Wie kommen giftige Tenside ins Wasser?

Taucher untersuchen den Birkensee

Taucher entnehmen Proben aus dem Birkensee, die anschließend im Labor untersucht werden.
Taucher entnehmen Proben aus dem Birkensee, die anschließend im Labor untersucht werden. | Foto: Andreas Sichelstiel2015/11/DSC_1365.jpg

RÖTHENBACH — Taucher sollen herausfinden, wie giftige Tenside in den Birkensee gelangt sind.

Das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg hat die Taucher einer Kieler Spezialfirma beauftragt, den Birkensee zu untersuchen, nachdem dort Ende August eine erhöhte Konzentration von Perfluoroctansulfonat (PFOS) gemessen worden war.  Seither soll in dem Gewässer im Reichswald zwischen Schwaig und Diepersdorf nicht mehr gebadet werden.

„Wir sind mitten in einer Amtsermittlung“, sagt Ulrich Fitzthum, der Leiter des Wasserwirtschaftsamts. Die Behörde vermutet, dass in einzelnen Löchern auf dem Boden des Birkensees Müll vergraben wurde – Spuren einer Hausmülldeponie, die bis 1969 in Betrieb war.

Allerdings fand sich PFOS auch im Umkreis des Birkensees, etwa im Röthenbach. Das Wasserwirtschafts­amt will jetzt auch das Grundwasser unter die Lupe nehmen und abklären, ob es nicht doch einen externen Verursacher gibt.

Das Badeverbot ist laut Landratsamt eine reine Vorsichtsmaßnahme, die PFOS-Konzentration sei nicht so hoch, dass von ihr eine akute Gesundheitsgefahr ausgehe. Allerdings reichert sich der Stoff im Körper an. Fische aus Birkensee und Röthenbach sind hingegen stark belastet, sie sollen nicht verzehrt werden.

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel