Laura Hentsch engagiert sich für Flüchtlinge

Laura Hentsch sitzt schon auf gepackten Koffern, mit dem Arabisch-Lernbuch in der Hand. | Foto: privat2019/09/Laura.jpeg

HERSBRUCKER SCHWEIZ – Endlich Ferien. Endlich Zeit für sich selbst, für die Familie, für Freunde. Auch wir in der HZ-Redaktion nehmen uns jetzt immer mal wieder eine kleine Auszeit und tun das, was wir am liebsten machen: mit Leuten ins Gespräch kommen und uns ihre Geschichte erzählen lassen. Heute: 30 Minuten mit Laura Hentsch (21 Jahre) aus Eschenbach, die im September für ein Jahr nach Jordanien geht.

Jordanien? Warum ausgerechnet dieses Land?
Laura Hentsch: Ich engagiere mich seit Jahren in der Flüchtlingshilfe und war auch Hauspatin in einer Asylbewerberunterkunft in Hersbruck. Dort bin ich in Kontakt mit der arabischen Kultur gekommen, die mich sehr fasziniert. Im Moment bin ich dabei, arabisch zu lernen. Einige Flüchtlinge, die ich durch meine ehrenamtliche kennengelernt habe, helfen mir dabei. Da sind mittlerweile richtig gute Freundschaften entstanden.

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Sie haben sich jahrelang neben Schule und Ausbildung in der Flüchtlingshilfe engagiert. Wie sehr hat Sie das verändert?
Der Kontakt zu den Flüchtlingen hat mein Blickfeld total erweitert. Ich meine, keiner flieht freiwillig aus seiner Heimat und lässt alles zurück. Viele Schicksale haben mich sehr berührt. Und wenn ich dann die Diskussion höre „Kopftuch – ja oder nein“, denke ich, dass jeder doch das Recht haben sollte, ein Kopftuch zu tragen, wenn er es möchte. Die Menschen haben auf ihrer Flucht so viel verloren. Das einzige, was sie mitnehmen konnten, ist ihre Kultur. Durch den Kontakt zu den Flüchtlingen weiß ich es erst richtig zu schätzen, dass wir hier in Frieden leben können.

Knie bedecken

Wenn Sie in Jordanien sind, werden Sie sich an manche Gepflogenheiten des Landes halten müssen.
Richtig. Ich reise ja über den Internationalen Jugendfreiwilligendienst nach Jordanien und da hatten wir im Vorfeld bereits ein Vorbereitungsseminar in Berlin. In dem wurde uns zum Beispiel empfohlen, dass unsere Kleidung Schultern und Knie bedecken sollte.

Sie sind Erzieherin. Was werden Ihre Aufgaben in Jordanien sein?
Ich werde beim Princess Taghrid Institute arbeiten. Das ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich für benachteiligte junge Frauen einsetzt. Zuerst werde ich in Amman sein, dann in Jerasch.

Wie sehen Ihre Pläne nach Ihrer Rückkehr 2020 aus? Wollen Sie wieder als Erzieherin arbeiten?
Ich würde gerne soziale Arbeit und Pädagogik studieren und danach am liebsten in der Asyl- und Migrationsberatung arbeiten. Mir macht gerade diese Mischung aus bürokratischen Aufgaben und Kontakt mit Menschen unglaublich viel Spaß.

N-Land Katja Bub
Katja Bub