Über Sanierung informiert

2008/05/Altstadtfreunde-Gruensberg1.jpg

GRÜNSBERG – Mitglieder des Partnerschaftsvereins und der Altdorfer Altstadtfreunde feierten im Innenhof der Burg Grünsberg ein gemütliches kleines Fest. Während beim letzten derartigen Gemeinschaftsereignis die Mitglieder des Partnerschaftsvereins die Bewirtung übernommen hatten, waren dieses Mal die Altstadtfreunde arbeitsmäßig aktiv. Wolfgang Rösch hatte als 2. Vorsitzender beider Vereine die Aufgabe des Grillmeisters übernommen.

Die Stromer’sche Kulturgut-, Denkmal- und Naturstiftung wurde 1999 gegründet, um den kulturgeschichtlich wertvollen Besitz der Familie Stromer auf Schloss Grünsberg komplett zu erhalten und zu erweitern. Der Besitz besteht aus der Burg samt Ländereien, Kunstschätzen und vielfältigen Objekten von historischer und wissenschaftlicher Bedeutung. Daher obliegt der Stiftung Erhalt und Pflege der Gebäude und ihres Bestandes, deren kulturwissenschaftliche Zugänglichmachung und Auswertung sowie Schutz und Pflege von zugehörigem Forst und Ackerland.

Gemäß dem Wahlspruch des Wappens der Familie Stromer „dum spiro, spero“ (Solange ich atme, hoffe ich) setzt sich die heutige Generation in ehrenamtlicher Arbeit dafür ein, den Besitz zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Rotraud von Stromer-Baumbauer, die Vorsitzende des Stiftungsrates, unterrichtete die Besucher ausführlich über den Fortgang der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen, die allesamt eng mit der Denkmalbehörde abgestimmt werden. Eine Generalsanierung der gesamten Anlage war dringend notwendig und wurde 1993 beschlossen. Da Grünsberg ein Denkmal von europäischem Wert ist und das UN-Kulturgutzeichen trägt, unterliegt es der höchsten vorstellbaren Stufe von Denkmalschutz überhaupt.

Noch zu Lebzeiten des letzten Besitzers, Prof. Dr. Wolfgang Freiherr Stromer von Reichenbach, wurde die Generalsanierung der gesamten Anlage begonnen. Hierbei ging es vor allem um die statische Sicherung des besonders bedeutenden musealen Komplexes des Palas, des Hauptgebäudes. Durch die wiederholten Kriegsschäden und Umbauten war er massiv einsturzgefährdet.
Der nahezu völlig von Hornissen aufgefressene Glockenturm ist bereits fast vollständig fertig, die Glocke kann man wieder läuten, was seit 35 Jahren wegen der Gefahr des Einstürzens des Glockenturms nicht mehr möglich war. Die geologischen Untersuchungen des Untergrunds haben ergeben, dass die Burg zwar auf einem Felssporn erbaut worden war, dass der aber im Laufe der Jahrhunderte zu einem reinen Sandhügel zerfallen ist.

Die Generalsanierung, so hofft man, kann im Jahre 2008 zu Ende gebracht werden und die Stiftung hat dann nur noch die „normale Pflege“ und den „normalen Bauunterhalt“ zu leisten.

Alle Besucher ließen sich durch die Räume des Schlosses, den bereits sanierten Wehrgang und den Südbau führen. Dabei wurde deutlich, wie sensibel und vorsichtig vorgegangen werden muss. Der Großteil der Räume ist noch möbliert und wird genutzt. Vor allem die Sanierung der uralten und dadurch gefährlichen Elektroinstallation macht viel Arbeit. Es bietet sich aber auch die Chance, manches optisch verträglicher zu lösen. Stolz ist Rotraud von Stromer-Baumbauer darauf, dass es gelungen ist, Platz für ein modernes Bad zu finden.

Während der Führungen vermittelte sie auch die Geschichte der Anlage, informierte über die Patrizierfamilie Paumgartner und ihre eigenen Vorfahren. Die Besucher sahen beim Rundgang, dass wesentliche Dinge wie die Neueindeckung der Dächer und die Sanierung des Mauerwerks weitgehend abgeschlossen sind. Sie konnten aber auch nachvollziehen, wie umfangreich vor allem die Innensanierung der Burg noch sein wird.

Der Erlös aus der Bewirtung an diesem Nachmittag geht an das Kuratorium der Burg für die weitere Sanierung. Da ein Sponsor zur Sanierung der Turmuhr einen größeren Betrag in Aussicht gestellt hat, stockten die Altstadtfreunde nach einem Schnellbeschluss vor Ort die Bewirtungsmittel auf 1500 Euro auf, so dass die Sanierung der schönen Turmuhr nun in Angriff genommen werden kann. Rotraud von Stromer-Baumbauer bedankte sich für die Spende und betonte, dass Partnerschaftsverein und Altstadtfreunde jederzeit gern gesehene Gäste in der Burg Grünsberg seien.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren