Erfolgreiche Kooperation zur beruflichen Inklusion

„Das Beste war, dass mich alle akzeptiert haben“

Berufliche Inklusion auf Erfolgskurs: Großartige Chance für Mann mit Handicap – Markus Pühler absolvierte jetzt ein Praktikum im Dorfladen Schönberg. | Foto: LH2016/09/PraktikumDorfladen_1.jpg

NÜRNBERGER LAND – „Ich wollte schon immer mal in einem Laden arbeiten“, erzählt Markus Pühler begeistert. Der Anfang Zwanzigjährige absolvierte im Sommer ein einwöchiges Praktikum im Dorfladen in Schönberg. Eine großartige Chance für den Mann mit Handicap, der bislang einer Tätigkeit in den Moritzberg-Werkstätten nachging.  

Immer mehr Betreute nehmen inzwischen die Angebote der Lebenshilfe Nürnberger Land zur beruflichen Teilhabe für Menschen mit Behinderung außerhalb der Moritzberg-Werkstätten wahr.

Ein vierköpfiges Team, unter der Leitung von Julia Oed, sucht für Betreute mit geringem Unterstützungsbedarf Beschäftigungen außerhalb der Werkstatt. „Die sogenannten sozialraumorientierten Arbeitsplätze sind insbesondere für jene unserer Beschäftigten interessant, für die eine dauerhafte Eingliederung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu den Bedingungen eines sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisses, nicht oder noch nicht, möglich ist. – Markus Pühler ist einer dieser ‚Kandidaten‘“, erläutert Julia Oed.

Praktika ebenen den Weg

Die Möglichkeit, durch ein Praktikum in verschiedene Bereiche des ersten Arbeitsmarkts „hineinzuschnuppern“, kommt Markus Pühler entgegen, weil er bisher noch keine konkreten Berufswünsche hat. Das Praktikum im Dorfladen war für Markus Pühler dann auch Premiere: „Meine Praktikumswoche war spannend. Ich habe die neue Ware ausgepackt und durfte sie in die Regale sortieren oder ich habe Produkte in den Regalen auf ihre Haltbarkeit überprüft. Außerdem bin ich den Kollegen im Verkauf oder im Café zur Hand gegangen. Ich habe eben alles gemacht, was so anfällt – auch Tische oder den Boden reinigen.“

Schon Anfang des Jahres absolvierte eine Beschäftigte der Moritzberg-Werkstätten im Dorfladen ein Praktikum, das bei der Kundschaft, dem Ladenteam und vor allem bei Peter Lang, Vorstand des Dorfladens, gut ankam. Peter Lang bot der Lebenshilfe eine dauerhafte Zusammenarbeit an: „Wir wollen Menschen mit Behinderung gern durch berufliche Perspektiven unterstützten.“
Durchwegs positive Reaktionen

Markus Pühler war nun der zweite Praktikant, der ein Einzelhandels-Schnupperpraktikum im Dorfladen mit Bravour absolvierte. „Wir hoffen, dass nun weitere Betreute Interesse an einem Schnupperpraktikum im Dorfladen nutzen wollen“, so Julia Oeds Wunsch.

Markus Pühler jedenfalls nimmt viele Eindrücke aus seiner Praktikumswoche mit: „Die Arbeit  im Dorfladen hat mir richtig Spaß gemacht. Ich durfte überall anpacken und habe viel gelernt. Das Beste war, dass mich alle – Kundschaft und Kollegen – akzeptiert haben.“

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