Südanbindung brächte nur unerwünschten Verkehr

Vor allem morgens und am späten Nachmittag kommt es durch die vielen Lkw, die in den Gewerbepark wollen oder von dort kommen, zu starken Verkehrsbehinderungen an der Anschlussstelle Langwasser der A 6. Hier sieht der Verkehrsgutachter dringenden Handlungsbedarf. Dagegen hält er den Kreisverkehr im GNF für voll funktionsfähig. Foto: Rüsing2011/06/gnf-verkehrsgutachten1.jpg

FEUCHT – Die Ergebnisse des Verkehrsgutachtens zur Anbindung des Gewerbeparks Nürnberg-Feucht-Wendelstein (GNF) und des geplanten Gewerbegebiets Moserbrücke ließ sich der Feuchter Bauausschuss erläutern. Das Ergebnis: Die vom Markt Wendelstein erwünschte Südanbindung ist nicht erforderlich. Sie würde sogar für zusätzlichen Verkehr im GNF sorgen. Handlungsbedarf sieht der Experte dagegen bei den Anschlussstellen zur A 6. Außerdem sprach er sich für eine Notfall-Verbindung aus dem Gewerbepark zur Richard-Hesse-Straße aus.

Ulrich Noßwitz vom Büro Brenner in Aalen informierte über die durchgeführten Verkehrszählungen und Befragungen von Verkehrsteilnehmern. Neben dem Ist-Zustand der Knotenpunkte untersuchte er auch die voraussichtliche Situation im Jahr 2025. Danach bekommt der Kreisverkehr im GNF die Bestwertung A. Und auch wenn in Verlängerung des Gewerbeparks das Gewerbegebiet Moserbrücke des Marktes Feucht entsteht, wird sich daran nichts ändern.
Der Diplom-Ingenieur bezeichnete es als „strukturelles Problem“, dass der Kreisel die einzige Zu- und Ausfahrt des GNF ist. Er empfahl eine zusätzliche Anbindung vom Bereich des Towers zur Richard-Hesse-Straße, die man bei einem Störungsfall im Kreisverkehr öffnen könne.

Der Markt Wendelstein ist die einzige der drei Mitgliedskommunen im GNF-Zweckverband, die keine direkte Verbindung zum Gewerbepark hat. Daher wünscht man sich dort seit langem die Südanbindung. Laut dem Verkehrsgutachten würde sie aber nur für zusätzliche Fahrten sorgen, „die mit dem GNF nichts zu tun haben“, so Noßwitz. Sie ersetze auch nicht den erforderlichen Ausbau der Knotenpunkte zur A 6.

Sowohl der südliche wie der nördliche Bereich der Anschlussstelle Langwasser bekommen von ihm sowohl aktuell als auch bei der Prognose für 2025 schlechte Noten. Daran würde auch der Umbau in Kreisverkehre nichts ändern, machte der Verkehrsexperte deutlich. „Das wäre rausgeschmissenes Geld.“ Eine wirkliche Verbesserung brächten allerdings Ampeln.

Die sorgen aber für dauerhafte Betriebskosten und für zusätzliche Abgasbelastung durch die wartenden Lkw, stellte Bürgermeister Konrad Rupprecht dazu fest. Er kann sich vorstellen, dass „Bypässe“ (zusätzliche Spuren) nach der Anschlussstelle der A 6 die Lage entschärfen könnten. Das müsse aber noch genauer untersucht werden.

Grundsätzlich hat für ihn das Verkehrsgutachten das erwartete Ergebnis geliefert. Der Feuchter Rathauschef wies auf eine Zweckverbandssitzung im Juli hin, bei der man wohl die Südanbindung bis auf weiteres „beerdigen“ wird. Dafür ist allerdings ein einstimmiger Beschluss der drei Partner-Kommunen nötig – eventuell verbunden mit einem „Schlupfloch“ für Wendelstein, dass die Trasse vielleicht irgendwann später doch noch mal angegangen wird.
Den „Notfall-Ausgang“ vom GNF zur Richard-Hesse-Straße unterstützt Rupprecht. Wenn, wie demnächst, Reparaturen im Kreisverkehr durchgeführt werden müssen, der täglich von zahlreichen Lastern befahren wird, könne man dann künftig den Verkehr umleiten.

Gegen die Südanbindung sprach sich auch Lothar Trapp (SPD) aus. Diese würde nur für hohe Kosten für den Zweckverband sorgen und quer durch den Bannwald verlaufen.

Wenn die Trasse in Richtung Wendelstein vom Tisch ist, blickte Rita Bogner (Die Grünen) nach vorne, könnte man die aktuell ausgeklammerte Streckenführung wieder zu Bannwald erklären. Dieser Bereich könnte dann für Ausgleichsmaßnahmen genutzt werden, meinte sie.

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