Halloween-Streich: Scheune in Brand gesteckt

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LAUF/HEUCHLING (fi) — Schlimmes Ende eines dummen Halloween-Streiches am Sonntagabend im Laufer Ortsteil Heuchling: Eine alte Scheune mitten im Ort ging gegen 20.30 Uhr in Flammen auf, nachdem Jugendliche einen Feuerwerkskörper in ein offenes Fenster geworfen hatten.

Mehrere Feuerwehren brachten den Brand unter Kontrolle und konnten ein Übergreifen der Flammen auf das angebaute Wohnhaus verhindern. Immerhin, als die Jugendlichen bemerkten, was sie angerichtet hatten, alarmierten sie selbst die Feuerwehr. Der Missetäter, ein 14-jähriger Jugendlicher, stellte sich der Polizei. Fazit des Streiches: zwei Verletzte und mindestens 50.000 Euro Sachschaden.

Feuerwehrfrau wurde verletzt

Glück im Unglück, das gesamte Anwesen des Schlossbauernhofes, im Ort bekannt als das Heuchlinger „Schlössla“, in der Neunkirchener Straße war schon seit längerer Zeit unbewohnt. Die Scheune allerdings war bis unters Dach mit Gerümpel vollgestopft. Bei den Löscharbeiten erlitt eine Laufer Feuerwehrfrau eine Gehirnerschütterung, als ihr ein Ast auf den Kopf fiel. Ein Jugendlicher aus der Halloween-Gruppe zog sich außerdem eine Rauchvergiftung zu.

Schnell waren nach der Alarmierung die Feuerwehren Heuchling und Lauf vor Ort. „Wir haben unsere ganze aktive Wehr mit über 40 Männern und Frauen im Einsatz“, berichtete der junge Kommandant Frank Kellner. Vor Ort waren auch Kreisbrandrat Thiel und Kreisbrandinspektor Geißler.

Mit der Drehleiter angerückt

Vom Teich hinter dem Anwesen und aus Hydranten wurden die Strahlrohre mit Wasser versorgt. Nachdem auch die Feuerwehren aus Schönberg, Neunkirchen und Ottensoos noch alarmiert waren, bekämpften die Feuerwehrleute den Brand aus rund einem Dutzend Rohre vom Boden aus, während die Laufer Feuerwehr schließlich von der Drehleiter aus Wasser ins Dach spritzte.

Dabei gelang es, den Brand erst wirklich unter Kontrolle zu bringen, als an verschiedenen Stelle das Dach des alten Stalles geöffnet worden war, um das Wasser direkt in das brennende Innere des Hauses pumpen zu können. Mit Löschschaum hatte man zu diesem Zeitpunkt bereits das gesamte mit Gerümpel und Reifen angefüllte Erdgeschoss zugedeckt, um dem Feuer hier die Nahrung zu entziehen.

Geklärt werden konnte auch die Ursache des Feuers: ein Feuerwerkskörper. Ein oder zwei Jugendliche aus einer Gruppe von jungen Leuten, die in der Halloween-Nacht durch die Gassen zogen und auf dem Weg zum McDonald s-Restaurant waren, wie einer der Burschen erzählt, haben einen sogenannten Kreisel in das offene Fenster der Scheune geworfen. Als sie merkten, dass der Feuerwerkskörper tatsächlich im Inneren weiterbrannte, rannte ein Teil der Gruppe davon. Andere, darunter der Übeltäter selbst, blieben am Unglücksort und riefen die Feuerwehr, als sie merkten, dass sie selbst nichts mehr machen konnten.

Über eine Stunde dauerte der Einsatz der insgesamt rund 100 Feuerwehrleute. Die Heuchlinger Wehr war noch länger im Dienst: um die Straße wieder von herabgefallenen Dachziegeln zu säubern und um die Nacht über Wache zu halten. Vor Ort war auch ein Großaufgebot von Rettungskräften von BRK und ASB mit mehreren Rettungswagen und einem Notarzt.

Ermittlungen laufen

Gegen den 14-jährigen Schüler, der zumindest noch Polizei und Feuerwehr alarmierte, wurden Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung eingeleitet.

1966, so erzählen alte Heuchlinger, hat das gleiche Gebäude des Schloss-Bauern schon einmal gebrannt. Damals standen in dem Stall noch Kühe, die von den Feuerwehrleuten aus Lauf und Heuchling aber gerettet werden konnten.

Mehr Bilder im Internet unter www.n-land.de

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