Sinkende Zahl an Asylbewerbern

Neun Asylbewerberunterkünfte schließen in diesem Jahr im Landkreis

Die Asylbewerberunterkunft in der ehemaligen Altenpflegeschule in Neunkirchen ist eine von vier im Nürnberger Land, die in diesem Jahr bereits offiziell geschlossen wurden.
Die Asylbewerberunterkunft in der ehemaligen Altenpflegeschule in Neunkirchen ist eine von vier im Nürnberger Land, die in diesem Jahr bereits offiziell geschlossen wurden. | Foto: Peter Friedewald2026/05/Asylunterkunft_Neunkirchen_unkenntlich_2.jpg

NÜRNBERGER LAND – „Die Asylantragszahlen in Deutschland sind seit 2024 wieder kontinuierlich rückläufig.“ Das sagt Johanna Nürnberger, Pressesprecherin des Landratsamts Nürnberger Land. Diese Entwicklung lasse sich auch in Bayern und im Landkreis beobachten.

Im Freistaat kamen im April 572 neue Asylbewerber an, vor einem Jahr waren es noch über 1000. Dem Nürnberger Land sind in den ersten vier Monaten dieses Jahres 85 Menschen zugewiesen worden. Das Landratsamt geht aufgrund von Prognosen davon aus, dass es bis zum Ende des Jahres insgesamt etwa 250 Neuzuweisungen sein werden.

Mit der sinkenden Zahl an Asylbewerbern sinkt auch die Zahl an benötigten Unterkünften. Aktuell gibt es 47 im Landkreis. 40 davon organisiert und verwaltet der Landkreis. Die sieben anderen sind Gemeinschaftsunterkünfte der Regierung von Mittelfranken.

Bis jetzt wurden 2026 laut Johanna Nürnberger vier Einrichtungen dicht gemacht. Zwei in Lauf, eine in Neunkirchen sowie eine in Leinburg. Diese wurden, wie die ehemalige Altenpflegeschule in Neunkirchen, zum Teil schon im vergangenen Jahr geräumt, aber aufgrund laufender Mietverträge erst in diesem Jahr offiziell geschlossen, erklärt Nürnberger.

Weitere fünf Unterkünfte im Landkreis sollen noch in diesem Jahr ebenfalls aufgelöst werden. Dies betrifft Einrichtungen in Winkelhaid, Burgthann, Happurg und zwei in Hersbruck. Die bisherigen Bewohner werden in der Regel in anderen Unterkünften im Landkreis untergebracht.

Im vergangenen Jahr erklärten Nico Böhme und Katja Maier vom Sachgebiet Sozialwesen des Landratsamts, dass auslaufende Mietverträge für Unterkünfte nicht verlängert würden. Dies ist laut Johanna Nürnberger auch der Fall bei den neun, die in diesem Jahr geschlossen wurden oder noch werden.

Zeitgleich soll trotz der sinkenden Zahl an Asylbewerbern in Altdorf, auf dem Gelände der ehemaligen Fachakademie für Sozialpädagogik, eine neue Unterkunft eröffnet werden. Dies begründete Böhme bei einer Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Soziales im Oktober damit, dass das Landratsamt nicht aus bestehenden Verträgen herauskomme. In Altdorf soll in vier Gebäuden Platz für 100 Personen sein. Damit wäre das eine der größeren Unterkünfte im Landkreis. In der Regel, so Johanna Nürnberger, liege die Anzahl der verfügbaren Plätze in einer Unterkunft bei 20 bis 100. Im Normalfall werde jede Unterkunft aber nur bis maximal 80 Prozent belegt.

Viele Folgeanträge

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge veröffentlicht jeden Monat einen Bericht über die aktuellen Zahlen und Entwicklungen. Demnach gingen von Januar bis April über 42.000 Asylanträge in Deutschland ein. Im gesamten Vorjahr lag die Zahl bei etwa 169.000. Auffällig hoch war 2025 die Zahl der Folgeanträge. Einen Folgeantrag kann eine Person stellen, wenn ihr Asylverfahren negativ ausgegangen ist. Im Vergleich zu 2024 wurde eine Steigerung von 161 Prozent verzeichnet. Gleichzeitig sank die Gesamtzahl an Anträgen deutlich. Fast 70.000 weniger waren es 2025 im Vergleich zum Vorjahr.

Wie viele Asylbewerber letztlich im Nürnberger Land unterkommen, wird durch einen Verteilschlüssel festgelegt. Der Standort neuer Asylunterkünfte hängt laut Nürnberger von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören die Einwohnerzahl der jeweiligen Gemeinde, die Verfügbarkeit von Immobilien und die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. „Angestrebt wird eine möglichst gerechte, gleichmäßige Verteilung über den gesamten Landkreis.“

In 23 der 27 Landkreisgemeinden befindet sich aktuell mindestens eine Asylunterkunft. Nur Alfeld, Engelthal, Kirchensittenbach und Offenhausen sind ohne.

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