Lauf, Hersbruck und Altdorf/Feucht planen Zusammenschluss

Neue Raiffeisenbank Nürnberger Land

Die Zentrale der Raiffeisen Spar+ Kreditbank in der Laufer Bahnhofstraße wird der Vorstandssitz der neuen Raiffeisenbank Nürnberger Land. | Foto: Fischer2020/09/raiffeisen-spar-und-kredit-bank-lauf-hoch-1-scaled.jpg

NÜRNBERGER LAND – Die drei fast gleich großen Raiffeisenbanken im Landkreis, Lauf, Hersbruck und Altdorf/Feucht, planen die Fusion. Mit der neuen Genossenschaftsbank, die unter dem Namen Raiffeisenbank Nürnberger Land firmieren soll, würde dann die drittgrößte Genossenschaftsbank in Mittelfranken mit einer Bilanzsumme von rund 1,6 Milliarden Euro entstehen.

Das neue Institut, der Zusammenschluss soll schon im Jahr 2021 vollzogen werden, käme auf ein betreutes Kundenvolumen von 3,5 Milliarden Euro und hätte 70 000 Kunden, 32 000 Mitglieder und 284 Mitarbeiter. Erhalten bleiben sollen dabei die drei dann gleichberechtigten Standorte in Lauf, Hersbruck und Altdorf/Feucht. Eine Schließung von einzelnen Filialen ist im Rahmen der Fusion ebenfalls nicht geplant.

Grünes Licht der Aufsichtsräte

Die einzelnen Aufsichtsräte haben schon grünes Licht für weitere vorbereitende Gespräche gegeben, letztlich soll die Vertreterversammlung noch vor Mitte 2021 über das konkrete Zusammengehen entscheiden, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Darin zeigen sich die aktuellen Vorstände und Aufsichtsräte der einzelnen Kreditinstitute überzeugt davon, „dass die Bündelung der Kräfte die richtige Antwort auf die künftigen Herausforderung ist“.

Im Gespräch mit der Pegnitz-Zeitung betont der Laufer Vorstandsvorsitzende Thomas Geißdörfer vor allem bestehende „langjährige vertrauensvolle Kontakte“ und die schon vorhandenen Gemeinsamkeiten der drei Banken, wie Regionalität und Kundennähe, die Geschäftsfelder und Geschäftspolitik sowie den Kundenstamm. All dieses werde sich auch in der neuen Raiffeisenbank Nürnberg Land wiederfinden. Als Kunde werde man kaum Veränderungen spüren, weil alle Leistungen vor Ort erhalten blieben.

„Drei gesunde Banken“

Wichtig, so Geißdörfer, sei die Fusion von drei gesunden erfolgreichen Banken aus der Position der Stärke heraus. „Wir müssen nicht zusammengehen, um etwa einen Schwachen mitzunehmen, sondern können alle Vorteile der Kostenreduzierung ausnutzen, wenn viele Dinge statt dreimal nur noch einmal gemacht werden müssen. „Gleichzeitig können wir mit noch besseren Beratungsleistungen durch die Spezialisten einer größeren Bankeinheit die heutigen Kundenanforderungen an eine moderne Bank noch besser erfüllen oder schlicht auch technische Innovationen zügig umsetzen“. Als Beispiel nennt Geißdörfer hier ein Kundendialog-Centr (Call-Center), das in kleinerer Form in Hersbruck und Altdorf/Feucht schon vorhanden sei und künftig als große Einheit im Landkreis angesiedelt sein wird. Um gerade auch hier Kundennähe zu demonstrieren, so Geißdörfer.

An wenigen Beispielen erläutert er die Vorteile des Zusammenschlusses. So müsse künftig der zunehmende Aufwand durch Regulierungen, neue Gesetze und Vorschriften (etwa für Geldwäsche oder Kreditvergaben) nur einmal gestemmt werden. Das gleiche gelte für die Digitalisierung oder einfach nur die jährliche Bilanz.

284 Mitarbeiter

Auch für die aktuell 284 Mitarbeiter sehen die Vorstände vor allem Vorteile, weil die regionalen Arbeitsplätze nicht nur erhalten bleiben („es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben“, sagt Geißdörfer), sondern die neue Raiffeisenbank ein noch größerer Arbeitgeber mit attraktiven Entwicklungsperspektiven für alle werde, wie es der Altdorfer Vorstandssprecher Walter Engelhardt formuliert. Geißdörfer kann dem nur zustimmen: „Ich spüre bei uns im Haus seit Ankündigung der Vereinigung eine echte Aufbruchstimmung“.

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Unter den Vorständen der drei Genossenschaftsbanken sei man sich ob der Vereinigung auch einig gewesen, plaudert Geißdörfer aus dem Nähkästchen. Vor allem auch weil alle drei Institute über alle Kennzahlen hinweg fast gleich groß seien. „Man konnte sich deshalb gut auf Augenhöhe begegnen“. Was am Ende auch schon zu ganz konkreten Ergebnissen führte.

Drei Vorstände

So wird der juristische Sitz in Lauf sein. Einfach auch weil es die Kreisstadt sei. Hier sollen dann auch die künftig drei gleichberechtigten Bereichs-Vorstände ihr Domizil haben. Dies sind Thomas Geißdörfer von der Laufer Bank, Swen Heckel aus Hersbruck und Walter Engelhardt von Feucht/Altdorf. Die bisherigen Vorstände Johannes Merkel aus Lauf und Manfred Göhring aus Altdorf scheiden aus Altersgründen aus und Bernd Strauß übernimmt einen anderen Verantwortungsbereich innerhalb der neuen Bank.


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