Lauf startet am Mittwoch

Es gibt Tickets fürs Freibad

Der Eingang zum Laufer Freibad. Am Mittwoch öffnen sich die Tore. | Foto: Krieger2020/06/Image-1-scaled.jpg

LAUF — Die Stadt Lauf wird ihr Freibad wie geplant am Mittwoch, 1. Juli, eröffnen. Tickets müsen online gebucht werden. Nun hat sich der Stadtrat auch auf Eintrittspreise verständigt.

Die Webseite für Buchungen sollte nach Angaben der Stadtverwaltung in der Nacht auf Samstag freigeschaltet werden. An der Freibadkasse selbst gibt es keine Eintrittskarten, darauf weist die Kommune hin. Zum Zweck einer „Kontaktpersonennachverfolgung“ sei die Vorabbuchung erforderlich. Wer keinen Zugang zum Internet hat, kann Tickets allerdings auch im Bürgerbüro erwerben (ab 14 Uhr am Montag).

Die Sitzung des Stadtrats am Donnerstagabend setzte den vorläufigen Schlusspunkt unter eine über Wochen hinweg teils hitzig geführte Debatte.

Hitzige Debatte

Die Kommune hatte schon früh beschlossen, die Saison abzusagen. Sie entschied sich dann aber angesichts der zunehmenden Lockerungen der Corona-Maßnahmen im Freistaat um (die Pegnitz-Zeitung berichtete). In zahlreichen Kommentaren im Netz und Leserbriefen in der Pegnitz-Zeitung war der Stadtrat zuvor kritisiert worden.

Nachwehen dieser Auseinandersetzung waren noch zu spüren, als SPD-Stadtrat Georg Schweikert die „Respektlosigkeit eines Einzelnen“ kritisierte, der das Abstimmungsergebnis „in den sogenannten sozialen Medien“ veröffentlicht habe. Gemeint war Benedikt Bisping (Grüne), der bei Facebook gepostet hatte, welcher Stadtrat bei der Entscheidung über die Badöffnung wie abgestimmt hatte.

Er werden „Konsequenzen im persönlichen Umgang“ ziehen, kündigte Schweikert an, der sich an den Pranger gestellt fühlte. Felix Locke von den Freien Wählern sprang ihm darin bei, er unterstütze seinen Vorredner, erklärte er. Der derart gescholtene Bisping äußerte sich in der Sitzung nicht dazu. Andere Mitglieder der Grünen hatten das umstrittene Posting bereits im Vorfeld der Sitzung als Zeichen von Transparenz verteidigt.

Bei der Debatte um die Eintrittspreise zeichneten sich schnell zwei Fronten ab. Die Verwaltung hatte den Vorschlag eines abgestuften Preismodells erarbeitet, bei dem für die kürzeren Vormittags- und Abendschichten, die jeweils zwei Stunden lang sind, nur zwei Euro fällig werden, während der fünfstündige „Nachmittagsslot“ vier Euro kostet. Aus der SPD und der CSU kam viel Kritik daran, beide hätten gerne durchgehend vier Euro verlangt, gleich für welche Badedauer.

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Was ist solidarisch?

Der Vorschlag, so SPD-Stadtrat Schweikert, bedeute in Teilen, nämlich bei den kürzeren „Slots“, eine Preissenkung. Diese könne er nicht mittragen. Schweikert: „Es gilt der Grundsatz der Solidarität.“ Die Stadt öffne das Bad und nehme dafür hohe Mehrkosten in Kauf, nämlich 250.000 bis 300.000 Euro. Da sei es nur gerecht, die Schwimmer daran zu beteiligen.
Abgestufes Modell oder nicht?


Grünen-Stadtrat Ahmet Eryazici führte „die von der Pandemie Betroffenen“ an, die in Kurzarbeit seien oder um ihre Stelle bangen müssten, „die haben das Geld nicht“. Eva Kneißl (Grüne) wandte hingegen ein, dass die Abstufung der Preise durchaus eine „Steuerungsfunktion“ habe und bei gleich hohen Preisen die Nachmittagsschicht wohl schnell ausverkauft sei. Auch Felix Locke (FW) argumentierte so: „Wir sollten schon eine Abstufung machen.“

Für Christian Mayer von der CSU war das aber kein Argument. Die kürzeren Slots würden vor allem von Sportschwimmern genutzt, die auch vier Euro bezahlen würden. Am Nachmittag kämen hingegen die Familien, sie sollten für fünf Stunden nicht mehr hinlegen müssen als die Sportschwimmer für zwei Stunden, „das ist Solidarität“. Mayer warnte
die Stadträte davor, zu freigiebig zu sein: „Geld wächst nicht auf den Bäumen. Was wir im Freibad nicht einnehmen, das fehlt uns dann für andere Zwecke im Haushalt.“ Die Coronakrise werde ohnehin zu weniger Einnahmen führen. Klar müsse allen sein: „Die ganze Bevölkerung subventioniert hier die Nutzer.“

20 Euro pro Kopf Zuschuss

Bei etwa 30.000 Besuchern in dieser Saison, rechnete sein Fraktionskollege Günther Felßner vor, seien es „pro Kopf 20 Euro, die die Allgemeinheit zuschießt“. Er sei sich nicht sicher, ob die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie schon allen bewusst seien.

Die Kritiker konnten sich nicht durchsetzen. Mit 18 zu 12 Stimmen votierte der Stadtrat für den Verwaltungsvorschlag. Er sieht außerdem eine einheitliche Ermäßigung um 50 Prozent für Rentner, Inhaber von Ehrenamtskarten, Jugendliche, Wehrdienstleistende und Freiwilligendienstleistende sowie Schwerbehinderte, Arbeitslosengeld- und Hartz-IV-Empfänger vor. Die Ermäßigung muss bei der Online-Buchung angeklickt werden, entsprechende Nachweise werden dann an der Freibadkasse fällig, wie die Stadtverwaltung auf Nachfrage des Linken-Stadtrats Werner Schäfer erläuterte.

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