Strenge Auflagen

Querdenker wollen in Lauf demonstrieren

Ein Video zeigt die Eskalation bei der Demonstration auf dem Laufer Marktplatz. Laut Polizeipräsidium wurden dabei drei Beamte verletzt.2021/01/xpo_lauf-scaled.jpg

NÜRNBERGER LAND – Nach der Eskalation vor einer Woche ist heute keine Demonstration von Gegnern der Corona-Maßnahmen auf dem Laufer Marktplatz geplant. Am Sonntag allerdings hat sich der mittelfränkische Ableger der „Querdenken“-Bewegung angekündigt.

Wie Rolf List, Sprecher des Landratsamts Nürnberger Land, mitteilt, gibt es eine Demo-Anmeldung von „Querdenken-911“.

„So wie es aussieht“, so der Sprecher weiter, könne diese Versammlung stattfinden. Es werde allerdings Auflagen geben, unter anderem eine Beschränkung auf maximal 200 Teilnehmer, „und die werden durchgezählt“, so List. Es ist folglich mit einer starken Polizeipräsenz in der Altstadt zu rechnen.

Nach PZ-Informationen gab es Debatten darüber, ob die Demo als Zug durch Lauf stattfinden kann oder ob sie „ortsfest“ sein muss. Laut List soll der Veranstaltungsort nun der Obere Marktplatz sein – dort wo am vergangenen Freitag drei Polizisten verletzt wurden, als es im Anschluss an eine Kundgebung zu Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmern und den Beamten gekommen war. Dabei handelte es sich nicht um eine von der Querdenken-Bewegung angemeldete Versammlung.

„Es herrscht Meinungsfreiheit“

Thomas Lang, der Laufer Bürgermeister, sagt, es wäre ihm „lieber gewesen“, wenn für ein paar Wochen Ruhe eingekehrt wäre, „aber es herrscht Meinungsfreiheit, und natürlich dürfen Leute auch für Positionen demonstrieren, die man nicht teilt“. Es gebe jedoch eine zentrale Vorgabe: „Ich erwarte eine friedliche Meinungsäußerung.“


„Querdenken-911“ war zuletzt Anfang Januar in den Schlagzeilen. Eine in Nürnberg angekündigte Großdemo hatte die Initiative nach einer Gerichtsentscheidung zwar abgesagt, aber auf dem Hauptmarkt versammelten sich trotzdem Gegner der Corona-Maßnahmen. Die Polizei registrierte zahlreiche Verstöße gegen den Infektionsschutz.

Auf Facebook erklärte „Querdenken-911“ in der Nacht auf Freitag, man habe sich „aufgrund des Zwischenfalls in der vergangenen Woche in Lauf“ entschlossen, die Demonstration „genau dort stattfinden zu lassen“. Es gehe darum, „ein klares Zeichen zu setzen“, und zwar „für den Dialog zwischen Bürgern und Bürgern in Uniform“ und gegen „die Instrumentalisierung unserer Polizei durch die Staatsregierung“. Als Redner angekündigt ist unter anderem der bekannte Ulmer „Querdenken“-Aktivist Markus Haintz.

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