Ausstellung in Hersbruck

Werke bei „Kunst im Fluss“ beschädigt

Die Kunstwerke von Harald Pompl und Ortwin Michl sind bereits repariert und wieder an Ort und Stelle. | Foto: M. Gundel2021/08/DSC-2332.jpg

HERSBRUCK – Was den einen freut und gefällt, ist für den anderen scheinbar ein Ärgernis oder Anlass für Unfug: Schon bei den vergangenen Freiluft-Ausstellungen zu „Kunst im Fluss“ wurden einzelne Kunstwerke beschädigt und auch heuer fielen zwei Arbeiten noch vor der offiziellen Eröffnung Vandalen zum Opfer. Dabei entsteht den Künstlern hoher Schaden, weil ihre Werke nicht versichert sind.

Steht man auf der Brücke zwischen Obermühlweg und Chotieschauer Weg, fällt der Blick auf die Werke von Ortwin Michl und Harald Pompl: Ein aus blauen Verkehrsschildern geformter Pfeil (Pompl) zeigt in Richtung eines Kajaks, das, mit Solarpaneelen ausgestattet, über den Tag verteilt Lichtsignale abgibt (Michl). Die sind über einen Computer gesteuert. Genau diese beiden Werke fielen jüngst jugendlichem Unsinn zum Opfer, wie Uli Olpp, Vorsitzender des Kunstmuseums und Mitorganisator der Ausstellung, berichtet.

Den dortigen flachen Einstieg in die Pegnitz nutzen Kinder und Jugendliche gerne als Spielplatz. Scheinbar verlockten die aneinandermontierten Verkehrsschilder zum Klettern und Springen ins Wasser, an dem Kajak habe sich ein besonders uneinsichtiger Junge zu schaffen gemacht. Dadurch drang Wasser ins Innere und die Elektronik sei beschädigt worden, erzählt Olpp.

Vier junge Retter

Nachdem eine Nachbarin die Szene beobachtet hatte, rief sie die Polizei und der Rabauke verschwand. Vier Jungs, die am Ufer spielten, zeigten sich hilfsbereit und zogen das Boot an Land. Zuvor hatten sie die Batterie ausgebaut, damit diese nicht mehr Schaden nahm. Beide Werke wurden bereits repariert.

Uli Olpp macht klar, dass es ihm nicht um die Schuldfrage gehe. Vielmehr wolle er verdeutlichen, dass die Unversehrtheit der Werke im Interesse aller stehen müsste. „Die Künstler stellen ihre Arbeiten extra für Kunst im Fluss her, und das komplett kostenlos. Keiner verdient Geld damit“, sagt Olpp. Den reinen Arbeitsaufwand schätzt er bei den meisten Werken auf 4000 bis 6000 Euro. „Und das ist nur der Herstellungswert“, betont er.

Anzeige droht

Hinzu kommt, dass keines der Kunstwerke versichert ist. Olpp würde sich hier vom Landkreis einen Zuschuss wünschen. „Natürlich ist es waghalsig, eine Open-Air Ausstellung im Fluss zu machen. Vor dem Wetter ist man dabei nie sicher“, weiß der Vorsitzende. Dessen seien sich auch die Künstler bewusst. Beschädigungen durch Dritte aber seien schlichtweg schade. Leider kamen diese auch bei den vergangenen Ausstellungen immer wieder vor. Deshalb werde das Kunstmuseum als Veranstalter bei künftigen Vorfällen Anzeige erstatten.

Nicht nur die Künstler präsentieren sich durch die Ausstellung, auch der Stadt Hersbruck brächte sie „ein riesen Renommee“ ein, so Olpp. Und weil so alle Bürger davon profitieren würden, stünden auch alle in gewisser Weise in der Verantwortung, dass Kunst im Fluss auch in den nächsten Jahren wieder stattfinden kann.

Die Eröffnung findet am Freitag, 13. August, um 17.30 Uhr auf der Turnhalleninsel statt. Dort kann auch der Katalog mit Informationen zu den Künstlern und ihren Werken gekauft werden. Die Ausstellung dauert voraussichtlich bis 29. August.

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