Schnaittacher Feuerwehr wurde 150 Jahre

Festwochenende der Superlative

Die Schnaittacher Jubelwehr heute im Festzug. | Foto: Schuster2019/09/150-jahre-ffw-schnaitt-festzug-jubelwehr.jpg

Schnaittach. Große Einsätze vergisst man ebenso wenig wie große Feste. Letzteres traf am Wochenende auf die 150-Jahrfeier der Freiwilligen Feuerwehr Schnaittach in vollem Umfang zu. Das Bürgerweiher-Areal bot eine eigene Feuerwehr-Kirchweih mit großem Festzelt und Schaustellern. Einer der Höhepunkte dieses grandiosen Festes war neben dem heutigen Festzug mit über 100 Gruppen auch der Leistungsvergleich von 28 Jugendgruppen.

Die Feierlichkeiten begannen am Freitagabend mit einem Zug der Jubelwehr mit den Patenwehren zum Festzelt. Als Vorsitzender des Feuerwehrvereins übernahm Harald Kiesl die Begrüßung der Gäste und merkte dabei an, dass er und seine Kameraden von der großen Besucherzahl überwältigt seien. Kiesl bezeichnete dies als Wertschätzung der Ehrenamtlichen, die täglich für Einsätze bereit stehen.

Heimo Messer, der Schirmherr des Jubiläumsfestes, mahnte alle Bürger daran zu denken, was die Feuerwehrleute im Ernstfall für sie leisten. Messer, der auch Ehrenfeuerwehrmann ist, freute sich, dass der Bürgermeister zu seinen Gunsten auf die Schirmherrschaft verzichtet hatte.

Als oberster Dienstherr der Schnaittacher Feuerwehr dankte Bürgermeister Frank Pitterlein für die geleistete Arbeit. „Schön, dass es euch gibt“, formulierte er, wohlwissend, dass es nicht immer leicht sei, zu jeder Tages- und Nachtzeit innerhalb von Minuten die Einsatzbereitschaft herzustellen. Er versprach auch weiterhin die Unterstützung der Gemeinde bei der Beschaffung erforderlicher Ausrüstung.

„Uns liegt viel an der Patenschaft“, betonte Vincent Engelke, der Hauptbrandinspektor aus dem östereichischen Frohnleiten. Dass diese Paten- längst auch zur Freundschaft geworden ist und nun mittlerweile seit einem halben Jahrhundert besteht, wissen nur die wenigsten der derzeit aktiven Wehrleute. Engelke überreichte stellvertretend für seine mit angereisten Kameraden aus der über 6500 Einwohnerstadt in der Steiermark ein Fahnenband. Unter seinen Kameraden waren auch zwei, die bereits beim allerersten Schnaittach-Besuch mit von der Partie gewesen waren, nämlich Wolfgang Königshofer und Werner Kainz.

Bestens war die Stimmung beim Einmarsch der Fahnenträger nach dem Festzug. | Foto: Schuster2019/09/150-jahre-ffw-schnaitt-einzug-festzelt.jpg

 

Nachdem es nur kurze Reden am Podium gab, konnte die Band „Rotzlöffl“ gleich in die Vollen gehen, die auch schon Auftritte in Brasilien oder in Las Vegas (USA) hatte. Und brauchen die Franken – in diesem Fall die Schnaittacher – normalerweise ein bisschen, bis sie in Stimmung kommen, so war das am Freitag ganz anders. Die Jungs der Band, deren Motto lautet „Boarisch rocken – von der Jugend bis zur Oma“, gingen gleich von Beginn an lautstark und aktiv auf das Publikum zu. Alpenrock wie der Goisern-Titel „Brenna tuat´s guat“ oder auch die neueren Hits wie „Cordula Grün“ gepaart mit eigenen Titeln, verbunden mit Spaß und Witz, waren der Garant einer genialen Liveshow.

Die „Rotzlöffl“ heizten dem Festpublikum am Freitagabend ein. | Foto: Schuster2019/09/150-jahre-ffw-schnaitt-feiern-freitag2.jpg

 

Das große Zelt für 2000 Personen sei bereits am Freitagabend mit rund 1200 Gästen gut gefüllt gewesen, ähnlich wie am Samstagabend, als die Band “D`Rebell´n“ auftrat, sagte Festwirt Reinhard Gschrey.

Am Samstagnachmittag parkten in Schnaittach dann so viele Feuerwehrautos, da hätte man leicht einen Großeinsatz der Wehren vermuten können. Hier war jedoch die bayerische Jugendleistungsprüfung im vollen Gang. Über diese wird die PZ in einer ihrer nächsten Ausgaben berichten.

Der Festsonntag begann mit einem Gottesdienst in der Kirche St. Kunigund. Ohne Zweifel das Highlight war aber der Nachmittag. Ein Festzug der Superlative mit 107 Gruppen und rund 2300 Teilnehmern marschierte durch die Marktgemeinde. Neben einigen Schnaittacher Vereinen nahmen vorwiegend Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis teil, sechs Musikkapellen sorgten für den passenden Rahmen. Nette Motive, mit Handwagen oder Traktor gezogen, brachten Farbe in den schier nicht endenden Zug.

Über zwei Kilometer war die Strecke lang und dies war zu kurz, denn als die erste Gruppe mit den Schnaittacher Feuerwehrmännern bereits vor dem Festplatz stand, starteten erst die letzten Teilnehmer. Die Wegstrecke war von Zuschauern gut gesäumt. Nach etwas über einer Stunde zogen die Fahnen der Vereine unter lautstarkem Beifall in das Zelt ein. Man hörte nur lobende Worte über die Organisation.

Am Abend schloss mit der Band „Moonlights“ das Jubiläumsfest, das wohl noch viele Jahre in aller Munde bleiben wird.

N-Land Udo Schuster
Udo Schuster