Kanutouren auf der Pegnitz

Zu viele Paddler?

Wie auf einer Autobahn: Die Pegnitz ist an schönen Wochenenden von Kanufahrern bevölkert. Foto: HZ-Archiv2015/08/kanu1.jpg

ARTELSHOFEN – Eva S. kennt den Pegnitzverlauf zwischen Lungsdorf und Artelshofen sehr gut. Die Hundehalterin trifft sich regelmäßig mit anderen Gassi-Gehern, um die Vierbeiner am Ufer des Flusses laufen zu lassen. Die Spaziergänge dokumentiert Eva S. oft mit dem Fotoapparat und schießt auch das ein oder andere Foto vom Fluss. Besonders, wenn dort im Juli und August der Wasserhahnenfuß blüht – besser: blühen sollte. Heuer war nichts zu sehen von den weißgrünen Teppichen auf der Wasseroberfläche. Daran sind zum einen wohl die Trockenheit und der niedrige Wasserstand Schuld. Zum anderen tun die Kanufahrer ihr Übriges, vermutet Eva S..

Sie hat sich deshalb schon an den Landschaftspflegeverein Nürnberger Land e.V. gewandt. Die HZ hat am Landratsamt nachgefragt. Peter Gronau ist der Sachgebietsleiter Umweltamt. „Für die Pegnitz gilt der Gemeingebrauch, sprich: Jeder darf paddeln. Allerdings ist der Gemeingebrauch durch die Kanuverordnung bereits eingeschränkt“, erklärt er. Es steht beispielsweise in der Verordnung, dass nur in der Flussmitte gepaddelt werden darf oder nur mit dem Strom und auch die Bootsgröße ist reglementiert.

Jedoch, wer am warmen Sonntag an der Pegnitz entlang ging, sah diese Bilder: fröhliche Anfänger-Kanuten, die weit ab der Mitte im Flussbett aufsetzten, an Steinen entlangschrammten, sich mit dem Paddel am Ufer abstießen. „Das“, so Gronau, „wollen wir natürlich nicht haben. Wenn es massive Schädigungen geben sollte, müssten wir uns verstärkt Gedanken machen, das zu kontrollieren.“

Auch die auf der Internetseite des Landratsamtes ausgesprochen Bitte, bei diesem Niedrigwasser erst ab Artelshofen flussabwärts die Kanus zu Wasser zu lassen, scheint nicht jeder vernommen zu haben: Weit hinter Artelshofen war das Schlagen der Paddel zu hören, waren Boote unterwegs.

„Wir haben da an die Vernunft appelliert, die Aufforderung, erst ab Artelshofen zu fahren, ist auf freiwilliger Basis“, so Gronau. „Wenn wir feststellen, dass sich die Leute nicht daran halten, müssen wir über Anordnungen nachdenken, dass das Kanufahren dort bei diesem Wasserstand verboten wird.“

Einer, der sich daran hält, ist „Toms Kanuverleih“. „Wir starten derzeit nur von Artelshofen. Sicher haben wir dadurch leichte Einbußen, pro Kanu verlangen wir 15 Euro weniger – und einige Kunden sagen ab, da sich die kürzere Strecke für sie nicht lohnt. Aber: Der Sommer ist bis jetzt toll verlaufen, da können wir schon mit den Einbußen leben, wenn wir dadurch die Pegnitz schonen.“ Aber er weist darauf hin, dass es derzeit noch kein Fahrverbot gibt. „Und wenn man Kanu fahren kann, dann kann man auch jetzt noch locker durchfahren, wenn man die Augen offenhält.“

Plastik auf Stein
Jedoch: Das Geräusch, wenn Plastik auf Stein entlang schrammt, begleitet die Spaziergänger am Ufer. „Das liegt auch daran, dass so viel los ist – auch deshalb haben wir uns gesagt: Wir entlasten den Fluss. Wie gesagt: Bei diesem Sommer kann man die Umsatzeinbuße schon verkraften.“

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