Inklusion weiter fördern

Lebenshilfe will sich digital nicht abhängen lassen

Vertieft im Gespräch über die Zukunft der Inklusion: Der neue Werkstattleiter der Moritzberg-Werkstätten, Jürgen Schmitt, mit Lebenshilfe-Urgestein und Frühförderungsleiter, Norbert Hanke. | Foto: Lebenshilfe2022/06/a467108528i0014_max1024x.jpeg

NÜRNBERGER LAND – Die Führungskräfte der 24 Einrichtungen der Lebenshilfe im Nürnberger Land trafen sich zur Klausur mit Vorständen und der Geschäftsleitung. Dabei stand neben Personalproblemen auch das Thema Digitalisierung auf der Tagesordnung.

Die dreitägige Tagung im kleinen Örtchen in Zandt war trotz der Idylle des Bayerischen Waldes keine Gelegenheit für Erholung, sondern ein Termin für Austausch, Verbesserungen und Planung. „Denn auch in diesen Zeiten dürfen die Schwächsten der Gesellschaft nicht in Vergessenheit geraten. Die Flagge der Inklusion soll hochgehalten werden„, schreibt die Lebenshilfe in einer Mitteilung. Wegen der Pandemie und Absage fast aller öffentlicher Veranstaltung habe man nur wenige Möglichkeiten gehabt, sich neuen Unterstützern, oder neuen Freunden vorzustellen.

Von der Vision zur Mission

Zwar habe man die Pandemie mit hohem Personaleinsatz und Engagement für die Betreuten gut überstanden, dennoch hoffe man aber auf mehr Bewerber im Bereich der Pflege und mehr ehrenamtliche Helferinnen und Helfer„, so Einrichtungsleiterin des Wohnheims am Haberloh, Hanne Hauck. Sie mahnt damit auch die Politik zur Aufwertung pflegender und pädagogischer Berufe in der Region.

Digital Schritt halten

Jürgen Schmitt, Leiter der Moritzberg-Werkstätten in Schönberg, steht vor ganz ähnlichen Herausforderungen: „Die Folgen der Digitalisierung und Automatisierung hängen unsere Mitarbeiter ab, wenn wir nicht Schritt halten.“ Insofern ist es für die Lebenshilfe wichtig, auf Firmen wie EuWe Eugen Wexler, ABL und MAN Truck & Bus zählen zu können. Den Menschen mit Behinderung erlauben diese Kooperationen Schritt zu halten, wie es in der freien Wirtschaft anders nicht möglich wäre – inklusive Grundsicherung, Wohnmöglichkeit und Selbstverwirklichung bis ins Rentenalter.

Früh fördern

Norbert Hanke, seit über 40 Jahren Leiter der Interdisziplinären Frühförderung, sieht hingegen dank der in Hersbruck eröffneten Außenstelle und der immer weiter ausgebauten Kooperation mit dem Reittherapiezentrum in Schönberg guten Zeiten entgegen. Der Blick auf junge, von Behinderung bedrohten Menschen wurde in den vergangenen Jahren geschärft.

Dank gilt auch denen, die die Lebenshilfe unterstützen, wie den Trägern des Landkreises, der mittelfränkischen Regierung, Aktion Mensch und institutionellen und privaten Unterstützern, wie die Stiftung Nürnberger Versicherung, die Sparkasse Nürnberg oder der Starfriseur Marcel Schneider.

Lokomotive der Digitalisierung

Unsere Mitarbeiter, ob mit oder ohne Behinderung, sollen auf der Lokomotive der Digitalisierung vorne mit dabei sein, statt abgehängt am Gleis stehenzubleiben“, sagt Lebenshilfe-Vorstand Gerhard John. Von der Verantwortung im Internet, der Nutzung von sozialen Medien, oder der Teilnahme an Videokonferenzen – das digitale Wissen und Können sind elementare Bausteine, wenn es darum geht, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Deshalb bietet die Lebenshilfe Kurse und Fortbildungen in einfacher Sprache an.

Bei der Verwendung von Unterhaltungsmedien wie TikTok, Instagram oder beim E-Gaming können die Betreuer noch viel von ihren Schützlingen lernen.

Die Lebenshilfe Nürnberger Land darf sich nicht ausruhen: Nachhaltige Ziele werden trotz knapper werdender Mittel weiterhin verfolgt, neue Mitarbeiter herzlich willkommen geheißen und gefördert, langjährige Kooperationen in die Zukunft getragen. Als Fachverband und Sozialunternehmen will die Lebenshilfe auch in der Region ein Anker für die Schwächeren der Gesellschaft sein.

Quelle: Lebenshilfe

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