Bürger verschicken sogar Testsendungen

Schneckenpost ärgert die Altdorfer

Weil in Altdorf Briefsendungen tagelang unterwegs sind, bis sie ihren Absender erreichen, haben viele Postkunden die Nase voll, rufen bei der Beschwerde-Hotline an und gehen nun an die Öffentlichkeit. Die Post räumt Fehler ein, betont aber, dass es keinen Zusammenhang gibt mit der Schließung des Zustellstützpunkts in der Bahnhofstraße und dessen Umzug ins Ochenbrucker Industriegebiet. | Foto: Fotolia2018/11/Altdorf-Briefzustellung.jpg

ALTDORF – Wochenlang war bei der Postzustellung im Bereich Georg-Lowig-Siedlung in Altdorf buchstäblich der Wurm drin. Anwohner waren schließlich so verärgert, dass sie mehrmals bei der Hotline der Post anriefen und ihr Leid klagten. Unmittelbar nach den Anrufen kamen die Postsendungen dann zwar wieder pünktlich, weil sich nach einigen Tagen aber der alte Schlendrian erneut einschlich, haben Betroffene nun endgültig genug und gehen an die Öffentlichkeit.

Kann es sein, dass ein Brief von einem Altdorfer Absender an eine Adresse in der Wallensteinstadt sechs Tage unterwegs ist, bis er sein Ziel erreicht? Eigentlich nicht.

Wann kommt der Brief?

Genau das soll aber, folgt man den Schilderungen von Betroffenen in der Georg-Lowig-Siedlung, gleich mehrmals geschehen sein. Das ganze ging soweit, dass sich Postkunden entschlossen, Testsendungen an sich selbst zu versenden, um zu kontrollieren, wann die Briefe eintrafen.

Wie berichtet, hat die Post den Zustellstützpunkt in der Bahnhofstraße vor einigen Monaten geschlossen und diesen nach Ochenbruck ins dortige Industriegebiet verlegt. Für viele Altdorfer drängte sich also der Verdacht auf, dass hier ein Zusammenhang besteht. Seit dem Frühjahr 2018 habe man dauernd Probleme mit der Postzustellung, schildern uns betroffene Bürger die Situation. Hat sich die Post also mit dem Umzug des Zustellstützpunkts nach Ochenbruck selbst ein Bein gestellt?

Dem sei nicht so, beteuert Pressesprecher Erwin Nier auf Nachfrage des Boten. Im Gegenteil: Mit dem Umzug in die Nachbarkommune laufe alles reibungslos, die bedinge keinerlei Verspätungen bei der Zustellung. Allerdings räumt Nier ein, dass es über Wochen tatsächlich in einem bestimmten Altdorfer Zustellbezirk massive Probleme gab, die ihre Ursachen aber woanders hatten.

Einer der Mitarbeiter, sagt Nier, sei offenbar überfordert gewesen. Wenn der Zusteller seine Schicht beendet hatte und in der ihm zur Verfügung stehenden Zeit nicht alle Sendungen austragen konnte, hätte er eigentlich am nächsten Tag dort weiter machen müssen, wo er zuvor aufgehört hatte.

„Fehler gemacht“

Er begann seine Tour aber immer wieder am Anfang, so dass die Postkunden am Ende der Strecke ständig leer ausgingen und deren Briefe sich schließlich im Zustellzentrum stapelten. „Der Mitarbeiter hat Fehler gemacht“, stellt Nier kurz und bündig fest. Was möglicherweise auch mit dem nicht ganz leichten Zustellbezirk zusammen hängt, in dem er tätig war.

Inzwischen arbeitet der Mann in einem anderen Bezirk und seit etwa drei Wochen kommen die Sendungen laut Darstellung der Post wieder pünktlich an. Das soll auch so bleiben, versichert deren Pressesprecher. Derzeit ist das Unternehmen dabei, das Zustellpersonal zu verstärken – was auch damit zusammenhängt, dass vor Weihnachten richtig viel zu tun ist.

Ähnliche Probleme wie in Altdorf gab es in der Vergangenheit in Feucht mehrmals. So berichteten wir unter anderem von einem betroffenen Feuchter Bürger, der zu einem Geschäftstermin nach Coburg fuhr und dann vor Ort informiert wurde, dass der Termin bereits eine Woche zuvor per Post abgesagt worden war. Als der Feuchter dann von Coburg unverrichteter Dinge wieder nach Hause kam, fand er den Brief mit der Absage in seinem Briefkasten.

Auch hier versprach die Post Besserung, als sich die Beschwerden häuften und der Bote wiederholt berichtete. Pressesprecher Erwin Nier kündigte seinerzeit an, dass man für den Feuchter Bereich die Zustellbezirke anders zuschneiden und das Personal aufstocken werde.

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