Das war der Dezember 1971

Als das Hersbrucker Schloss einen zweiten Turm bekam

„Die Symmetrie ist wiederhergestellt“ lautete die Überschrift in der HZ zur Wiedererrichtung des zweiten Schlossturms. | Foto: A. Geng2022/01/redwebP1030554.jpg

HERSBRUCKER SCHWEIZ – Im Dezember vor 50 Jahren gründeten sich aus sechs Scheichtümern und Emiraten am Persischen Golf die Vereinigten Arabischen Emirate mit Scheich Zayid bin Sultan Al Nahyan als Präsident. In Hohenstadt beging ein 34-Jähriger derweil eine grausige Bluttat.

Nach 14 Tagen war der Krieg in Indien zu Ende – Pakistan hatte kapituliert. Bei einer Skitour südlich von Sofia verunglückte der bulgarische Außenminister tödlich. Im kleinen Staat Andorra wurde das Wahlrecht für Frauen eingeführt. Dadurch erhöhte sich die Zahl der Wahlberechtigten um mehr als das Doppelte: von 1000 auf 2650.

Preis von Nobel für Brand

Egon Bahr vom Bundeskanzleramt und Michael Kohl vom DDR-Ministerrat unterzeichneten Vereinbarungen zum Transitverkehr von Privatpersonen und Gütern zwischen BRD und Westberlin. Außerdem wurde in Ostberlin die Besuchsregelung für Westberliner in die DDR und Ostberlin verabschiedet. Bundeskanzler Willi Brand war in Florida zu Besuch bei Präsident Richard Nixon und erhielt in Oslo den Friedensnobelpreis. Damit war er der vierte Deutsche, dem diese Ehrung zuteil wurde.

Und was war in der Hersbrucker Schweiz im letzten Monat des Jahres los? Auf der Titelseite vom 2. Dezember 1971 erfuhren die Leser der HZ von einer grausamen Bluttat in Hohenstadt: Eine 78-jährige, gelähmte Frau war ermordet worden. Der Täter hatte insgesamt 80 Mark und einige Silbermünzen geraubt. Von Anfang an verdächtigte die Polizei den 34-jährigen Untermieter, der seit sechs Monaten bei der Frau wohnte und spurlos verschwunden war. Und sie sollte Recht behalten: Zwei Tage später stellte er sich bei der Polizei in Frankfurt, weil ihn sein Gewissen plagte.

Einbruch ins Lagerhaus

In Hersbruck wurde 1971 der zweite Schlossturm wieder aufgebaut – er war 1909 wegen Baufälligkeit abgerissen worden –, und Unbekannte brachen ins Baywa-Lagerhaus an der linken Bahnlinie ein. Die Täter waren durch ein Kellerfenster eingestiegen und hatten – allerdings vergeblich – versucht, den Panzerschrank zu knacken.

Am Bau des Feuerwehrgerätehauses war bereits Halbzeit und der Fußgängerdurchlass im Spitaltor war provisorisch geöffnet. Die Altensittenbacher feierten Richtfest am neuen Pfarrhaus, und in Hersbruck war in der Schillinggasse die zweistöckige Stieglers-Villa eingestürzt, die Familie wurde evakuiert. Ab dem 1. Januar 1972 gehörte die Gemeinde Ellenbach mir ihren Ortsteilen Leutenbach und Weiher zur Stadt Hersbruck.

Unfall im Schnee

In Hartmannshof wurde die neu renovierte katholische Kirche eingeweiht, und die Breitenbrunner Feuerwehr freute sich über ihr erstes Löschfahrzeug. Auch die Henfenfelder bekamen ein neues Löschfahrzeug. In Weißenbrunn eröffnete das Hotel „Jura-Hof“, und in Happurg nahm die Polizei einen 18-jährigen Automatenknacker fest. Der junge Mann aus Limburg an der Lahn war auch verantwortlich für mehrere Einbrüche, unter anderem in eine Kfz-Werkstatt.

Die neue Straße zwischen Heldmannsberg und Wüllersdorf war kaum eingeweiht, da gab es schon den ersten schweren Unfall, weil Frau Holle es schneien ließ.

Albert Geng

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