Fränkische Bauern spenden

Frisches Heu für die Flutopfer

Neben dem ehemaligen Militärflughafen in Gütersloh dienen weitere Höfe in Nordrhein-Westfalen als Verteiler der Heuballen an die dortigen Bauern. Hier wird das Heu aus dem Nürnberger Land in Euskirchen bei Bonn abgeladen. | Foto: Privat2021/09/Abladen_in_Euskirchen-crop.jpg

HÖFLAS/ GÜTERSLOH – Es war eine spontane Aktion von drei Freunden aus Höflas, die unerwartet viel Unterstützung erhielt: Als Katharina Timmig, ihr Mann Erich Vogel und die gemeinsame Freundin Loreen Wolf vom Vogelhof in Höflas die Bilder des Grauens im Fernsehen sahen, die die Flut in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz im Juli hinterließ, beschlossen sie zu helfen (Die PZ berichtete).

Aufgrund der guten Heuernte am Vogelhof starteten sie eine Spendenaktion und eine Suche nach Lkw-Fahrern, die die Ballen in den Westen bringen – zu den Bauern, die mindestens für ein Jahr kein Heu mehr für ihre Kühe, Pferde und Schafe ernten können.

Ihr Aufruf hatte Erfolg. „Noch am Tag der Veröffentlichung in der Zeitung standen weitere Bauern mit Heu auf unserem Hof“, sagt Timmig. Auf den unterschiedlichsten Wegen meldeten sich außerdem Lkw-Fahrer, nur die Lkws fehlten.

Problem gelöst

Doch auch dieses Problem wurde gelöst: Über private Kontakte und durch die Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation Oase aus Hersbruck fanden sich die nötigen Transporter. Mittlerweile sind 166 Heuballen aus Franken im Hochwassergebiet angekommen. Dort übernimmt die Hilfsorganisation „Equiwent“ die Verteilung. „Jeder Lkw, den wir losschicken, löst bei uns immer noch Gänsehaut und ein paar Tränchen aus“, sagt Timmig.

Bis zu 2500 Euro pro Lieferung

Je nach Größe und Ernte kostet ein Rundballen laut Timmig zwischen 40 und 80 Euro. Auf einem Lkw befindet sich somit getrocknetes Gras im Wert von 1800 bis 2500 Euro nach aktuellem Heupreis.

Sobald ein neuer Lkw aus dem Nürnberger Land bereit steht, benachrichtigt Timmig die Kontaktpersonen in Nordrhein-Westfalen, um zu klären, wohin der Fahrer das Heu bringen soll. „Mittlerweile werde ich angerufen, mit der Frage: ,Hast du noch Heu?‘ – ,Ja, Heu ist vorhanden, aber die Transportmöglichkeit fehlt’“. Spender, Fahrer und Lkws sind dem Vogelhof weiterhin willkommen.

Die Berichte der Fahrer und die Rückmeldungen der Bauern beschreiben die schlimme Situation der Flutopfer. Ein Halter schilderte die Evakuierung von 80 Pferden, ein weiterer wisse nicht, wie er seine Kühe ernähren soll. „Eine Frau hat am Telefon einfach nur geweint, als ich ihr ein Bild von dem Heu geschickt habe, das am Sonntag ankommen wird“, sagt Timmig.

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