Gründungsversammlung in Moosbach

Dorfladen nimmt weitere Hürde

Der neu gewählte Gesellschafterrat (v.l.):. Mathias Langhans, Gabriele Fischer, Michael Marks, Jörg Kotzur, Manfred Meindl, Gerlinde Kotzur und Wolfgang Gröll. | Foto: privat2017/03/Gesellschafterrat.jpg

MOOSBACH – Das Projekt „Dorfladen Moosbach“ hat auf dem Weg zur Realisierung eine weitere Hürde genommen. Nach der überaus gut besuchten Informationsversammlung (wir berichteten) war auch das Interesse an der eigentlichen Gründungsversammlung sehr groß.

85 Personen hatten sich dazu in der Bürgerhalle eingefunden. Dass es sich dabei tatsächlich um „echte Interessenten“ handelt beweist die Tatsache, dass einige davon bereits an diesem Abend Gesellschaftsanteile zeichneten.
Dank der ausgezeichneten Vorbereitung durch den Arbeitskreis und Unternehmensberater Wolfgang Gröll waren die Abstimmung über den Gesellschaftsvertrag und die Wahl des Gesellschafterrates reine Formsache.
Dem Konstrukt liegen die Prinzipien des genossenschaftlichen Gedankens zu Grunde. Jedes Mitglied hat eine Stimme.

Oberstes Ziel der Bürgerläden ist nicht Gewinnmaximierung, sondern achtsamer Umgang mit regionalen Ressourcen, die Einbindung aller Bürger vor Ort; die Mitarbeiter arbeiten nicht nur des Geldes wegen, sondern weil sie einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen.

Die Gesellschafter haften nur begrenzt mit ihrer Einlage, darüber hinaus gehende Haftungen werden ausgeschlossen. Bei Tod scheidet der Gesellschafter aus, eine Übertragung der Anteile ist möglich.

Die stillen Gesellschafter werden vom Gesellschafterrat vertreten, dessen Mitglieder als „geboren“ dem Beirat/Aufsichtsrat der Gesellschaft angehören.
Diese Rechtsform der Bürgergemeinschaft gewährleistet, dass die Mitglieder bestimmen und entscheiden.

Der Gesellschafterrat

Dem Gesellschafterrat, der nun das weitere Vorgehen aktiv angehen kann, gehören neben Jörg Kotzur, der schon bisher eine der treibenden Kräfte war, Mathias Langhans, Gabriele Fischer, Michael Marks, Manfred Meindl, Gerlinde Kotzur und Unternehmensberater Wolfgang Gröll an.

Dass die Moosbacher ein großes Interesse an „ihrem“ Dorfladen haben, zeigte schon das Ergebnis der im Vorfeld durchgeführten Umfrage.

Die Rücklaufquote war laut Gröll mit 42 Prozent sehr beachtlich. Und diese 42 Prozent versprechen Potential: so könnte der Umsatz des Ladens laut Befragung bei rund 760.000 Euro liegen und über die Anteile ein mögliches Eigenkapital „zwischen 42.000 und 84.000 Euro“ generiert werden. Bis jetzt bringen es 69 Anteilszeichner bereits auf eine Zeichnungssumme von 24.700 Euro.

250 Euro Mindesteinlage

Das Werben um Anteile geht weiter. Es können jederzeit Zeichnungsscheine ausgefüllt und abgegeben werden. Diese gibt es auf der Homepage der Marktgemeinde Feucht, im Bürgerbüro im Rathaus oder per Mail unter [email protected]. Abgegeben werden können die Anteilsscheine dann in der Ungelstetter Straße 12.

Wer sich beteiligen will kann dies mit einer Mindesteinlage von 250 Euro tun, Mehrbeträge müssen ganzzahlig durch 50 Euro teilbar sein.

Konkrete Verhandlungen

Nachdem die Rechtsform nun fest steht und der Gesellschafterrat ein Mandat hat kann konkret an die Verwirklichung herangegangen werden.
Bekanntlich sind zwei Standorte für den Bürgerladen im Gespräch: der Saal der ehemaligen Gaststätte und das frühere Sparkassengbäude.

Wie Jörg Kotzur im Gespräch mit unserer Redaktion betonte kann man nun konkret in die Verhandlungen einsteigen. Nach diesem Ergebnis – wird ein Objekt angekauft oder nur gemietet – wird sich auch der Investitionsaufwand richten.

N-Land Lorenz Märtl
Lorenz Märtl