Unterkunft in der Kupfergartenstraße

Obdachlose sorgen in Lauf für Unfrieden

Wegen mehrerer Vorfälle in einer Obdachlosenunterkunft in der Laufer Kupfergartenstraße musste schon öfter die Polizei anrücken. | Foto: Buchner-Freiberger2021/07/obdachlosenunterkunft-kupfergartenstrasse-lauf.jpg

LAUF – Polizeieinsätze, Geschrei frühmorgens und ein Bewohner, der mit einem Messer herumläuft: Anwohner in der Kupfergarten- und der Wetzendorfer Straße in Lauf sind massiv beunruhigt über die Vorkommnisse in der dortigen Obdachlosenunterkunft.

Ende letzten Jahres hatte die Stadt ihre bisherigen Obdachlosenunterkünfte am Zeltnerplatz beziehungsweise in der Schmalzbergstraße aufgelöst und für die Bewohner ein neues, gemeinsames Domizil in der Kupfergartenstraße angemietet (die PZ berichtete).

Das Wohnhaus hatte zuvor mehrere Jahre als Flüchtlingsheim gedient. „Mit den Asylbewerbern gab es eigentlich nie Probleme“, berichtet ein Nachbar. Und wenn doch, waren auf einem Schild am Haus die Telefonnummern des zuständigen Sicherheits- beziehungsweise Hausmeisterdienstes ausgewiesen. „Die haben sich dann gekümmert.“

Die Situation veränderte sich

Seitdem allerdings die etwa acht Obdachlosen eingezogen sind, habe sich die Situation verändert. Vor allem ein offenbar geistig verwirrter Bewohner versetzt die Nachbarschaft in Angst und Schrecken. Negativer Höhepunkt war, dass er mit einem Messer auf Bäume einstach und dabei Passanten anschrie. Auch Kinder habe er mehrfach auf dem Schulweg angepöbelt, „seitdem trauen die sich nicht mehr am Haus vorbeilaufen“, erzählt ein anderer Nachbar. Manche benutzen aus Angst die angrenzende Bushaltestelle in der Albertistraße nicht mehr.

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Vor allem jetzt im Sommer habe sich die Situation wegen der geöffneten Fenster verschlimmert, sagen die Anwohner. Lautes, stundenlanges Gebrüll ab morgens um 5.30 Uhr, eine weibliche Bewohnerin, die zweimal schreiend vom Krankenwagen abgeholt werden musste, oder einfach „nur“ unschöne und nicht gerade für Kinder­ohren geeignete Wortgefechte aus dem Nachbarhaus.

Polizei kam vier Mal

Zwar gebe es auch „ruhige“ Tage, doch an einem Wochenende sei die Polizei viermal angerückt. Auch Mängel am Haus, wie zum Beispiel ein kaputter Zaun, der eine Woche lang umgestürzt da lag, würden nicht behoben.

„Wir verstehen ja, dass diese Menschen irgendwo untergebracht werden müssen, aber es muss sich regelmäßig jemand kümmern“, fordern die Anwohner. Man könne die Bewohner nicht auf solch engem Raum sich selbst überlassen. Außerdem kritisieren sie, dass es für sie keinen Ansprechpartner bei Problemen gibt. „Man hat uns gesagt, wir sollen eben die Polizei rufen.“ Ihnen geht es vor allem um ihre Kinder.


Streetworker vor Ort

Bürgermeister Thomas Lang hat großes Verständnis für die Sorgen der Anwohner, die derzeitige Situation an der Unterkunft sei nicht hinnehmbar. Nicht gelten lassen will er jedoch den Vorwurf, dass sich die Stadt nicht kümmere. Der Streetworker sei regelmäßig vor Ort, außerdem Mitarbeiter des Ordnungsamtes, deren Aufgabe das gar nicht sei.

Im Falle des Bewohners, der mit dem Messer gesichtet wurde und auch schon nackt auf der Straße lag, habe die Stadt Lauf rechtliche Schritte unternommen, die aber nicht zum Erfolg führten. Welche konkret, darf die Stadt aus Datenschutzgründen nicht sagen, allerdings sagt Thomas Lang: „Ich bin entsetzt, wie wenig Möglichkeiten es hier gibt.“

Jetzt plant die Stadt die Einsetzung eines Sicherheitsdienstes. Auch eine Verlagerung der Einrichtung stehe zur Debatte, allerdings könne das mangels Standortalternativen zumindest kurzfristig nicht umgesetzt werden.

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