Verletzte Polizisten nach Corona-Demo

Masken-Kontrolle eskaliert

Ein Video zeigt die Eskalation bei der Demonstration vor einer Woche. Laut Polizeipräsidium wurden dabei drei Beamte verletzt.2021/01/xpo_lauf-scaled.jpg

LAUF — Im Anschluss an eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen ist es am Freitagabend auf dem Laufer Marktplatz zu Auseinandersetzungen zwischen Versammlungsteilnehmern und der Polizei gekommen. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Mittelfranken wurden dabei drei Beamte der Laufer Inspektion verletzt.

Wie zuletzt regelmäßig freitags hatten sich auch gestern rund 40 Demo-Teilnehmer auf dem Oberen Marktplatz zu einem „Lichterzug“ versammelt. Nach dem Ende der Versammlung kontrollierten Polizisten eine 52-jährige Frau, die nach Schilderung eines Polizeisprechers den vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz nicht trug. Die Frau habe sich unkooperativ verhalten, ihr mitgeführtes Attest habe „Zweifel über dessen Richtigkeit“ erweckt.

Etwa 20 Personen hätten sich daraufhin mit der Frau verbündet, sie dazu aufgefordert, sich zu widersetzen, so die Darstellung der Beamten. Ein Video, das am selben Abend in den sozialen Netzwerken kursierte, zeigt vermutlich die kurz darauf folgende Situation: Die eingesetzten Polizisten schieben mehrere der Umstehenden von sich weg, ehe sie ein Mann körperlich angreift. Dabei soll es sich um einen 39-Jährigen handeln.

Fußtritte gegen Polizisten

„Den Polizisten gelang es nur unter erheblichem Kraftaufwand, den renitenten Mann zu überwältigen und ihm Handfesseln anzulegen“, so das Präsidium noch in der Nacht auf Samstag. Der 39-Jährige habe etwa mit seinen Füßen getreten.

Auf dem Video ist auch ein Beamter zu sehen, der einen Schlagstock erhoben hat, um andere Beteiligte auf Abstand zu halten.

Unter anderem Einheiten der Bereitschaftspolizei kamen zur Unterstützung ihrer Kollegen hinzu. Zu diesem Zeitpunkt hätten sich bereits an die 25 Personen gegen die Beamten solidarisiert. Ihre Identität wurde festgestellt.

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Mobiltelefone sichergestellt

Auf Facebook berichtet ein Augenzeuge, er sei „eingekesselt“ worden, man habe ihm das Mobiltelefon abgenommen. Tatsächlich heißt es vom Nürnberger Polizeipräsidium, dass Handys sichergestellt worden seien, „etliche Personen hatten den Polizeieinsatz zuvor mitgefilmt“ – das allein ist allerdings im Grundsatz zulässig.

Der 39-Jährige muss sich wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung verantworten. Auch die 52-jährige Frau erwartet eine Strafanzeige, sie steht im Verdacht, unrichtige Gesundheitszeugnisse benutzt zu haben. Einen 49-jährigen Mann, der einem mehrfach erteiltem Platzverweis nicht nachkam, nahm die Polizei vorübergehend in Gewahrsam. Gegen die Beteiligten wird außerdem wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs ermittelt.


Bei Landfriedensbruch handelt es sich um eine Straftat gegen die öffentliche Ordnung durch gewalttätige Ausschreitungen oder deren Androhung aus einer Menschenmenge heraus.

Einer der drei verletzten Beamten begab sich im Anschluss an den Einsatz zur ärztlichen Behandlung ins Krankenhaus. Er habe seinen Dienst nicht mehr fortsetzen können, so die Polizei. Sie machte keine Angaben dazu, ob auch Demonstranten verletzt wurden.

Den Ereignissen vorausgegangen war in dieser Woche ein „Farbanschlag“ auf ein Schild, das auf die Maskenpflicht am Laufer Marktplatz hinweist.

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