Als Leiter der Altstadtfreunde habe er das „Gesicht Laufs mitgeprägt“

Goldene Bürgermedaille für Baldur Strobel

Baldur Strobel (links) ist seit Freitagabend Träger der Goldenen Bürgermedaille der Stadt Lauf, die von Bürgermeister Benedikt Bisping in einer außerordentlichen Stadtratssitzung überreicht wurde. | Foto: Andreas Kirchmayer2019/10/Baldur-Strobel-Goldene-Burgermedaille-Lauf-Bisping-Kaiserburg-k.jpg

LAUF — Baldur Strobel, der Vorsitzende und das Gesicht der Laufer Altstadtfreunde, ist seit Freitagabend Träger der Goldenen Bürgermedaille der Stadt Lauf. In einer feierlichen außerordentlichen Stadtratssitzung im Kaisersaal der Laufer Kaiserburg lobte Bürgermeister Benedikt Bisping die langjährige ehrenamtliche Arbeit des 76-Jährigen.

Wie kaum ein anderer habe sich Strobel für die Kultur- und Denkmalpflege in Lauf eingesetzt, so Bisping zur Begründung. Strobel ist seit 1991 Mitglied der Altstadtfreunde, seit 2004 deren Vorsitzender.

Der gebürtige Nürnberger Strobel, ein ehemaliger Mathematik- und Physiklehrer am Laufer CJT-Gymnasium, sei „ein Macher, der stets mit anpackt, wenn es ums Mit- und Neugestalten geht“. Das habe er bereits als Lehrer gezeigt, etwa, als er zusammen mit Schülern die örtlichen Felsenkeller erkundete oder einen Lehm-Steinzeitofen auf dem Schulgelände baute. Bis heute, so Bisping, habe Strobel „keine Angst davor, sich die Hände schmutzig zu machen“.

Die Felsenkeller und die Reichel’sche Schleifmühle bezeichnete der Bürgermeister als „Vorzeigeprojekte“ der Altstadtfreunde. Viele Monate Arbeit seien nötig gewesen, um die Keller unter der Laufer Altstadt wieder zugänglich zu machen. Die Mühle an der Pegnitz war von dem Verein angemietet worden und nach aufwändigen Sanierungsarbeiten 2007 von der Stadt Lauf gekauft worden.

Wasserrad und Türmerwohnung

Die Altstadtfreunde kümmern sich darum, dass die Schleifmühle direkt unterhalt der Wasserbrücke gut in Schuss bleibt. Das vor einigen Jahren restaurierte Wasserrad sei eines der beliebtesten Fotomotive in Lauf, so Bisping. Dazu zähle aber auch Strobel selbst, wenn er bei Vorführungen in der Museumsschleiferei die von Besuchern mitgebrachten Messer und Äxte schärfe.

Daneben erwähnte Bisping unter anderem Rundgänge der Altstadtfreunde durch die ehemalige „Türmerwohnung“ im Johannisturm und durch die Kaiserburg. Auch als Autor, etwa von „Die Wappen in der Burg zu Lauf an der Pegnitz“ ist Strobel schon in Erscheinung getreten.

Für Heiterkeit sorgte der 76-Jährige, nachdem Bisping während seiner Rede in den Raum fragte, ob jemand denn noch gar nicht in den Felsenkellern gewesen sei – Strobel, der in der ersten Reihe saß, drehte sich daraufhin um und überprüfte mit gespielt strenger Miene, ob sich denn jemand meldet.

„Sie haben das Gesicht von Lauf geprägt“

Bisping fuhr fort, Strobel verfüge über das nötige pädagogische Talent, um Wissen zu vermitteln, andere für seine Sache zu begeistern und zum Mitmachen zu bewegen. Der 76-Jährige sei „gleichzeitig Chronist, Denkmalschützer, Kulturfreund und Tourismusförderer“, und das alles ehrenamtlich. Er sei zudem leidenschaftlich, optimistisch und immer mit Humor bei der Sache.

„Sie und Ihre Vereinskollegen haben mit Ihrer Arbeit und Ihren Ideen das Gesicht Laufs mitgeprägt, unsere Stadtgeschichte lebendig werden lassen und damit nicht nur die Lauferinnen und Laufer, sondern auch viele Gäste aus Nah und Fern angesprochen“, wandte sich Bisping an Strobel und bedankte sich bei ihm für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Lauf. Strobel habe es verdient, die Goldene Bürgermedaille der Stadt zu erhalten. Der entsprechende Beschluss im Stadtrat war einstimmig gefallen, so der Bürgermeister.

Nach der Verleihung der Medaille richtete sich Strobel an die Gäste, darunter die beiden stellvertretenden Bürgermeister, einige Laufer Stadträte und die Familie des Geehrten. „Meistens werden solche Reden ja bei einer Beerdigung gehalten. Ich kann es noch lebendig hören“. Strobel betonte, dass er als Vereinsvorsitzender zwar das Aushängeschild der Altstadtfreunde sei, es aber ohne die vielen Helfer nicht gehe. „Allein schaffen wir solche Dinge kaum, aber mit einem wunderbaren Team schafft man vieles“, so der 76-Jährige über die Erfolge des Vereins.

Wichtig ist das Zwischenmenschliche

Besonders erwähnte er seine Frau, die „im Hintergrund sehr wichtig“ für ihn gewesen sei. Strobel erinnerte an seine Zeit als Lehrer am Laufer Gymnasium, in der er viele junge Leute positiv beeinflusst habe. „Die Punkte, auf die ich besonders stolz bin, spielen sich auf der zwischenmenschlichen Ebene ab.“ So habe er eine Schülerin, die an Liebeskummer litt, getröstet, oder einem Schüler, der sitzen geblieben war, neuen Mut gemacht.

Strobel versprach, sich weiterhin einzubringen, auch wenn er im kommenden Jahr als Vorsitzender der Altstadtfreunde aufhören werde. 

Cornelia Trinkl, die als weitere stellvertretende Landrätin eingeladen war, betonte in ihrer Rede Strobels Tatkraft. Es sei wichtig, dass es Menschen gibt, die sich „auch in Führungspositionen engagieren“. Strobel sei ein Idealist im positiven Sinne, ein Vorbild und durch sein Wirken ein Botschafter nicht nur Laufs, sondern des ganzen Landkreises.

Höchstens 12 Träger gleichzeitig

Viel Applaus gab es nicht nur für Strobel, sondern auch für drei junge Feuchterinnen, die den Abend musikalisch umrahmten. Das Streichtrio Clara, Magdalena und Katharina Arantes spielte Werke von Mozart, Schubert und Ignaz Pleyel. Strobel selbst hatte sich den Auftritt gewünscht, die drei Schwestern sind Enkelinnen eines Freundes des Laufers.

Unter den vielen Gratulanten waren mit Heinz Lausch und Helmut Glimpel auch die anderen beiden noch lebenden Träger der goldenen Bürgermedaille. Nachdem vor wenigen Tagen der ehemalige Weltklasse-Leichtathlet Martin Lauer gestorben war, gibt es nun also wieder drei in dieser Form Geehrte.

Mit Lauers Tod hat die Auszeichnung von Strobel freilich nichts zu tun. Bereits im Juli war diese im Laufer Stadtrat beschlossen worden. Insgesamt darf es laut Satzung aus dem Jahr 1963 bis zu zwölf Träger der goldenen Bürgermedaille gleichzeitig geben, jährlich darf maximal zwei Personen die Auszeichnung zuteil werden. 

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer