St. Johannis hat neue Kirchglocken

Neue Klänge in Neunhof

Das neue Neunhofer Glockentrio in der neuen Holzaufhängung im Turm der Johanneskirche zum ersten Mal in voller Aktion. | Foto: Decombe2021/05/glocken-kirchenglocken-neu-neunhof-foto-decombe_0002.jpg

Neunhof – In Neunhof läuten wieder die Kirchenglocken. Zwei Tage für den Abbau der alten Eisenhartgussglocken aus 1922 und des Glockenstuhls aus Stahl sowie drei Tage für den Einbau des neuen Glockenstuhls aus Eichenholz, der neuen Bronzeglocken aus 2020 und der historischen Glocke aus 1797 waren nötig, damit die Neunhofer St.-Johanniskirche wieder klangvoll läuten kann.


Zuerst mussten die altgedienten Eisenglocken mit Zubehör aus und die neuen Bronzeglocken und diverse Teile wie Glockenjoche und Klöppel in den Kirchturm gebracht werden. Dafür war ein Autokran aus Allersberg sechs Stunden im Einsatz. Für den Durchlass der größeren Glocken wurde schon im Vorfeld ein Fenster des Kirchturmes erweitert.


Glockenstuhl aus Holz


Zu Beginn der Arbeiten mussten die Unebenheiten des Betonbodens beim Einbau des neuen Eichenholzglockenstuhls mit Unterlegung von Korkplatten unterschiedlicher Stärken ausgeglichen werden. Nach einem alten Vorbild ohne Schrauben ließen sich die CNC gefrästen, 20 cm dicken Eichenbalken dann zügig von den Zimmerleuten der Firma Müller aus Thalheim (Sachsen) ineinanderstecken und um die Glocken montieren.


Nach Fertigstellung des Glockenstuhls machten sich, wie bereits beim Abbau, Uwe Nothnagel und Kevin Libs von der Firma Willing aus Thüringen weiter mit der Endmontage ans Werk. Dazu gehörte das präzise Einpassen der Eichenholzjoche mit schon eingebauter Achse in die Glockenkrone und das Einsetzen des Ganzen in die speziellen Kugellager.


Dann wurden die geschmiedeten Klöppel punktgenau eingesetzt sowie die Kettenräder mit Sensoren, Antriebsmotoren, elektrischer Steuerung mit der Kirchenuhr und dem Funksystem verbunden. Während die Eichenholzjoche bei den neuen Glocken im 90-Grad-Winkel eingepasst wurden, musste bei der historischen Glocke eine 30-Grad-Drehung vorgenommen werden, damit der neue Klöppel versetzt zu dem alten anschlägt. Ebenso das Befestigen des Joches und des Klöppels musste hier technisch anders als bei den neuen Glocken adaptiert werden.


Am Schluss erfolgte der Probelauf der mit Sensoren ausgestatteten Glocken. Zuerst einzeln mit Speicherung der jeweiligen Parameter und dann als Trio. In der Sakristei fand dann eine Einweisung für die Glockenbeauftragten statt. Den Baufortschritt verfolgten regelmäßig Pfarrer Michael Menzinger und Friedrich Arnet, Kirchenvorstand und Bauausschuss aus Kleingeschaidt.


Noch kein Stundenschlag


Zunächst werden die Glocken nur für Gottesdienste läuten. Die Hämmer und Motoren für den Stundenschlag werden erst in den nächsten Wochen angebracht. Zu einem späteren Zeitpunkt, wahrscheinlich gekoppelt mit den Arbeiten im Beerbacher Kirchturm, werden schließlich die Schallläden in Neunhof erneuert.


Anlässlich des besonderen Ereignisses findet am morgigen Pfingstsonntag beim Gottesdienst um 9.30 Uhr eine feierliche Zeremonie nicht nur in der Kirche, sondern bestuhlt auch rund um die Kirche St. Johannis herum statt. Hier ist Platz für 150 Besucher. Der Gottesdienst wird über Lautsprecher übertragen.

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