Altlandrat Helmut Lange ist tot

Altlandrat Helmut Lange wurde 83 Jahre alt. Foto: PZ-Archiv
Altlandrat Helmut Lange wurde 83 Jahre alt. Foto: PZ-Archiv2011/07/25828_New_1310480464.jpg

LAUF/GÜNTHERSBÜHL — Altlandrat Helmut Lange ist tot. Der Gründungslandrat des Landkreises Nürnberger Land starb am Sonntag im Alter von 83 Jahren.

Helmut Lange wurde 1970 für die CSU als Nachfolger von Wilhelm Winkler zum Landrat des damaligen Landkreises Lauf gewählt. Nach der Gebietsreform im Jahr 1972 wurde er am 11. Juni zum ersten Landrat des Nürnberger Landes gewählt. Des Landkreises, der aus den drei Kreisen Lauf, Hersbruck und Nürnberg entstanden war.

1978 wurde Lange mit über 60 Prozent der Stimmen im Amt des Landkreischefs bestätigt. Er gewann die Wahl damals gegen den späteren Landtagsvizepräsidenten der SPD, Helmut Ritzer. Sechs Jahre später, 1984, trat Lange aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wiederwahl an, sein Nachfolger im Ämtergebäude in Lauf wurde Klaus Hartmann. Seine ersten kommunalpolitischen Erfahrungen hatte der Verstorbene in den 60er Jahren im Röthenbacher Stadtrat gesammelt, in den er, wie in den Laufer Kreistag, 1966, gewählt wurde.

Helmut Lange wurde am 8. Februar 1928 in Röthenbach geboren, wo er auch später noch viele Jahre lebte. Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er in Erlangen Jura. Eine seiner ersten Tätigkeiten als juristischer Staatsbeamter führte Lange an das Landratsamt Hersbruck, wo ihn die Zusammenarbeit mit dem damaligen Landrat Roiger ganz wesentlich prägte, wie Lange anlässlich seines 75. Geburtstages einmal erzählte. Von 1964 bis zur Landratswahl 1970 war Lange als Oberregierungsrat bei der Regierung in Ansbach beschäftigt.

Es ist der bleibende Verdienst von Helmut Lange, dass er als „Gründungslandrat“ die drei Altlandkreise, deren Bewohner und die Kreisverwaltungen „behutsam und mit Geschick zusammenführte“, wie es in einer Lobrede einmal hieß. Vor besondere Probleme war er dabei beispielsweise durch die heftigen Diskussionen um das neue Autokennzeichen oder die Koordinierung der Kreiskrankenhäuser gestellt. Lange wurde deshalb auch gerne als „Architekt des Nürnberger Landes“ bezeichnet. Viel Lob über die Parteigrenzen hinweg gab es in diesem Zusammenhang für Langes „juristisches und menschliches Geschick“, als es nach dem Zusammenschluss der Landkreise in seiner Amtszeit als Landrat auch um die Vollendung der Gemeindegebietsreform ging.

In Langes Amtszeit fiel natürlich auch der Neubau des Landratsamtes in Lauf, in dem ja die Verwaltungen aus Lauf, Hersbruck und Altdorf zusammengeführt wurden. In die Ära Lange fallen aber unter anderem auch die Neu- und Erweiterungsbauten der Gymnasien in Röthenbach, Hersbruck und Altdorf, die Erweiterung der Laufer Realschule und der Neubau der Berufsschule in Lauf.

Im Ruhestand lebte Lange relativ zurückgezogen von der Politik und öffentlichem Leben und zuletzt gesundheitlich sehr angeschlagen in seinem Haus im Laufer Ortsteil Günthersbühl.

Die Trauerfeier für den ersten Landrat des Nürnberger Landes findet am kommenden Freitag, 15. Juli, um 14 Uhr in der Kunigundenkirche in Lauf statt.

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