Agip-Tankstelle vertrieb verunreinigten Kraftstoff

Motorschaden nach dem Tanken

An der Laufer Agip-Tankstelle an der Hersbrucker Straße gab es im Februar tagelang verwässertes E10-Benzin. Betroffene sollen sich direkt an die Tankstelle wenden, der Mineralölkonzern Eni will für jeden Schaden aufkommen. | Foto: Kirchmayer2021/03/Agip-Tankstelle-Lauf-E10-kir.jpg

LAUF – Nur fünf Kilometer weit kam Peter Förster (Name geändert), nachdem er am 19. Februar an der Laufer Agip-Tankstelle an der Hersbrucker Straße E10-Biokraftstoff getankt hatte. Dann machte sein Auto nicht mehr mit: Motorschaden. Er rief den ADAC, dessen Mitarbeiter feststellte, dass das Benzin modrig riecht. Förster brachte das Auto zu einer Laufer Werkstatt, dort bestätigte sich der Verdacht: Es liegt am Kraftstoff.


Der Laufer meldete sich bei der Tankstelle und informierte auch die Pegnitz-Zeitung, da er sicher ist, dass noch mehr Autofahrer betroffen sind. Zweieinhalb Wochen hat es gedauert, nun liegt der PZ eine Stellungnahme von Agip vor. „Nachdem am 22. Februar die erste Kundenreklamation nach Betankung des Kundenfahrzeugs mit E10 eingegangen war, wurde die betroffene Zapfsäule umgehend gesperrt, ein Techniker benachrichtigt und Proben entnommen. Eingehende Laboranalysen ergaben einen erhöhten Wassergehalt im Produkt, wo­raufhin eine umfassende Ursachenforschung vorgenommen wurde“, heißt es in der Antwort von Agip auf unsere Anfrage.

Tank wurde gereinigt


Es sei auch die gesamte Tanktechnik geprüft worden, dabei konnte keine Undichtigkeit der Leitungen festgestellt werden, sodass davon auszugehen sei, dass sich aufgrund von kondensierter Luftfeuchtigkeit eine erhöhte Wassermenge im Tank gebildet hatte. „Nachdem sämtliche Restbestände des Produktes vollständig abgepumpt worden waren, der Tank gereinigt und anschließend komplett mit neuem Produkt befüllt worden war, wurde die Zapfsäule wieder in Betrieb genommen“, teilt Agip mit. Hinter der Tankstellenkette steht der italienische Mineralöl- und Energiekonzern Eni.


Durch den erhöhten Wassergehalt im Kraftstoff sollen laut Agip Kraftstoffleitung und Einspritzdüsen betroffen sein, diese müssten nun gereinigt werden. Die dafür anfallenden Kosten werde man erstatten. Auf den Motorschaden von Peter Förster geht der Konzern nicht ein.
Mit den betroffenen Kunden – es soll sich um eine einstellige Anzahl handeln, konkreter wird der Konzern nicht – stehe man in Kontakt und werde für eine kurzfristige Regulierung des Schadens sorgen. Die Zufriedenheit der Kunden stehe an oberster Stelle, dazu gehöre auch ein professionelles und unkompliziertes Reklamationsmanagement.

Die Hälfte des Tanks voller Wasser?


Peter Förster sagt, dass bei seinem Auto die Einspritzventile getauscht und die Benzinpumpe ausgebaut wurden. Optisch habe es so gewirkt, als sei die Hälfte der Tankfüllung Wasser gewesen. Die Rechnung der Werkstatt hat er noch nicht, basierend auf dem Kostenvoranschlag dürfte es sich aber um rund 3000 Euro handeln. Nachdem er sich beim Pächter der Tankstelle gemeldet hatte, bekam er einen Rückruf des Konzerns, man werde für die Rechnung aufkommen.

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Unklar ist, wie viele Agip-Kunden gar nicht mitbekommen haben, dass sie betroffen sind. Nachdem der uns bekannte Fall am 19. Februar passierte und die Zapfsäule drei Tage später, am 22. Februar, gesperrt wurde, könnte die Zahl der Betroffenen möglicherweise höher sein als die Fälle, von denen der Konzern bereits weiß. Die E10-Zapfsäule war für rund zwei Wochen gesperrt, samt einem Hinweis auf die Verunreinigung.


Wer ebenfalls betroffen ist, soll sich an die Tankstelle in der Hersbrucker Straße (Telefon 09123/84469) wenden.

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