach der letzten Sitzung des Gemeinderats fest. „Wir brauchen dort nichts Hochgestochenes“, sagt Wiesner – eine Ansicht, bei der ihm alle Fraktionen zustimmen.

Dem Bürgermeister ist ein Brief vom 29. März sauer aufgestoßen, den der Elternbeirat an die Gemeinde gerichtet hat. Der Pausenhof habe den „Charme eines lieblosen Plattenbauhinterhofs in Ostberlin“, heißt es darin. Die Gemeinderäte würden wohl schon mit der Schließung der Waldschule planen.

„Sehr stark überzeichnet“ sei das Schreiben, sagt der Bürgermeister. „Wahnsinnig geärgert“ hat sich auch die SPD. Ähnliche Äußerungen kommen aus den Reihen von CSU und RUW. „Aus unserer Sicht ist eine Planung gar nicht erforderlich, weil kein Raum für eine massive Umgestaltung ist“, bringt Wiesner die Meinung der Lokalpolitiker auf den Punkt.

Nimmt man Rücksicht auf alle Rettungswege, die durch den Pausenhof führen, so bleiben tatsächlich gerade einmal rund 300 Quadratmeter vor dem Lehrerzimmer und zwischen Haupteingang und Turnhalle frei. Hier könne der Bauhof ja ein Hochbeet anlegen, meint der Rathaus-Chef. Außerdem sei eine farbige Bemalung der Rettungswege denkbar, etwa mit Hüpfspielen. „Nur kann ich dort keinen Kies oder Rindenmulch hinmachen“, sagt Wiesner. Die Feuerwehr würde wohl nicht mehr durchkommen.

Die Auseinandersetzung hat noch einen anderen Hintergrund: Bis in die neunziger Jahre hat es auf dem Pausenhof schon einmal eine „Grünzone“ gegeben. Dann, so der Bürgermeister, sei diese auf Wunsch des damaligen Elternbeirats entfernt worden: „Denen war das Laub zu rutschig.“

Gespräch ist geplant

Bei aller Polemik scheint eine gütliche Einigung in Sicht. Jetzt ist ein Treffen von Eltern, Gemeinderäten, Lehrer und einigen Schülern geplant. Die Kinder sollen ihre Wünsche für einen neu gestalteten Pausenhof anbringen, der Bauhof wird diese dann umsetzen.

Trotz mehrerer Kontaktversuche hat die Pegnitz-Zeitung keinen Vertreter des Elternbeirats der Waldschule erreicht.

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