Aktionsbündnis „Ja zum Wald“ machte mobil

Mit dem Fahrrad ins Gebiet an der Moserbrücke

Das Waldgebiet an der Moserbrücke war Ziel der Radeltour-Teilnehmer, die am Sparkassenplatz in Feucht starteten. Sie hoffen auf eine Mehrheit für den Erhalt des Waldgebiets beim Bürgerentscheid am 26. Juli. Foto: Blinten2015/06/aktionsbuendnis.jpg

FEUCHT – Das Aktionsbündnis „Ja zum Wald“ hat noch einmal im exakten Sinne des Wortes mobil gemacht. Gegner eines möglichen Gewerbegebiets Moserbrücke, dem eine große Waldfläche im Norden Feuchts zum Opfer fallen müsste, trafen sich zur Fahrradtour in den Forst, wo Marktgemeinderat Hannes Schönfelder und seine Mitstreiter vom Bund Naturschutz noch einmal über Details des für sie nicht akzeptablen Projekts Moserbrücke informierten.

Angesprochen auf eine mögliche Gefährdung der Tour-Teilnehmer durch Altmunition im Waldboden, winkte Schönfelder ab und erinnerte an die Veranstaltung im Sommer vergangenen Jahres, als man sich ebenfalls mit einer großen Gruppe in dem an das Gebiet des Gewerbeparks Nürnberg-Feucht (GNF) angrenzenden Wald getroffen hatte. „Damals hat sich auch der Bürgermeister der Marktgemeinde in Lebensgefahr begeben“, spottete Schönfelder in Anspielung auf die Argumente in Sozialen Netzwerken gegen die Radeltour des Aktionsbündnisses.

Gebiet ist frei zugänglich

Bislang ist das Waldgebiet an der Moserbrücke frei zugänglich. Hier kann jeder auch abseits der Wege überall hin. Regelmäßig sind hier auch Pilzesammler unterwegs. Trotzdem: Dass in dem Areal Altmunition im Boden liegt, ist in Feucht kein Geheimnis. Das angrenzende GNF-Gebiet musste ja vor seiner Bebauung ebenfalls großflächig entmunitioniert werden. Von Munitionsresten befreit wurde übrigens auch der abgeholzte Waldstreifen zwischen GNF-Areal und A 6, der dem jetzt anstehenden dreispurigen Ausbau der Autobahn zum Opfer fällt. Was jetzt unter großem Aufwand gesucht und dann aus dem Boden geholt werden musste, sind Überreste einer verheerenden Explosion im Jahr 1949, als die damalige Muna bei Feucht in die Luft flog und Artillerie-Granaten und Munition aller Art über ein riesiges Gebiet verstreut wurde.

Für die Unterstützer von „Ja zum Wald“ steht jedenfalls fest, dass ein Hinweis auf die Belastung des Gebiets an der Moserbrücke mit Munitionsresten kein Argument für ein Gewerbegebiet sein kann. Sie wollen 150.000 Quadratmeter Reichswald, rund 9000 Bäume, vor der Abholzung bewahren.

Bürgerentscheid am 26. Juli

Das Aktionsbündnis für den Erhalt des Waldes hat auch am vergangenen Samstag wieder im Zentrum von Feucht informiert. Am 26. Juli haben dann die Feuchter Bürger die Entscheidung, ob sie dem von „Ja zum Wald“ initiierten Bürgerentscheid folgen und ein Gewerbegebiet Moserbrücke ablehnen, oder ob sie dem Bürgerentscheid folgen, der von einer Marktgemeinderatsmehrheit als Ratsbegehren auf den Weg gebracht wurde. Dann können sie ihre Stimme für ein neues Gewerbegebiet abgeben.

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