Großräumige Umleitung

Die Hersbrucker Stelzenbrücke an der B 14 ist dicht

Wegen der Bauarbeiten an der Stelzenbrücke und der Teilsperrung der B 14 müssen Autofahrer ab Montag längere Umwege in Kauf nehmen – vor allem die aus dem Albachtal. | Foto: Straßenbauamt Nürnberg2020/07/Presse-Info-33-2020-Anlage-Umleitungskar.jpg

HERSBRUCK/ HAPPURG/ HOHENSTADT – Auf den Umleitungsstrecken liegen die Hinweisschilder bereit, Fahrbahnverengungen wurden in den letzten Tag „rückgebaut“ und Vorfahrten geändert: Tag X ist da. Ab sofort sperrt das Staatliche Bauamt Nürnberg die Bundesstraße 14 zwischen Hersbruck und Happurg. Bürgermeister Robert Ilg hat in einer Versammlung Anwohner über das Thema informiert.

Gründe für das Kappen der West-Ost-Verkehrsader sind die Sanierung der Stelzenbrücke und der Austausch der Asphaltdecke bis Happurg. Die aus den 1960er-Jahren stammende Hochbrücke ist mit rund 300 Metern das zweitlängste derartige Bauwerk im weiten Umkreis. Sie weist altersbedingt erhebliche Schäden – insbesondere durch Rost – auf, teilt das Staatliche Bauamt mit. Deshalb müssen die Fahrbahnoberschicht, Widerlager, Gehwegkappen mit Geländer, Schutzplanken und Abdichtungen erneuert oder saniert werden.

Die bisherigen Maßnahmen konnten mit halbseitiger Sperrung und Ampelregelung in vier Abschnitten seit Mai 2019 erfolgen. Doch nun ist eine komplette Stilllegung der B 14 notwendig. Das Bauamt möchte bis zum 18. September fertig sein.

Großer Kreisel

Bis dahin müssen Autos, Motorräder und Lkw auf Umleitungen ausweichen. Geplant ist eine Art „großer Kreisverkehr“ entgegen dem Uhrzeigersinn um Hersbruck herum.

So verlassen die Verkehrsteilnehmer aus Richtung Anschlussstelle Henfenfeld unmittelbar vor der Stelzenbrücke die Bundesstraße. Sie nehmen die Ostbahnstraße, fahren durch die Bahnunterführung in die Leutenbachstraße und biegen dann an der südlichen Ampel rechts in die Sandgasse und Bauerngasse ab. Entlang der Zuglinie geht es auf der alten Verbindungsstraße nach Happurg und an der Einmündung kurz vor dem Ort nach links wieder auf die B 14. Eine provisorische Ampelanlage erleichtert das Links-Abbiegen

Wer aus Pommelsbrunn kommt oder vom oberen Pegnitztal nach Westen möchte, der soll über Hohenstadt und Hersbruck nach Altensittenbach steuern und am Altensittenbacher Kreisverkehr in die Bundesstraße einfädeln. Die Ersatzbrücke über die Kuhpegnitz spielt in den Planungen des Bauamtes anscheinend keine Rolle. Dennoch ließ die Stadt die Ampel für die Einbahnregelung auf dem Provisorium entfernen.

Die beschilderte Umleitung für die Fahrzeuge aus dem Albachtal führt erst auf die Bundesstraße 14, dann Richtung Pommelsbrunn und dann ebenfalls über Hohenstadt, Hersbruck und Altensittenbach auf die Hauptroute. Die Experten möchten durch den Umweg den Begegnungsverkehr verringern, vor allem im Bereich der vielen Engstellen wie in der Bauerngasse und Grabenstraße.

Die Anlieger dürfen

Ein „Anlieger frei“- Zeichen soll Ortskundige davon abhalten, aus dem Albachtal die kürzere Strecke über den Hersbrucker Süden zu nehmen.
Rundfunk und IHK haben vom Staatlichen Bauamt einen Aufruf erhalten, das heimische Gebiet großräumig zu umfahren.

Vor allem in den ersten Tagen wird die Situation nicht einfach, befürchtet Bürgermeister Robert Ilg. In der Geru-Halle besprachen auf seine Initiative hin Fachleute der Stadt, des Staatlichen Bauamtes Nürnberg, der Polizei und des Landratsamtes Fragen von Anrainern.

Die Ampelanlage vor und nach der Bahnunterführung in der Südstadt bleibt weitgehend so wie jetzt. Das Bauamt hat die Schaltpläne bekommen und entscheidet je nach Lage über Nachbesserungen. Bei den unübersichtlichen Ausfahrten aus den Kleingärten am Haid-Gebiet bitten die Verantwortlichen um Rücksichtnahme. Ebenso verhält es sich mit dem Parken. Die Stellplätze entlang der Bauerngasse fallen während der Brückensanierung weg, die alte Regelung kommt jedoch wieder.

Auf der Verbindungsstraße von und nach Happurg wird die Geschwindigkeit auf Tempo 50 begrenzt. Vom Elternbeirat der Hersbrucker Grundschule gab es Anmerkungen zur Schulwegsicherheit.

Anstrengende Zeit

Ab Mitte September soll die Sanierung abgeschlossen sein. Es kann noch zu kleineren Beeinträchtigungen wegen Restarbeiten und Wegräumen der Baustelleneinrichtung kommen. Die Kosten für die Instandsetzung belaufen sich auf rund drei Millionen Euro und stammen aus dem Etat des Staatlichen Bauamtes.

„Das wird eine anstrengende Zeit für die Gesamtstadt Hersbruck und die Umgebung“, sagte Robert Ilg in der Bauausschusssitzung des Stadtrates. Denn auch das Einfahren auf die Umleitungsrouten wird schwerer.

Allerdings hat die Ampelregelung auf der B 14 nach Einschätzung des Rathauschefs besser funktioniert als erwartet. Noch Schlimmeres konnte das Bauamt mit Stadtbaumeister Thomas Beygang verhindern. So waren zunächst zeitgleich Arbeiten auf der Staatsstraße nach Kirchensittenbach und eine Sperrung des Bahnübergangs zwischen Hersbruck und Hohenstadt durch die Bahn geplant.

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