Baden in Corona-Zeiten

Freibadbetreiber ziehen eine positive Zwischenbilanz

Das Hersbrucker Strudelbad ist – wie die anderen Freibäder in der Umgebung – gut besucht und auch die Corona-Maßnahmen werden eingehalten. | Foto: J. Ruppert2020/08/IMG-1792.jpg

HERSBRUCKER SCHWEIZ – Die ganz heißen Sommertage scheinen vorüber. An diesen konnten sich die Seen in der Region kaum vor Besuchern retten. Doch wie sah es in den Freibädern aus?

„Wir hatten zwei, drei Tage, an denen mehr Menschen hereinwollten, als geht“, erzählt Josef Schmidtpeter, erster Vorsitzender des Fördervereins Freibad Etzelwang. Gestartet hatte der Verein mit 100 Personen. „Wir hatten kein Gefühl, wie viel 100 Leute sind und wie die sich verhalten“, verrät er. Doch es lief und laufe gut, weshalb man über 150 nun bei der Obergrenze von 200 Besuchern angelangt ist. „Und dabei bleibt es auch.“

Der Grund: „Mehr könnten wir personell nicht stemmen.“ Schon jetzt seien mehr Helfer im Einsatz als üblich, zudem habe der Verein einen Sicherheitsdienst angestellt. Sie alle hätten vor allem viel zu reden, zu erklären, warum beispielsweise die Rutsche in Etzelwang nicht geöffnet hat. „Wenn wir sagen, dass wir mit dem Desinfizieren nicht hinterherkommen, dann verstehen es die meisten.“

Nur planschen

Das gelte auch für den nicht möglichen Wechsel zwischen Freibad und angrenzendem Spielplatz. „Dort fehlt ja die Registrierung und wenn was passiert, lässt es sich nicht nachverfolgen.“ Große Bedenken hatten Schmidtpeter & Co. auch, das Babybecken zu öffnen. Sechs Kinder dürfen hinein, steht dort angeschrieben. „Das klappt nicht immer“, gibt er zu, „wenn wir die Eltern darauf hinweisen und sie das ärgert, dann sagen wir, sie sollen froh sein, dass wir offen haben, wir könnten auch schließen.“ Diese Drohung helfe oft, sei aber die Ausnahme: „97 Prozent unserer Besucher halten sich genau an die Vorschriften.“

Und unter diesen seien auch viele aus Nürnberg, denn in Etzelwang könne man den ganzen Tag im Bad bleiben und müsse nicht online eine Schicht buchen. „Das freut uns.“ Gleiches gilt für die vielen internationalen Gäste. Auf dem voll besetzten Etzelwanger Campingplatz habe Schmidtpeter Kennzeichen aus Belgien, den Niederlanden und der Schweiz entdeckt. „Da sieht man, dass nicht nur wir Deutschen die Fahrt in den Süden scheuen.“ Bei diesen und allen anderen Besuchern sei die Freude, dass die Schwimmstätte geöffnet sei, spürbar. „Daher sind wir insgesamt zufrieden.“

Heiß und voll

Dem kann Karlheinz Wölfel, Geschäftsleiter der Stadt Hersbruck, nur beipflichten: „Die Saison verlief bisher gut. Seit 11. Juli hatten wir rund 15 000 Besucher.“ Besonders großen Zuspruch habe das Strudelbad an den heißen Tagen erfahren. „Einzelne Tage waren natürlich ausgebucht. Da wären auch gerne noch mehr Besucher gekommen.“ Diese würden sich auch an die Corona-Vorgaben halten ebenso wie an die Zeitfenster. „Große Schwierigkeiten gab es bisher nicht“, bilanziert Geschäftsleiter Wölfel.

Das ist auch in Illschwang so. „Das Konzept funktioniert bisher reibungslos, die Besucher halten sich an die Vorgaben und haben Verständnis, wenn kein Einlass mehr erfolgen kann“, weiß Isabel Köstler, Verwaltungsoberinspektorin der Gemeinde. Rein dürfen nämlich nur 350 Erwachsene und Kinder, was durch die Ausgabe von Karten überwacht werde. Und den positiven Eindruck kann Köstler auch mit Zahlen belegen: „Zwischen 11 500 bis 12 000 Erwachsene und 2600 bis 3000 Kinder haben das Freibad seit der Eröffnung Mitte Juni in etwa besucht.“

Viel Feedback

Ähnliches kann auch Stefan Steger, zweiter Bürgermeister der Gemeinde Hirschbach, aus dem Freibad berichten: „Das durch die Gemeinde erstellte Sicherheits- und Hygienekonzept stieß auf breite Akzeptanz.“ Die Umsetzung habe reibungslos funktioniert. „Hier muss man ein Kompliment sowohl an die Badegäste als auch an das Freibadpersonal aussprechen“, findet er. Es mache die Gemeinde stolz, dass sie diese Freizeiteinrichtung trotz der Pandemie hat öffnen können. Das wissen scheinbar auch die Bürger, Urlauber und Ausflügler zu schätzen: „Wir haben viel positives Feedback erhalten, dass das Freibad auf hat.“


Und das nutzten die Wasserratten und Sonnenanbeter zuhauf: „Die Besucherzahlen waren ähnlich hoch wie in den heißen Vorjahren“, weiß Steger – und das trotz einer Begrenzung: Um einen Sicherheitsabstand zur maximal möglichen Besucherzahl zu gewährleisten wurde bei 300 anwesenden Badegästen eine „Warnschwelle“ eingerichtet, erklärt Steger. „Diese wurde bisher einmal erreicht und wir mussten die Entwicklung der Besucherzahl genau beobachten.“ Zu Gute kommen dem Freibad hier die großzügig vorhandenen Flächen. „Wir mussten keinen Gast abweisen.“

Ohne Eile ins Nass

Warten war aber durchaus angesagt, wenn die maximale Zahl der Badegäste in einem der Becken erreicht war, so Steger: „Aber dank gegenseitiger Rücksichtnahme war dies auch kein Problem.“ Verzichten musste also keiner auf sein Badevergnügen und sogar das Schwimmabzeichen kann man erwerben, sagt Steger. „Lediglich die Wasserwacht konnte kein Schwimmtraining durchführen.“

Und bald hat der Badespaß in Hirschbach eh ein Ende, kündigt Steger an: Das Freibad schließt spätestens am 6. September. „Sollte das Wetter dauerhaft schlecht werden, vielleicht auch früher.“

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