Erfolgsmodell Freibad

Wer wagt, gewinnt

In Schichten und im Kreis schwimmen die Badegäste auf zwei breiten Bahnen im Altdorfer Schwimmbad. | Foto: Alex Blinten2020/09/Altdorf-Freibad-Bilanz1.jpg

ALTDORF – Am Ende des Corona-Sommers blicken die Betreiber des Altdorfer Freibads überraschend positiv auf die Saison zurück. Das Hallenbad, das demnächst öffnen soll, orientiert sich an dem erprobten Konzept.

Die Temperaturen sinken, erste Blätter segeln und nach Baden ist nur noch den Wenigsten zu Mute. Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Das Altdorfer Freibad, das dieses Jahr als einziges im südlichen Nürnberger Land geöffnet hatte, verzeichnet im Corona-Sommer zwar keine Rekord-Saison, zieht aber durchaus positive Bilanz. Bis zum Sonntag, 20. September, können eiserne Schwimmer in Altdorf noch im Freien ihre Runden drehen.

„Ich freue mich sehr, dass wir mit unserer Entscheidung, das Freibad Altdorf mit einem gut durchdachten Hygiene- und Verhaltenskonzept zu öffnen, den richtigen Weg gegangen sind“, erklärt Bürgermeister Martin Tabor (SPD) und Stadtwerke-Geschäftsführer Florian Müller stimmt zu: „Das war gut und richtig.“

16 000 Tickets verkauft

Mit den Zahlen ist der Geschäftsführer ebenfalls zufrieden. Am 15. Juli ist das Freibad verspätet in die Saison gestartet. Gut 16 000 Tickets hat es seitdem verkauft. Das ist etwas weniger als die Hälfte der Verkaufszahlen einer normalen Saison. „Wir sind von deutlich weniger ausgegangen und sehr positiv überrascht“, sagt Müller.

Verständnis und Disziplin

Auch die Stimmung unter den Badegästen sei gut gewesen. Viele seien dankbar gewesen, dass das Bad überhaupt geöffnet habe und dementsprechend mit den durch die Corona-Maßnahmen verursachten Einschränkungen einverstanden gewesen. „Ganz vereinzelt hat sich mal jemand beschwert, aber im Großen und Ganzen waren die Gäste sehr verständnisvoll und äußerst diszipliniert. Das hatten wir schwieriger erwartet“, sagt Müller im Rückblick.

Manch einem passionierten Schwimmer gefielen die Änderungen sogar. Besonders gut kam das Schwimmen im Kreisverkehr an. Auch dass mehr Ruhe herrschte und wegen der Schichten weniger Menschen im Wasser waren als bei normalem Betrieb, erregte das Wohlwollen der Badenden.

Da der Spätsommer noch einige schöne Tage in petto haben soll, schließt das Altdorfer Freibad erst am 20. September. Seine Kollegen in Lauf und Hersbruck haben sich bereits Anfang dieser Woche in Winterruhe begeben. Das Feuchter Freibad sowie das Naturbad Weißenbrunn hatten sich aus verschiedenen Gründen dazu entschieden, ihre Tore geschlossen zu halten: Den Feuchtern graute es vor dem organisatorischen Aufwand und der Umsetzung der Corona-Schutzmaßnahmen und den Leinburgern machte ein Pilzbefall der Bäume einen Strich durch die Rechnung (wir berichteten).

Hallenbad öffnet bald

In Altdorf sind derweil die Vorbereitungen zur Öffnung des Hallenbads fast abgeschlossen. Das Hygienekonzept steht. Es orientiert sich an den Erfahrungen, die die Betreiber den Sommer über im Freibad gesammelt haben und stützt sich auf das bereits erfolgreich Erprobte: Maskenpflicht in Bereichen, in denen Straßenkleidung getragen wird, Kreisverkehr im Becken, statt in Bahnen, ein Einbahnstraßensystem und Schwimmen in Schichten sollen das Risiko einer Infektion mit Covid-19 minimieren. Eintrittskarten können bar vor Ort bezahlt oder vorher online gebucht werden. Einzig wann das Hallenbad öffnet, ist derzeit noch nicht entschieden.

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