Auswirkungen der Pandemie

Corona und der Ramadan

Die Gebete im Inneren der Moschee im alten Bahnhofsgelände links der Pegnitz in Hersbruck fallen in diesem Fastenmonat aus. | Foto: privat2020/04/redwebIGMG-Hersbruck-innen.jpg

HERSBRUCK  – Vergangene Woche begann für Muslime aus aller Welt der Ramadan. Das bedeutet: Vier Wochen lang von Sonnenaufgang bis -untergang enthaltsam leben. Nach dem Sonnenuntergang treffen sich die Gläubigen dann zum gemeinsamen Gebet, doch das wird in diesem Jahr nur im engsten Rahmen stattfinden.

Wegen der Corona-Krise hat der Ditib-Verein Hersbruck (Türkisch Islamisch-Kulturelle Union) schon seit längerem geschlossen, nun wurden auch alle öffentlichen Gebete im Rahmen des Ramadan abgesagt: „Die Ramadangebete und Koranlesungen in den Moscheen werden in diesem Jahr nicht stattfinden“, erklärt Ditib-Vorsitzender Yavuz Kavak.

Dennoch können die Gläubigen den Ramadan zelebrieren – nur eben im privaten Rahmen. „Die Abend- und Spätgebete finden eigentlich in der Gemeinschaft, also in der Moschee statt. In diesem Jahr können die gläubige Muslime nur zu Hause beten“, sagt Murat Gündogan, Gemeindesprecher der IGMG Gemeinschaft Hersbruck. Auch das gemeinsame „Iftar“, also Fastenbrechen am Ende eines Tages, feiern die Familien nur im engsten Kreise.

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Kontakt vermeiden

Die Moscheen sind trotzdem geöffnet: für Seelsorge, Beratungen, Bestattungen und verwaltende Tätigkeiten. Gottesdienste gibt es nicht, denn gerade beim Beten knien die Gläubigen Arm an Arm nebeneinander auf dem Teppich – Kontakt, der in der aktuellen Situation unbedingt vermieden werden muss.

Nicht nur die gemeinsamen Gebete in den Moscheen, sondern auch das Zuckerfest (arabisch: „Idul Fitr“, türkisch: „Ramazan Bayrami“) am Ende der vierwöchigen Fastenzeit und die Besuche bei der Verwandtschaft entfallen. Normalerweise sind diese Tage des Festes der Familie gewidmet: Man besucht Verwandte zu Hause, im Krankenhaus oder im Altersheim. „Die Grüße zum Ende des Fastenmonats müssen in diesem Jahr telefonisch überbracht werden“, so Kavak.

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