Ende der 15-jährigen Sanierung

Burg Hohenstein: Eröffnung an Pfingsten

Die Bronzetafel, die Georg Maul vom Verschönerungsverein (Mitte) in Händen hält, erinnert an einen der Hauptsponsoren der Burgsanierung: die Stiftung Denkmalschutz mit der „GlücksSpirale“. Ebenfalls auf dem Bild: Lothar Grimm von der Stiftung Denkmalschutz (links), Stefan Luger von Lotto Bayern (Zweiter v. links), Landrat Armin Kroder (Dritter v. links), Otfried Bürger von der Sparkasse (Dritter v. rechts), Bürgermeister Klaus Albrecht (Zweiter v. rechts) und Gertraud Maul (rechts). Foto: M. Scholz2016/01/DSC_0011.jpg

HOHENSTEIN – Am Pfingstsamstag feiert der Verschönerungsverein Hohenstein mit geladenen Gästen den Abschluss der 15-jährigen Burgsanierung. Das Landkreis-Wahrzeichen und beliebte Ausflugsziel ist nun für insgesamt 3,75 Millionen Euro von Grund auf erneuert, was ohne großzügige Spenden und Zuschüsse unmöglich gewesen wäre. An den Anteil der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der „GlücksSpirale“ erinnert jetzt eine kleine Bronzetafel.

Die Burg Hohenstein liegt mit dem zugehörigen Dorf auf einem 624 Meter hohem Felsen und ist damit der höchste bewohnte Ort Mittelfrankens. Das ist aber nicht die einzige Besonderheit dort oben, mindestens ebenso bemerkenswert ist der Eigentümer der mindestens 853 Jahre alten Festung, die trotz ihres wildromantischen Anblicks immer ein Amt und nicht etwa eine Ritterburg war. Sie gehört seit 1983 dem Hohensteiner Verschönerungsverein, der aus etwa 30 Mitgliedern besteht, allen voran Gertraud und Georg Maul.

Als im Februar 2000 die Palas-südwand einstürzte, standen sie vor einer Riesenaufgabe. Völlig überrascht war der Verein nicht, war die Burg doch bekanntermaßen in einem sehr schlechten Zustand. „Es war nicht immer einfach“, sagen beide Eheleute über die Sanierungszeit in mehreren Etappen, aber sie haben doch die gute Erfahrung gemacht, dass – mit Geschick und Hartnäckigkeit – Verlass ist auf verschiedene Zuschuss- und Geldgeber.

Freistaat, Europäische Union, Landkreis, Gemeinde Kirchensittenbach, Sparkasse und nicht zuletzt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ließen die wackeren Streiter nicht im Regen stehen.

Darum ging es jetzt bei der Übergabe der Bronzetafel im leichten Schneetreiben an der Unterburg. Vier Mal mit über 180 000 Euro unterstützte die Stiftung Denkmalschutz seit dem Jahr 2000 die Restaurierungsarbeiten auf der Burg. Hersbrucks Stadtbaumeister Lothar Grimm trat bei dem Termin als Kurator der privaten Initiative auf, Stefan Luger von Lotto Bayern vertrat die „GlücksSpirale“, die, wie zu erfahren war, „erhebliche Mittel beisteuerte“. Wie übrigens auch bei der Erneuerung weiterer 340 Baudenkmäler in Bayern.

Grimm und auch Landrat Armin Kroder würdigten vor Ort ausdrücklich das 32-jährige Engagement des Verschönerungsvereins. „Es ist nicht der größte Verein im Landkreis, aber mit der fleißigste“, lobte er. Das sei etwas Besonderes. „Ich hoffe, dass die Burg viele Menschen anlockt, Einheimische und Gäste“, dieses „Wahrzeichen im Nürnberger Land“ sei „wirklich schön geworden“.

Im Inneren der Burg. Foto: M. Scholz
Im Inneren der Burg. Foto: M. Scholz2016/01/DSC_0040.jpg

 

„Es war sehr toll, wie es gelaufen ist“, schwärmte Georg Maul vom Verschönerungsverein. Alles sei Hand in Hand gegangen, Zeit- und Kostenplan seien im Rahmen geblieben. „Ich glaube, mehr können wir hier nicht schaffen“, sagte er in der Runde – als letzte große Baustelle – am rundum sanierten „Langhaus“, der Unterburg. In den rustikalen Räumen, die einen gemütlichen antiken Charme versprühen, können private Veranstaltungen mit bis zu 80 Personen stattfinden, was bereits der Fall war. Auch Kunstausstellungen sähe der Verschönerungsverein dort gerne.

Kirchensittenbachs Bürgermeister Klaus Albrecht freut sich über dieses schmucke Prestigeobjekt nicht nur wegen seiner guten Außenwirkung sehr. Auch er bedankte sich bei den Ehrenamtlichen und den Sponsoren. „Für die Gemeinde alleine wäre es unmöglich gewesen, die Sanierung mit zu finanzieren“, sagte er. Nebenbei berichtete er, dass sich ein weiteres Paar das neuerdings eigens für Trauungen gewidmete Burgstüberl reserviert habe.

Die nur über einen teils steilen Fußweg erreichbare Oberburg selbst ist während der Wintermonate geschlossen. Ab dem Osterwochenende – 26. bis 28. März – sind Besucher wieder willkommen. Nach der Einweihungsfeier für geladene Gäste ist ein Tag der offenen Tür für die gesamte Bevölkerung geplant. Wann, ist noch offen. Wer die Veranstaltungsräume im „Langhaus“ mieten möchte, kann sich an Gertraud und Georg Maul wenden, Telefon 09152/423, oder über E-Mail [email protected]; alternativ: [email protected] Internet: www.burg-hohenstein.com.

N-Land Michael Scholz
Michael Scholz