ZDF-Doku

„Naturschutzfrevel“ im Reichswald?

Die Vorwürfe gegen die Staatsforsten sind nicht neu: Bereits 2014 hängten Unbekannte Totenkopf-Zettel im Reichswald auf, um damit den Harvestereinsatz zu kritisieren. | Foto: PZ-Archiv/Sichelstiel2019/08/harvester-einsatz-schild-kotzenhof.jpg

NÜRNBERGER LAND. Die Laufer Waldaktivistin Claudia Blank geht in einer ZDF-Sendung hart mit den Bayerischen Staatsforsten ins Gericht.

Mit Aktivisten der Umwelt- und Naturschutzorganisation Robin Wood hat die Lauferin Claudia Blank vor dem Forstbetrieb Nürnberg „Flagge gegen die Forstpolitik“ gezeigt. Die Sprecherin und Mitgründerin der Bundesbürger­initiative Waldschutz gab einem ZDF-Team ein Interview. Die Robin-Wood-Aktivisten spannten ein Protestbanner über das Haupttor des Forstbetriebs.

Im Reichswald bei Moosbach demonstrierten Blank und mehrere Mitstreiter den Journalisten außerdem, was sie konkret kritisieren: Zu enge Rückegassen und der Einsatz von Harvestern würden den Wald schädigen. Das sei ein „Naturschutz­frevel“. Laut einer Selbstverpflichtung dürfe der Abstand von Gasse zu Gasse 30 Meter nicht unterschreiten. In der Praxis kämen immer wieder 20 Metern und weniger vor.

Der Reichswald sei ohnehin ein „Musterbeispiel für das Scheitern der bundesdeutschen Forstwirtschaft“, so Blank. Jahr für Jahr würden die Staatsforsten dort zur Brutzeit der Vögel mit schwerem Gerät Holz ernten.

Die Vorwürfe sind nicht neu. Die Staatsforsten haben den Harvester-Einsatz in der Vergangenheit stets verteidigt. Er sei mitunter schonender als andere Methoden, zudem würde jedes Waldstück nur etwa alle zehn Jahre durchforstet. Auf Naturschutzbelange nehme man Rücksicht.

Die ZDF-Sendung wird am Sonntag, 15. September, um 16.30 Uhr in der Reihe „planet.e“ ausgestrahlt.

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel