St. Bartholomäus in Eschenau wird saniert

Statik muss verbessert werden

Verhülltes Gotteshaus: Die St.-Bartholomäus-Kirche in Eschenau muss saniert werden. | Foto: Johnston2018/02/Eck_Bartholomauskirche.jpg

ECKENTAL — Saniert wird zurzeit die Bartholomäuskirche in Eschenau. Notwendig ist vor allem eine Verbesserung der Statik.

Pfarrer Martin Irmer und Mitgliedern der evangelischen Kirchengemeinde waren Risse im Mauerwerk aufgefallen. Die Dachkonstruktion der Eschenauer Kirche ist nur selten anzutreffen. Bei den Untersuchungen stießen die Handwerker auf Balken, die bereits 1469 gezimmert wurden.

Bei sämtlichen Maßnahmen muss auch das Amt für Denkmalpflege grünes Licht geben. Klar ist: Die außergewöhnliche Konstruktion des Daches soll auf jeden Fall erhalten bleiben. Bei den historischen Balken werden nur die Stellen durch neues Holz ersetzt, die schadhaft sind.

Geplant ist, die Emporen abzustützen und den Druck stärker auf die Außenwände zu verlagern. Pfarrer Irmer: „In früheren Jahrhunderten standen weder die Materialien noch die Maschinen von heute zur Verfügung. Statt exakter statischer Berechnungen wurde oft experimentell vorgegangen und gehofft, dass die vorgenommenen Veränderungen funktionieren.“

Dies ging nicht immer gut. 1472 entschloss man sich zu einer Verbreiterung des Gotteshauses. Zunächst fielen lediglich größere Reparaturen wegen der Beschädigungen im Zweiten Markgrafen- und im Dreißigjährigen Krieg an. Doch anno 1780 stürzte das gotische Chorgewölbe ein und zerstörte den Altar, der anschließend durch einen neuen im frühklassizistischen Stil ersetzt wurde.

1902 erhielt der Turm ein weiteres Geschoss. Bei ihm besteht das Problem, dass die Handwerker einst ein zu hartes Bindemittel verwendeten, das den Sandstein angreift. Deshalb sind hier Fugen und Hohlräume auszubessern.

Undichtes Dach wird erneuert

Erneuert wird weiterhin das Dach der Kirche, das nicht mehr dicht war. Gerade bei Stürmen lösten sich auch immer wieder Ziegel.

Die Bauleitung für die Renovierung liegt beim Staatlichen Bauamt in Nürnberg, was auf alte Verträge zurückzuführen ist. Für den zweiten Bauabschnitt, bei dem die Emporen im Mittelpunkt stehen, muss noch zusammen mit dem Amt für Denkmalpflege ein Konzept erarbeitet werden. Eingebunden sind in die gesamten Planungen zudem das Bauamt der Landeskirche und die zuständigen Gremien der Pfarrei.

Da noch offen ist, wie die Emporen am besten abgesichert werden, lassen sich die Kosten für die komplette Renovierung momentan schwer schätzen. Veranschlagt sind aktuell zirka 600 000 Euro, was aber voraussichtlich nicht reichen dürfte.

Aufgrund der früher geschlossenen Vereinbarungen beteiligt sich das Staatliche Bauamt an den Kosten. Etwa 40 Prozent wird die Pfarrgemeinde tragen müssen, wobei die Landeskirche einen Zuschuss beisteuern dürfte. Auch über Spenden freut sich die evangelische Gemeinde.

Im Zuge der Sanierung sollen die wertvollen Wappenfenster nach innen verlagert werden, um sie besser vor der Witterung zu schützen. Außerdem sind Erleichterungen für Menschen mit Behinderung und eine neue Lautsprecheranlage vorgesehen.

Nachdem bisher nur gelegentlich Bauschutt zu beseitigen und Wasser wegzuwischen war, rechnet Pfarrer Irmer damit, dass im Sommer wegen der Arbeiten im Innern der Kirche die Gottesdienste vorübergehend in das Gemeindehaus verlagert werden müssen: „Unser Ziel ist, mit dem gesamten Projekt noch heuer fertig zu sein, um Weihnachten möglichst in unserem frisch renovierten Gottes­haus feiern zu können.“

Zum Verschnaufen bleibt den Mitgliedern der Pfarrei St. Bartholomäus danach wahrscheinlich wenig Zeit. Wenn es die Kassenlage noch zulässt, sollen nämlich auch das Pfarramt und der WC-Bereich barrierefrei gestaltet werden. Außerdem stehen beim Kindergarten „Unterm Regenbogen“ Arbeiten am Dach und an den Fenstern an. 

N-Land Scott Johnston
Scott Johnston