Aus dem Gemeinderat Leinburg

Eine Ampel für Unterhaidelbach?

Dass die Sicherheit der Bürger für sie höchste Priorität hat, betonten viele der Gemeinderäte immer wieder. Doch wie die perfekte Lösung an der Kreuzung in Unterhaidelbach aussehen könnte, darin sind sie sich noch nicht ganz einig. Archivfoto: Kappes2015/10/unterhaidelbachkreuzung_New_1444745402.jpg

UNTERHAIDELBACH – Erhält Unterhaidelbach eine Ampel an der gefährlichen Kreuzung, die den Ort zerschneidet? Der Preis dafür scheint für viele Gemeinderäte hoch: Die zwei Bushaltestellen an der Staatsstraße müssten in den Ort verlegt werden.

„Einen Tod müssen wir sterben“, brachte es Gemeinderätin Jutta Helmreich (SPD) auf den Punkt. Denn die Gemeinde hat nicht genügend Grund zur Verfügung, um an der Kreuzung eine Fußgängerampel und die zwei Bushaltestellen unterzubringen (wir berichteten mehrfach). Für Helmreich geht die Sicherheit der Bürger vor. Sie sprach von einer „optimalen Lösung“. Die Gemeinderatssitzung am Montagabend war gut besucht: Fast 40 Unterhaidelbacher waren erschienen, um zu erfahren, was in ihrem Ort passiert.

Vor allem Dagmar Frank (CSU), selbst Unterhaidelbacherin, brachte immer wieder Vorbehalte vor: Wenn die Busse fortan durch den Ort fahren, steigt der Lärm, zudem müssten Buslinien gestrichen werden. Ein Umstand, der nicht nur Frank sauer aufstieß.

Seit Jahren wird um die Verkehrssituation diskutiert. Anwohner fordern eine Ampel, besonders für Schüler, die morgens die Staatsstraße überqueren müssen. „So weit waren wir noch nie mit den Planungen“, sagte Bürgermeister Joachim Lang. Wenn die Räte sich für die Ampel entscheiden, könnten später immer noch die Haltestellen an die Staatsstraße zurückkehren – wenn der angrenzende Anwohner sich entschließt, Teile seines Grundstücks an die Gemeinde zu verkaufen.

Mit der Ampel an sich zeigten sich die Gemeinderäte sehr zufrieden. Norbert Grüner vom Staatlichen Bauamt stellte die Planungen vor. Die Ampel ist auf dem neuesten Stand der Technik und hat sozusagen Köpfchen: Sie ist auf Dauergrün eingestellt. Drückt ein Fußgänger den Knopf, schaltet sie auf Rot und erkennt, ob jemand langsam läuft und verlängert die Rotphase. Die Ampel ist auch so schlau und merkt, ob jemand nur zum Spaß gedrückt hat.

Induktionsschleifen im Boden der Zufahrtstraßen aus der Ortschaft sollen es vor allem Traktoren erleichtern, von Unterhaidelbach auf die Staatsstraße zu fahren. Stehen sie länger als 30 Sekunden, schaltet die Fußgängerampel auf Rot, die landwirtschaftlichen Fahrzeuge können auf die Kreuzung einbiegen.

„Intelligente Anlage“

Auch für gehandicapte Verkehrsteilnehmer ist die Ampel gerüstet: Klack-Geräusche helfen Sehbehinderten ebenso wie gerillte Pflastersteine. Ein abgesenkter Bordstein auf einem Teil der Bepflasterung trägt Kindergwagen-, Rollator- und Rollstuhlnutzern Rechnung.

Den Löwenanteil der Kosten von etwa 100.000 Euro übernimmt der Freistaat. Die Bauzeit beträgt höchstens drei Monate, so Grüner. Mit dem Bau begonnen werden könnte bereits nächstes Jahr – wenn die Gemeinderäte sich einig sind.

Allein, die Gemeinderäte fassten noch keinen Entschluss. Sie wollen in der nächsten Sitzung am 9. November darüber diskutieren, ob es wirklich nötig ist, dass Buslinien wegfallen müssen, wenn die Haltestellen in den Ort verlegt werden.

Das liege an der Taktung, die mit den Abfahrtszeiten der S-Bahn in Einklang zu bringen sei, so Bürgermeister Lang. Dem wollen die Räte näher auf den Grund gehen, wenn eine Ansprechpartnerin des ÖPNV bei der Sitzung dabei ist.

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