Bauausschuss

Hersbruck wartet auf drei Baustellen

Die Firma Löffler hat grünes Licht für den Bau ihres neuen Stuhl-Headquarters in Altensittenbach an der Stelle des mit Graffiti verzierten früheren Autohauses. | Foto: J. Ruppert2020/03/BZ2.jpg

HERSBRUCK – Neben der Umgestaltung der Sparkasse in ein Dormero-Hotel stehen noch zwei weitere zukunftsträchtige Projekte gewissermaßen in den Startlöchern. Der Bauausschuss des Hersbrucker Stadtrates erteilte sein Einvernehmen zu den Abbrucharbeiten auf dem Posthofareal, um dem Ärztehaus Platz zu machen, und zur Errichtung des Löffler Headquarters auf dem ehemaligen Mercedes-Scharrer-Gelände in Altensittenbach.

Wie berichtet, wurde der Untergrund im Posthofareal erkundet. „Es sind keine spektakulären Dinge gefunden worden“, sagte Stadtbaumeister Thomas Beygang. Fachleute schätzen einen freigelegten Leitungskanal auf Ende 19. oder Anfang 20. Jahrhundert. Das Relikt wird vorschriftsmäßig kartiert. Mittelalterliches, wie etwa Reste der Stadtmauer, kam nicht zum Vorschein. Damit kann das ehemalige Fernmeldegebäude – die spätere Fundgrube des Kaufhauses Quelle – samt der Garagen weggerissen und entsorgt werden. Die Maßnahme beginnt vermutlich am 6. April.

Der Reichenschwander Stuhlhersteller Löffler möchte bekanntlich nach Altensittenbach umziehen und erhielt für seine Pläne das Okay der Stadt. Nachdem sich die Tiefgarage nicht verwirklichen lässt, soll nebenan in der Fred-Schäfer-Straße ein Parkhaus mit drei Ebenen für das Unternehmen entstehen. Leichte Irritationen gab es im Ausschuss, weil die Scharrer-Kommanditgesellschaft den Bauantrag stellt. „Dahinter verbirgt sich die Firma Löffler“, beruhigte Bürgermeister Robert Ilg.

64 Stellplätze mehr

Sabine Maul von der Bauverwaltung erläuterte auf Nachhaken von Iris Reiß, dass die Stadt die Verträge zwischen Löffler und Scharrer nicht kennt, dass die Vereinbarungen aber langfristig geschlossen werden müssen. Dr. Ulrike Eyrich wollte wissen, warum die Zahl der Stellflächen von 44 auf 108 angewachsen ist. Die Unternehmensleitung des Stuhlherstellers möchte nicht, dass die Nürnberger Straße bei Festen oder einer späteren Erweiterung vollgestellt wird. Irmgard Raum lobte diese Weitsicht.

Im Untermühlweg war Mitte vergangenen Jahres ein Bauantrag für ein Mehrfamilienhaus mit bis zu sieben Wohnungen eingegangen. Nun liegt eine Änderung vor: Das Bestandsgebäude bleibt stehen und zusätzlich ist ein Einfamilienhaus geplant. Ulrike Eyrich hob vor dem einstimmigen „Ja“ hervor, dass sich das neue Vorhaben besser in den Außenbereich Hersbrucks einfügt und nun eine Linde erhalten wird.

Am Bahndamm rechts der Pegnitz ist nach den Vorgaben des 
Generalentwässerungsplanes ein Regenüberlaufbecken vorgesehen. Die Inbetriebnahme muss bis Ende 2020 geschehen. Allerdings ist dazu eine Gestattung der Bahn nötig, was sich trotz vieler Kontaktversuche mit dem Schienenriesen verzögerte. Um die Sache zu beschleunigen, darf Robert Ilg den Auftrag an den wirtschaftlichsten Bieter ohne nochmalige Vorlage an die Stadträte vergeben.

Wärme aus der Kälte

Thomas Beygang sagte dem Ausschuss, dass im neuen Altensittenbacher Wohnbaugebiet Hirtenbühl-Nord die Kanalarbeiter zügig vorankommen. Nach Fertigstellung aller Anschlüsse stehen die Dichtungsprüfungen an. Der Hochwasserschutz dürfte Mitte April fertig sein. Ab Ende April 
sind dann Straßenbau und das innovative Kaltwärmenetz des Hersbrucker Versorgers Hewa an der Reihe. Am Johannesfriedhof lässt die Stadt die Wege im zweiten 
Gräberblock (Richtung Ellenbach) herrichten.

Thomas Beygang macht sich auch Gedanken über die Verkehrsführung in der Innenstadt, wenn zeitgleich die Großbaustellen Kuhpegnitzbrücke, Ärztehaus und Umbau der Sparkasse in ein Dormero-Hotel laufen. Sobald die Projekte in die heiße Phase gehen, gibt es eine Pressemitteilung über Änderungen.

Einige Bauanträge gingen ohne Aussprache an das Landratsamt weiter. Dazu gehört eine Nutzungsänderung eines Kellergeschoßes in der Mühlstraße zu einem Friseursalon. Im Gewerbegebiet Krötensee soll aus einer Werkstatt eine Lagerhalle für Getränkehandel werden. Die Firma Teuchert darf in der Grabenstraße eine Werbeanlage errichten. Ulrike Eyrich erkundigte sich nach Hochwasserschutz am Sittenbach und Auswirkungen auf die Geru-Plast-Erweiterung. Dazu wird sich Robert Ilg in der Aprilsitzung äußern.

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N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert