Corona-Lockerungen

Abschlussklassen dürfen wieder Schulbank drücken

Unterricht in Corona-Zeiten: Die Klassen sind halbiert, der Abstand zwischen den Tischen ist groß, wie dieses Bild aus der Grete-Schickedanz-Mittelschule zeigt. | Foto: privat2020/04/redweb20200428-092314-1-.jpg

HERSBRUCKER SCHWEIZ – Seit Montag dürfen zumindest die Jungs und Mädels aus den Abschlussklassen wieder in die Schule. Doch der Unterricht dort sieht anders aus als vor Corona.

Die Grete-Schickedanz-Mittelschule hat sich wie auch die Johannes-Scharrer-Realschule und das Paul-Pfinzing-Gymnasium gerüstet für ihre Abschlussschüler: An den Eingängen gibt’s Desinfektionsmittel, die Toiletten sind ebenfalls mit Desinfektionsmitteln und Einmalhandtüchern ausgestattet, und in den Klassenzimmern stehen die Tische weit auseinander.

Im Zwei-Tages-Rhythmus

Zudem sind die Abschlussklassen an den Schulen geteilt worden, so dass nur mehr kleine Gruppen im Unterricht zusammenkommen. Behutsam und im Zwei-Tages-Rhythmus geht’s zum Beispiel an der Mittelschule zurück ins Schulleben: Die eine Hälfte der Abschlussschüler war Montag da und kommt heute wieder. Die andere Hälfte war gestern im Haus und ist morgen wieder dran. „Die Schüler sollen erst einmal ankommen“, sagt Franz Altmann, kommissarischer Schulleiter der Mittelschule. Im Happurger Schulhaus, wo es zwei neunte Klassen gibt, läuft das gleiche Prozedere ab. Nächste Woche steht den Mittelschülern dann wie früher eine Fünf-Tage-Woche ins Haus.

Doch wie früher wird es lange nicht werden. Schulveranstaltungen sind abgesagt, Ausflüge oder gar mehrtägige Reisen finden nicht statt. Enges Beieinanderstehen am Pausenhof oder Umarmungen unter Freunden sind passé. Abstand halten, lautet das Gebot der Stunde. „Für Jugendliche ist das schon schwierig“, sagt Altmann, „aber sie halten sich toll dran und machen sich durchaus auch ihre Gedanken darüber.“

Die Angst nehmen

Thomas Zankl, Leiter der Johannes-Scharrer-Realschule, spricht seinen Schülern ebenfalls ein Lob aus. „Die Zehntklässler gehen sehr vernünftig mit der Situation um und halten Abstand“, sagt er. Wie groß die Sorge der Schüler ist, aufgrund des Unterrichtsausfalls der vergangenen Wochen nun den Abschluss zu versemmeln, könne er nicht genau sagen. „Aber man sieht es vielen schon an, dass es sie beschäftigt. Es ist jetzt unsere Aufgabe, ihnen die Angst zu nehmen“, betont er.

Bei den Abiturienten am PPG sei die Stimmung derzeit weitgehend positiv, wenn auch hier am Montag alle „sehr respektvoll vor der Situation“ dagesessen hätten, so Direktor Klaus Neunhoeffer. Auch an der Mittelschule ist von Panik keine Spur. „Die Jugendlichen sind alle sehr aufgeräumt“, sagt Altmann. Er spüre eher Aufbruchsstimmung unter den Abschlussschülern ganz nach dem Motto „Pack‘ mers an“.

Masken werden in den Klassenzimmern der Grete-Schickedanz-Mittelschule nicht getragen, wohl aber auf den Gängen. Denn gerade da sei es schwierig, immer genug Abstand einzuhalten, so Altmann. „Wir haben den Schülern angeraten, in der Pause Masken zu tragen“, ergänzt Zankl. Die meisten Realschüler würden das auch tun.


Die Uhr tickt

An der Realschule unterrichten die Lehrer derzeit noch alle Fächer. Hier beginnen die Abschlussprüfungen erst am 1. Juli. Am PPG drängt dagegen die Zeit. Nur noch rund drei Wochen sind es bis zu den ersten Abiprüfungen. Aus diesem Grund bereiten die Lehrer die 128 Abiturienten nun gezielt auf die schriftlichen Abifächer vor. Die Klassen sind auch hier geteilt. Die Lehrer halten hier wie an den anderen Schulen ihren Unterricht doppelt, erst die eine, dann die andere Gruppe. „Uns war wichtig, dass die Schüler bei ihrer Lehrkraft starten“, erklärt PPG-Chef Neunhoeffer.

Auch für ihn waren die vergangenen Wochen seit der Schulschließung Mitte März nicht leicht. „Ich war jeden Tag da, es gibt viel zu tun“, sagt er. Unzählige Telefon- und Videokonferenzen habe er gemacht, vieles sei zu organisieren und zu kommunizieren. Die Lehrer hätten vor Ostern zum Beispiel jeden Schüler angerufen, um sich persönlich nach der Situation zu erkundigen.

Und auch mit einigen Problemen habe die Schule zu kämpfen. So gebe es Orte mit schlechter Internetverbindung und kaum Handyempfang. Auf dem Postweg würden die Lehrer ihren Schülern dann die Lernmaterialien schicken, erklärt Neunhoeffer. Denn auch wenn die Abiturienten seit Montag wieder in die Schule dürften, „die anderen sieben Jahrgänge sitzen noch zuhause.“

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