Mit dem NN-Wanderreporter von Simmelsdorf nach Plech

Kein Hungermarsch nach Plech

NN-Wanderreporter Martin Müller bewunderte in der Lotto-Annahmestelle von Petra Thiem-Hager in Simmelsdorf die aktuelle Wanderreporter-Seite in der PZ. Neben ihm steht Andreas Auer von der Auto-Werkstatt nebenan. | Foto: Thiem-Hager2018/08/NN-Wanderreporter-Martin-Muller-mit-Pegnitz-Zeitung-Lotto-Annahmestelle-von-Petra-Thiem-Hager-Simmelsdorf-Foto-Thiem-Hager.jpeg

NÜRNBERGER LAND — Die heutige Etappe führte NN-Wanderreporter Martin Müller, Redakteur der Regionalredaktion in Nürnberg, von Simmelsdorf nach Plech. Morgen geht es für ihn weiter nach Neuhaus.

Da ist man als Wanderreporter unterwegs, fotografiert und filmt unentwegt, schneidet Videos für das Internet und schreibt einen Online-Wander-Schnipsel nach dem anderen. Nicht zu vergessen natürlich die Texte, die man unterwegs für die gedruckte Zeitung schreiben und durchschicken muss. Wie das dann am nächsten Tag in der Zeitung aussieht, sieht man aber nicht. Deshalb musste ich einfach in der Lotto-Annahmestelle von Petra Thiem-Hager in Simmelsdorf vorbeischauen und die Wanderreporter-Seite in der aktuellen Pegnitz-Zeitung bewundern.

Von Miami Beach nach Simmelsdorf

Von der amerikanischen Sonnenschein-Metropole Miami Beach hat es Friedrich von Tucher vor zwei Jahren ins beschauliche Simmelsdorf verschlagen. Die Wohnung im Schloss, dem Stammsitz der Familie, war frei und Friedrich von Tuchers Frau hatte sich sofort in die Räumlichkeiten verliebt. „Meine Kinder und meine Eltern wären wieder in der Nähe, ich wäre wieder in der Heimat. Das hat uns letztendlich dazu bewegt nach Simmelsdorf zu ziehen“, erzählt von Tucher. „Hier haben wir die Idylle, das ruhige Leben zu schätzen gelernt, auch Platz ist ein Riesen-Bonus. Das weiß man, wenn man mal in New York in einer kleinen Wohnung gelebt hat.

Friedrich von Tucher vor dem Stammsitz der Familie in Simmelsdorf. | Foto: Müller2018/08/NN-Wanderreporter-Friedrich-von-Tucher-vor-dem-dem-Tucherschloss-in-Simmelsdorf-Foto-Muller.jpeg

Im zweiten Stock befindet sich nun die geräumige, lichtdurchflutete Privatwohnung, die mitten im Grünen liegt. Durch die Fenster blickt man direkt auf die Baumriesen davor. Im ersten Stock trifft sich der große Familienrat dreimal im Jahr, um wichtige Entscheidungen über die Zukunft der Tucher-Stiftung zu treffen.

Was bin ich froh, als ich endlich beim Fernmeldeturm oberhalb von Spies angekommen bin. Hier habe ich endlich wieder vernünftigen Handy-Empfang. Und endlich auch wieder das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. Die Route von Ittling nach Plech scheint nicht gerade die gängigste Wandererverbindung zu sein.

Der Fernmeldeturm in Spies. | Foto: Müller2018/08/NN-Wanderreporter-Fernmeldeturm-Spies-Foto-Muller.jpeg

Den Weg von Ittling hinauf nach Spies kann man getrost „Brennnessel-Steig“ taufen, Übersichtskarten für Wanderer fehlen hier völlig. So kommt‘s, dass ich letztendlich vor lauter Verzweiflung von Schermshöhe bis nach Plech an der Hauptstraße entlanglaufe. Jetzt nur keine Experimente mehr bei dieser Mörderetappe!

Ich hatte mich schon auf einen langen Hungermarsch nach Plech eingestellt, die letzten Müsliriegel-Reserven würden wohl aufgebraucht werden. Nur ein Brötchen vom Frühstück hatte ich sonst noch im Rucksack (vielen Dank dafür an die Neubings in Hüttenbach!). Doch Martin Rau, der mit seiner Erlengrund-Fischerei bei Unterachtel eine echte Institution für Fischkenner in der Region ist, rettete mich mit einer geräucherten Forelle, die er mir als Brotzeit mitgab.

Martin Rauh bei Unterachteltal. | Foto: Müller2018/08/NN-Wanderreporter-Martin-Rauh-in-Unterachteltal-Foto-Muller.jpeg

40 Teiche verteilt auf drei Anlagen hat Rau, prall gefüllt mit Regenbogen- und Bachforellen, Karpfen und Saiblingen. Etwa 60 Tonnen Speisefische produziert er pro Jahr. An seinem Standort profitiert er von dem kühlen Wasser, das durch sehr zuverlässige Quellen immer wieder nachfließt. Die nun beginnende Karpfenzeit bedeutet Hochsaison für Rau: 60 bis 70 Prozent des Umsatzes kommen zwischen September und Ende April vom Karpfen.

Bewertung der Etappe

Verpflegung: 3 von 5
Ein tolles Frühstück in der Ferienwohnung Neubing in Hüttenbach, ein Kaffee bei Friedrich von Tucher und eine geräucherte Forelle, die mir Martin Rau von der Erlengrund-Fischerei mitgegeben hat, retten meinen Tag. Ansonsten: Weit und breit kein Laden, in dem man Getränke oder einen kleinen Imbiss kaufen könnte. Zwischen Ittling und Plech ist man ganz auf sich alleine gestellt.

Schnappschussfaktor: 3 von 5
Zwischen Hüttenbach und Diepoltsdorf reihen sich die Fotomotive aneinander, das Schloss in Simmelsdorf, die Herrensitze in Diepoltsdorf, das wunderschöne grüne Tal mit dem idyllischen Bachlauf. Danach geht es zunächst an den Ittlinger Steinbrüchen vorbei, dann durch den Wald und schließlich elendig lang an der Straße entlang.

Schwierigkeitsgrad: 5 von 5
Meine Füße platzen, was für eine Mörderetappe! Stetig bergauf geht es schon bis Ittling, dann folgt ein Weg hinauf nach Spies, der hauptsächlich aus Brennnesseln besteht, dann noch der Anstieg zum Fernmeldeturm. Nach der 20-Kilometer-Etappe am Vortag gibt mir das den Rest. Ein Königreich für eine Massage!

Weitere Videos und Bilder von Martin Müllers Etappe gibt es hier.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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