Bauausschuss empfiehlt Bebauungsplan ins weitere Verfahren zu bringen

Moser Brücke: „Auf der Zielgeraden“

Das Gewerbegebiet Nürnberg Feucht (GNF) von Osten. Am unteren Bildrand, zwischen Autobahn und GNF, sollen weitere Gewerbeflächen entstehen. Links daneben die bisher als Gewerbefläche ausgewiesenen Areale. Foto: Bischof & Broel2013/12/luftbildgnf_New_1386944401.jpg

FEUCHT — Im Bauausschuss Feucht besprachen die Mitglieder am Donnerstagabend den Bebauungsplan Nr. 60, die Moser Brücke. Fast alle Gemeinderäte zeigten sich zufrieden mit dem geplanten, neuen Gewerbegebiet.

Dass der Plan Moser Brücke ein emotionales Thema ist, zeigte sich zu Beginn der Sitzung. Schließlich plant die Gemeinde, das bestehende Gewerbegebiet Nürnberg-Feucht an der östlichen Seite zu erweitern. Dafür muss Bannwald gerodet werden, der an anderer Stelle ausgeglichen wird.

Ein Bürger brachte gegenüber den Ausschussmitgliedern sein Unverständnis zum Ausdruck. „Wieso muss eine Stelle, die europäisches Vogelschutzgebiet ist, einem Gewerbegebiet ausweichen, wenn in anderen Gemeinden noch genügend Gebiete frei sind?“, fragte er.

Bürgermeister Konrad Rupprecht sieht die Entwicklung des Bebauungsplans dennoch positiv. „Das ist seit vielen Jahren gereift“, sagte er. „Wir sind in die Zielgerade eingebogen.“ Diese werde am Dienstag im Gemeinderat weiterverfolgt.

Olaf Bäumer vom Wiesbadener Planungsbüro Stadt Quartier versuchte bei seiner Präsentation, Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Schließlich liegt die 14,9 Hektar große Fläche zwischen dem bereits bestehenden GNF, der Autobahn und der S-Bahnstrecke. Geschützte Arten wie der Schwarzspecht hätten sich bereits in andere Teile des Waldes zurückgezogen, in denen es ruhiger ist. Hinzu kommt, dass der neue Gewerbepark anstelle von drei anderen Flächen entsteht, die im momentan rechtskräftigen Flächenplan verzeichnet sind und aufgelöst werden sollen: Drei Areale, mit insgesamt 15 Hektar Grund, sind im Bannwald als Gewerbefläche ausgewiesen, alles ehemalige US-Niederlassungen, die verstreut im Wald liegen. Diese werden „renaturiert“ und in Zukunft als Ersatz- und Ausgleichsflächen ausgewiesen. Durch diesen Tausch der Flächen „haben wir keine Durchschneidung des Waldes“, sagt Bäumer. Außerdem entstehen bei Fischbach, Winkelhaid, im Feuchter Forst und bei Lindelburg die erforderlichen Ersatzaufforstungsflächen.

Die Bebauungsplan und Planentwurf entsprechen laut Bäumer den gesetzlichen Vorgaben. „Das ist alles jurstisch geprüft.“ Die ursprüngliche Bestandsaufnahme von Flora und Fauna aus dem Jahr 2004 hat der Markt Feucht ebenfalls aufgrund der eingegangenen Stellungnahme während der öffentlichen Auslegung noch einmal überprüfen lassen.

Die meisten Gemeinderäte hielten diesen Tausch der Flächen für eine gute Lösung. Lothar Trapp (SPD) sprach davon, dass das Gewerbegebiet Moser Brücke eine Möglichkeit sei, „die wir uns antun sollten“. Schließlich habe Feucht keine anderen Flächen mehr zur Verfügung. Herbert Bauer (CSU) sprach von einer sinnvollen Arrondierung, „die wir nicht nur unseren Gewerbetreibenden schuldig sind“.

Einzig Rita Bogner von den Grünen hatte Einwände: „Wir haben genügend Gewerbeflächen im Umland.“ Ein globales Umdenken sei nötig anstelle des Blicks auf mögliche Gewerbeeinnahmen. „Der Bannwald hat seine Berechtigung. Wir betrügen uns selber. Die alte Fläche wäre nie als Gewerbegebiet realisiert worden.“ Auf der neuen Gewerbefläche ist Einzelhandel nicht erlaubt, um den Geschäften im Ortskern keine Konkurrenz zu machen. Ausnahme: Produzierende Gewerbe dürfen ihre Waren an Ort und Stelle verkaufen. Mit acht Stimmen zu einer Gegenstimme (Bogner) empfahlen die Ausschussmitglieder dem Marktgemeinderat, den Planungsentwurf des Bebauungsplans Moser Brücke am Dienstag abzusegnen. kap

Die Pläne können im Bauamt zu den üblichen Öffnungszeiten eingesehen werden.

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