Verkehrsstatistik der PI Altdorf

Zu nah, zu schnell, nicht aufgepasst

Deutlich gestiegen im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss. In Diepersdorf hat etwa vergangenen September ein 59-Jähriger mit über einem Promille Alkohol im Blut seinen Wagen zu Schrott gefahren | Foto: Feuerwehr Diepersdorf/Archiv2020/05/Diepersdorf-Unfall-Archiv.jpg

NÜRNBERGER LAND. Weniger Unfälle mit Kindern, dafür mehr Verletzte und drei Tote: Altdorfer Polizei präsentiert die durchwachsene Verkehrsstatistik des vergangenen Jahres. Ursache für die meisten Crashs ist mangelnder Abstand.

Im vergangenen Jahr haben sich in Altdorf, Feucht, Burgthann, Schwarzenbruck, Winkelhaid und Offenhausen 1284 Unfälle ereignet, fast 10 Prozent mehr als im Jahr davor. Das geht aus der aktuellen Verkehrsstatistik der Polizeiinspektion Altdorf hervor. „Diese auf den ersten Blick recht hoch erscheinende Zahl kommt jedoch dadurch zustande, dass das Jahr 2018 ein überdurchschnittlich ruhiges Jahr war“, erklärt der Stellvertretende Polizeichef Matthias Link. Aussagekräftiger sei ein Zehnjahresvergleich. Hier seien die Zahlen stabil beziehungsweise befänden sich insgesamt sogar im leichten Abwärtstrend.

Aus der Statistik sticht besonders die Zahl der Todesopfer heraus: Drei Menschen sind im vergangenen Jahr auf den Straßen im Einzugsgebiet der PI ums Leben gekommen. Im September stürzte ein 82-jähriger Pedelec-Fahrer im Bereich Brückkanal auf den Kopf und verstarb einige Tage später im Krankenhaus. Im gleichen Monat kollidierte ein 41-jähriger Autofahrer zwischen Burgthann und Schwarzenbach mit einem Wildschwein, kam von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Der 33-jährige Beifahrer wurde dabei sofort getötet, der Fahrer schwer verletzt.

Das dritte Todesopfer war eine 81-jährige Fahrerin. Sie kam nahe Offenhausen auf die Gegenfahrbahn und prallte frontal in einen Kleintransporter und verstarb am Unfallort. Der Unfallgegner wurde schwer verletzt. Insgesamt haben 190 Menschen 2019 bei 152 Unfällen im Bereich der PI Altdorf Verletzungen davongetragen. Das ist ein Anstieg von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gut drei Viertel davon wurden jedoch nur leicht verletzt.

Nicht genug Abstand

Zu den allermeisten Unfällen kam es, weil die Beteiligten nicht genügend Abstand von einander gehalten haben. Erst an fünfter Stelle der Statistik taucht Geschwindigkeit als Unfallursache auf: Nur ein einziger Fall hatte dabei tatsächlich Raserei zur Ursache, die anderen kamen zustande, weil die Fahrer ihre Geschwindigkeit nicht an die witterungsbedingt schlechten Straßenverhältnisse angepasst hatten. Unter Drogen standen zwei Unfallverursacher, ebenso viele wie im vorhergehenden Jahr. Bei 26 Fällen war Alkohol mit im Spiel. Das sind zehn mehr als noch 2018.

Mehr Wildunfälle

Ebenfalls angestiegen ist die Zahl der Wildunfälle. Die meisten davon ereigneten sich mit querenden Rehen und Wildschweinen. „Auch hier ist auf eine angepasste Geschwindigkeit zu achten“, sagt Link und empfiehlt die angegebene Maximalgeschwindigkeit besonders in der Morgen- und Abenddämmerung nicht auszureizen. „Ganz gefeit ist man sicher nie, da geht es ja teilweise um Sekundenbruchteile. Aber man kann das Gefahrenrisiko doch etwas minimieren, wenn man sich entsprechend verhält.“

Eine erfreuliche Nachricht gibt es auch in der Statistik: Unfälle mit Kindern haben sich um mehr als die Hälfte reduziert. Sie sind von 13 im Vorjahr auf sechs im Jahr 2019 gesunken. Bei einem davon ist ein Schüler auf dem Weg zur Schule leicht verletzt worden. Das ist die niedrigste Zahl seit fünf Jahren.


Ebenfalls gesunken ist die Zahl der Crashs, an denen Radfahrer beteiligt waren: 2018 waren Radler in 60 Unfälle involviert, 2019 nur noch in 47. Gestiegen ist hingegen die Zahl der verunfallten Motorradfahrer, von 16 auf 25. Auch waren im vergangenen Jahr mit 67 Lastwagen 19 Lkws mehr in Unfälle verwickelt, als im Jahr davor. Über die Hälfte der Fahrer beging Unfallflucht.

Die Polizei gab diesbezüglich jedoch zu bedenken, dass es beim Fahren eines Lastwagens leichter passieren kann, kleinere Unfälle nicht zu bemerken. Daher der hohe Prozentsatz. Insgesamt flüchteten 20 Prozent der Unfallverursacher vom Ort des Geschehens. Die Polizei klärte knapp 42 Prozent der Fälle auf. Damit liegt die Quote sieben Prozent über der des Vorjahres.

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