Hacker beim Jahresempfang

„Röthenbach ist offen, tolerant und bunt“

Röthenbachs Bürgermeister Klaus Hacker begrüßt die Gäste des Jahresempfangs im Sitzungssaal des Rathauses. | Foto: Fischer2018/05/empfang-rothenbach-rede-gaste.jpg

RÖTHENBACH— Großes Stelldichein im Sitzungssaal des Röthenbacher Rathauses: Bürgermeister Klaus Hacker hatte wie immer am Abend vor Himmelfahrt zum Jahresempfang geladen und vieles was Rang und Namen hat in der Stadt, von der Politik über die Wirtschaft bis zum Vereinsleben, war gekommen. In seiner Rede berichtet Hacker von einer aktuell sehr regen Bautätigkeit in der Stadt mit vielen privaten, öffentlichen und unternehmerischen Investitionen. Vor allem aber hielt der Bürgermeister eine Lobrede auf die Kommunen, in denen gesellschaftliche Probleme zum einen zwar als erstes aufschlagen, zum anderen den Menschen wie nirgends sonst aber auch Halt gegeben werde.

Mit seinen beiden Stellvertretern, Wolfgang Gottschalk (CSU) und Thiemo Graf (Grüne) hatte Bürgermeister Hacker (FW) die Besucher empfangen. In seiner Rede begrüßte er dann zahlreiche Gäste mit Namen, darunter vor allem die Träger der Ehren- und Verdienstmedaillen der Stadt. Aber auch viele Bürgermeister aus den Nachbargemeinden sowie Landrat Armin Kroder, Bezirksratsvizepräsident Bernd Eckstein und Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler.

Besonders erfreut zeigte sich Hacker über den Besuch zahlreicher Vertreter von Unternehmen in der Pegnitzstadt, allen voran die Geschäftsführer der Firmen Diehl und Graphite Cova. Dass Diehl durch Investitionen den Standort Röthenbach sichere, sei ebenso erfreulich wie eine 50-Millionen-Investition der Linde AG im „Ortsteil“ Röthenbachtal (zwischen Schwaig und Diepersdorf).

Ein Highlight des Empfangs: Die Nachwuchsmusikerin des GSG, Nina Farrenkopf, präsentierte mit der Gitarre einen selbstgeschriebenen Song. | Foto: Fischer2018/05/empfang-roth-musikerin.jpg

Zahlreiche private Investoren sorgen auch in der Stadt dafür, dass sich Baukräne drehen und Bagger fahren, so Hacker. Er nannte als Beispiele die Wohnbebauung Vogelwiese, den Bau von 80 Reihenhäusern und 40 Wohnungen im Gebiet Steinberg II (hier erhält die Stadt zudem eine Infrastrukturabgabe von 700 000 Euro), die neue Seniorenwohnanlage im gleichen Stadtteil und der Bau des Wohn- und Geschäftshauses „Neue Mitte“, das noch heuer bezogen werden soll. Das Erdgeschoss hat die Stadt Röthenbach gekauft, hier wird ein Gastronomiebetrieb einziehen und hier entsteht ein Saal für Veranstaltungen mit bis zu 140 Besuchern.

Aber auch die Stadt Röthenbach selbst investiere aktuell sehr viel, so Hacker, und dies obwohl Röthenbach mit dem Geld haushalten und sich vor allem auf Kernaufgaben beschränken muss. Insbesondere auch um steigenden Ausgaben im Sozialbereich zu kompensieren. Erfreulich sei in diesem Zusammenhang, so merkte Hacker nicht ohne Stolz an, dass die freiwilligen Leistungen für Vereine beibehalten werden konnten. Zurück zu den städtischen Investitionen: Geplant sind im Steinberg eine fünfgruppige Kindertagesstätte und ein neuer großer Parkplatz für die Stadthalle.

In Sachen Bildung steht die Sanierung der GSG-Mittelschule im Mittelpunkt, aus ihr will Hacker ein Vorzeigeobjekt machen, auch wenn dies den Haushalt auf Jahre hinaus belasten werde. Hinzu komme nun die Sanierung der Seespitz-Grundschule für rund neun Millionen Euro und im Anschluss die Sanierung der Forstersbergschule.Vor dem Hintergrund der Barrierefreiheit müsse der Umbau der Ratstuben in ein Bürgerbüro und das Kulturamt gesehen werden, sagte Hacker. „Weil Menschen mit Handikap den gleichen Eingang benutzen sollen wie nicht behinderte Menschen.“

Und schließlich noch eine Nachricht in Sachen Kultur: Die Stadt Röthenbach will sich mit der sanierten Conradty-Werkssiedlung über die Stadt Nürnberg an der Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas bewerben. „Ich erwarte mir hier einen Imagegewinn für unsere Stadt“, so Hacker.

Kampf gegen rechts

Und trotzdem sei in der Stadt und im Land nicht alles gut. Vor allem zunehmender Nationalismus, offener Rechtsextremismus und Kleinstaaterei sowie der Einzug der AfD in den Bundestag bereiten dem FW-Bürgermeister Kopfschmerzen. „Hier sind wir alle Verlierer“, sagte Hacker und meinte die Tatsache, dass die AfD bei der Bundestagswahl auch in Röthenbach auf zwölf Prozent der Stimmen gekommen ist. Hier nun seien wieder die Kommunen gefragt, um eine sichere Basis zu bilden gegen zunehmende populistische Bewegungen. Er, Hacker, jedenfalls „werde in Röthenbach und darüber hinaus, jegliche Form von Gewalt, Rassismus, Menschenfeindlichkeit und nationalsozialistische Gedankengut nicht dulden. Röthenbach ist offen, demokratisch tolerant und bunt.“

Musikalisch umrahmt wurde der Stadtempfang Röthenbach 2018 von Sängerinnnen der Bigband des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, die dieses Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiert. Natürlich wurden beim Empfang im Rathaus auch wieder die besten Sportler der Stadt ausgezeichnetund mindesten genau so wichtig wie der offizielle Teil waren auch dieses Jahr wieder die Begegnungen und die Gespräche der Gäste untereinander.

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