Feucht will anschieben

Mittelzentrum nur eine „Worthülse“?

Fast genau zwei Jahre ist es her, dass Ministerpräsident Markus Söder am Alten Kanal den Gedenkstein für das Mittelzentrum enthüllt hat. Ihm applaudierten (von links) die Bürgermeister Werner Langhans, Konrad Rupprecht und Bernd Ernstberger. | Foto: Alex Blinten/Archiv2020/07/Schwarzenbruck-Mittelzentrum.jpg

FEUCHT – Der Marktgemeinderat beschließt auf Antrag von Oliver Siegl, die Möglichkeiten, die das gemeinsame Mittelzentrum 
mit Schwarzenbruck und Wendelstein bietet, besser auszuschöpfen und dafür zunächst ein Dreiergespräch zu führen.

Seit zwei Jahren besteht das Mittelzentrum Feucht – Schwarzenbruck – Wendelstein, ein Zusammenschluss der drei Gemeinden, der vor allem Vorteile bei der infrastrukturellen Erschließung bringt. In einem Mittelzentrum sind Angebote möglich (Fachärzte, Krankenhaus, weiterführende Schule), die eine kleine Kommune auf Grund ihrer Einwohnerzahl allein nicht vorhalten könnte. Reicht nun die Anwohnerzahl in einer Gemeinde nicht aus, um sie allein in ein Mittelzentrum hochzustufen, so können sich, wie im Fall von Feucht, Schwarzenbruck und Wendelstein, auch Kommunen zusammenschließen.

Dies haben die drei mittelfränkischen Gemeinden vor zwei Jahren getan, aber von verschiedenen Seiten ist zu vernehmen, man möchte doch nun auch einmal Früchte dieses Handelns sehen.

So geht es zum Beispiel dem CSU-Fraktionschef und zweiten Bürgermeister Oliver Siegl, der bereits im April dieses Jahres einen Antrag an das Gremium und den damaligen Bürgermeister Konrad Rupprecht stellte, die Möglichkeiten des Zusammenschlusses stärker auszuschöpfen. Die Synergieeffekte und Chancen „sollten noch besser bekannt gemacht und insbesondere gelebt werden“, heißt es darin.

Wesentlich findet Siegl im Namen seiner Fraktion, „dass ein intensiverer Erfahrungsaustausch und gemeinsame Tätigkeiten, wie auch gemeinsame Sitzungen der Gremien und Ausschüsse vollzogen werden“. Eine gemeinsame Internetseite für Informationszwecke wäre ebenfalls von Vorteil. Beantragt wurde daher von der CSU „bei der Gemeinde Schwarzenbruck und der Marktgemeinde Wendelstein anzufragen und auszuloten, wie diese zu einer Intensivierung der Kontakte und Zusammenarbeit im Zusammenhang mit dem Mittelzentrum stehen“.

Fehlendes Schwimmbad ein Thema?

Wie die bisherige „Worthülse“ mit Leben erfüllt werden solle, sei noch nicht das Thema, erläuterte Siegl in der Sitzung. Zunächst solle man mit den beiden Partner-Gemeinden Kontakt in der Sache aufnehmen. Ines Stelzer (SPD) glaubte, es sei schwierig das Thema ohne konkreten Inhalt anzupacken, wie es Siegl zunächst forderte. Das Fehlen von Schwimmbädern für den Schulunterricht zum Beispiel sei ein wichtiges Thema und eines, das die drei Gemeinden gleichermaßen betreffe.

Oder doch das Sammeln von Altfett?

Auch Herbert Bauer (CSU) befand, der Zusammenschluss der drei Kommunen „dümpelt vor sich hin“ seit seiner Gründung und sprach das Projekt „Jeder Tropfen zählt“ an, bei dem Altfett aus Haushalten zum Recyceln gesammelt wird: eine Aktion, von der er glaubt, dass sie sich eigne, auf Basis des Mittelzentrums auch in Feucht, Schwarzenbruck und Wendelstein umgesetzt zu werden.


Diese Initiative sei gut, befand Hannes Schönfelder (SPD), habe aber mit der Problematik nichts zu tun. Ein Mittelzentrum habe andere Aufgaben, nämlich solche, die ihm in der Landesplanung zugewiesen werden. Schwimmen an den Grundschulen würde da schon eher passen.

Kotzur kündigt Gespräche an

Bürgermeister Jörg Kotzur informierte schließlich, dass er bereits mit seinen Kollegen Markus Holzammer (Schwarzenbruck) und Werner Langhans (Wendelstein) Kontakt aufgenommen habe. Man werde sich demnächst in dieser Angelegenheit zusammensetzen und das weitere Vorgehen besprechen. Dieser erste Schritt wurde von den Marktgemeinderäten ohne Einwendungen gut geheißen.

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